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Zwei Golden Agers in Flirtlaune: Meryl Streep, begleitet von George Clooney.
Zwei Golden Agers in Flirtlaune: Meryl Streep, begleitet von George Clooney.
Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Es gibt nichts Gutes, ausser Frau tut es: Meryl Streep macht vorwärts mit der Frauenförderung in Hollywood. Mit ihrem eigenen Geld

20.04.2015, 14:2021.04.2015, 08:14

Meryl Streep ist jetzt 65 und eine der ganz wenigen Frauen in Hollywood, die in jedem Lebensabschnitt enorm viel zu tun haben. Sie könnte sich jetzt sagen: Okay, mir gehts bestens, und auch die Film- und TV- und Model-Karriere meiner drei Töchter (Grace, Mamy, Louisa) ist überdurchschnittlich gut angelaufen, was also kümmern mich all die Klageweiber, die sagen, Hollywood benachteilige alle Frauen, die nicht mehr aussehen wie 21?

Das könnte sie. Tut sie aber nicht. Man sah das sehr schön bei den Oscars, als Patricia Arquette ihre Trophäe entgegen nahm und eine Brandrede für den Feminismus in Hollywood hielt und Meryl Streep aufstand, die Faust reckte und «Yesss!» schrie. Irgendwie ahnten wir da, dass die Frau einen Plan hat. Jetzt hat sie ihn offenbart, und er ist gut.

Umdenken kommt von innen

Denn Meryl Streep hat ganz einfach ihre Trümpfe in die Hand genommen und praktisch umgesetzt: Also ihr Geld und ihre Beziehungen. Ihr Credo: Umdenken kommt von innen. Und kann nicht vor, sondern muss hinter der Kamera beginnen. Und zuallererst dort, wo die Stoffe gemacht und die Rollen kreiert werden, also beim Drehbuch. Und: Wenn es die Frauen nicht selbst machen, passiert sowieso nichts. Stimmt alles.

Deshalb finanziert sie jetzt das Writers Lab der NYWIFT (New York Women in Film & Television). Zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juni können sich interessierte Drehbuchautorinnen über 40 bewerben, acht von ihnen werden ausgewählt und im Dezember von ein paar (der äusserst raren) bereits erfahrenen und sehr erfolgreichen Hollywood-Drehbuchautorinnen unterrichtet. Darunter sind Caroline Kaplan («Boyhood», «Me and You and Everyone We Know») und Kirsten Smith («Legally Blond», «Ten Things I Hate About You»).

Die Zahlen sagen alles

Dass Frauenförderung in Hollywood bitter nötig ist, wenn die darbende Filmindustrie erstens wieder mehr Publikum erreichen und zweitens glaubwürdiger sein möchte, zeigen die Zahlen: Obwohl sich auch Riesenkaliber wie Angelina Jolie der Regie widmen, ist die Zahl der Regisseurinnen in Hollywood in den letzten zwei Jahren von 9 auf 7 Prozent gesunken. 38 Prozent der 250 wichtigsten Filme beschäftigten keine bis eine Frau als Regisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin, Designerin, Komponistin o.ä. Weitere 23 Prozent beschäftigten zwei Frauen. Dabei sind 47 Prozent der Kinogänger weiblich.

Besser sieht es bei den Serien aus, die weit beweglicher sind, was die Experimentierfreude und das Eingehen auf Publikumsbedürfnisse angeht: Jenji Kohan («Orange is the New Black»), Lena Dunham («Girls»), Shonda Rhimes («Grey’s Anatomy», «Scandal»), Michelle Ashford («Masters of Sex»), Michelle King («The Good Wife») sind nur ein paar der patenten und potenten Namen aus dem Gegenuniversum zu Hollywood.

(sme)

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