Eishockey
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LuganoÕs player Elia Riva, Zurich's player Ronalds Kenins and LuganoÕs goalkeeper Elvis Merzlikins, from left, during the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Luganos Riva wird von ZSC-Stürmer Kenins bedrängt, beobachtet vom Tessiner Goalie Merzlikins. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Wer wird Meister: Lugano oder der ZSC? Zwei Reporter – zwei Meinungen

HC Lugano – ZSC Lions: Es ist das letzte Eishockey-Spiel der Saison. Das siebte Finalspiel entscheidet, wer den Titel gewinnt. Nach dem 1:3-Rückstand in der Serie haben die Tessiner mit zwei Siegen den Ausgleich geschafft. Jetzt sind sie Favorit auf die Meisterschaft – oder doch nicht?

27.04.18, 09:19 27.04.18, 09:57

Klaus zaugg und etienne wuillemin



Eismeister Zaugg

Ein neues, emotionales und doch cooles Lugano hat die Bühne unseres Hockeys betreten und wird heute seinen achten Titel holen.

Lugano's goalkeeper Elvis Merzlikins celebrates the victory after the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Jubel bei Goalie Merzlikins. Hext er Lugano heute Abend zum Titel? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Wäre Lugano immer noch das Lugano, das unseren lieb gewordenen Vorurteilen entspricht, mit den gekreuzten Palmen statt gekreuzten Stöcken als Logo, dann wäre es heute Abend chancenlos. Aber wir erleben in diesen Tagen ein «neues» Lugano. Präsidentin Vicky Mantegazza betont immer wieder, wie wichtig für sie Loyalität und Leidenschaft für ihren Klub sind. Als ehemalige Spielerin kennt sie die ungeschriebenen Gesetze des Teamsports. Obwohl sie ein Milliardenvermögen verwaltet, weiss sie, dass der Erfolg nicht käuflich ist und nicht die besten Einzelspieler eine Meisterschaft gewinnen, sondern die Mannschaft.

Und so ist es ihr gelungen, Geld mit einer neuen Leistungskultur zu kombinieren. Geist und Geld – der Klassiker. Item, Luganos «Version 2018» ist bei weitem nicht so talentiert wie die Meistermannschaft 2006. Aber Lugano ist in den letzten Wochen im besten, im romantischen Sinne zu einer Mannschaft zusammengewachsen, die alles gewinnen kann. Befeuert von Leidenschaft und der Aussicht auf den finalen Triumph, mental robust und physisch «unzerstörbar», emotional und doch cool. Härte und Provokationen können Lugano nichts mehr anhaben. Und vor allem: Zum ersten Mal überhaupt hat Lugano den charismatischsten Torhüter in seinen Reihen: Elvis Merzlikins. Alle sieben Titel verdankten die Tessiner in erster Linie überlegenen spielerischen Mitteln, kombiniert mit schlauer Taktik. Aber nie war der Torhüter die zentrale Figur. Nun hat Lugano zum ersten Mal in seiner Geschichte den besten Torhüter der Liga als Rückhalt. In einem siebten Spiel macht immer der bessere «letzte Mann» die Differenz.

Das Lugano, wie es unseren lieb gewordenen Vorurteilen entspricht, würde den Titel auf eigenem Eis verspielen. Wie schon so oft. Wie 1989, 1991 und 2004 gegen den SCB. Wie 2001 gegen die ZSC Lions. Aber in den letzten Wochen hat ein neues Lugano die Bühne betreten. Dieses neue Lugano wird nach 1986, 1987, 1988, 1990, 1999, 2003 und 2006 zum achten Mal Meister.

Etienne Wuillemin

Der ZSC ist immer dann besonders stark, wenn niemand allzu viel erwartet. Das ist jetzt, beim entscheidenden Finalspiel, wieder so.

ZSC Lions Stuermer Lauri Korpikoski feiert seien Treffer zum 1-1 im sechsten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League  zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano am Mittwoch, 25. April 2018, in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Die Fans feiern Korpikoski und sein Tor zum 1:1 im Spiel sechs vorgestern. Bild: KEYSTONE

Der ZSC gemahnt in dieser Saison an ein Chamäleon. Immer wieder ändert er sein Erscheinungsbild. Es ist irgendwie erschreckend und faszinierend gleichzeitig. Die Qualifikation war zum Vergessen. Doch dann, in den Playoffs, als niemand mehr an die Zürcher glaubte, entstand plötzlich eine verschworene Einheit, die so sehr über ihre Gegner hinwegfegte, als würde sie um ihr Leben kämpfen.

Im Final ist aus dem Aussenseiter ZSC der Favorit ZSC geworden. Der Meisterpokal schien bereit, die Maschine schien ins Rollen gekommen – und nicht mehr zu stoppen. Doch weit gefehlt. Prompt mischten sich wieder Ängstlichkeit, Fehler und manchmal Lethargie in die Auftritte. Die 3:1-Führung ist glücklich zustande gekommen. Der Ausgleich zum 3:3 nicht wirklich überraschend. Warum also sollte der ZSC nun den Titel doch noch gewinnen? Jetzt, wo alles für Lugano spricht. Zumal die Tessiner vor dem euphorisierten Heimpublikum antreten können.

Zunächst einmal die Kraft der Erinnerungen. Lugano hat sämtliche Finalissimas seiner Geschichte verloren (1989, 2001, 2004). Der ZSC beide gewonnen (2001, 2012). Das Direktduell 2001 war eine der legendärsten Serien überhaupt.

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Die Erwartungen an den ZSC sind jetzt wieder überschaubar – genau die Ausgangslage, die dieses Team offenbar braucht. Nun werden sich die Luganesi mit dem Gedanken beschäftigen, dass ihnen die Trophäe nicht mehr aus den Händen gleiten darf. Zudem wird die Energie der forcierten Schlüsselspieler immer knapper.

Beim ZSC ist Topskorer Fredrik Pettersson nach seinem Check gegen den Kopf von Maxim Lapierre gesperrt – doch das ist wohl sogar ein Vorteil. Der Schwede blieb im Final blass, seine Linie kassierte viele Tore. Seine Kollegen werden dafür sorgen, dass die Verteidiger Mathias Seger und Kevin Klein noch einmal einen Höhepunkt erleben dürfen, bevor sie zurücktreten.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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15
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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 2Wheelz MaSic58 27.04.2018 14:51
    Highlight ich sags mal so:
    4:1 Zug
    4:2 Bern
    4:3 Lugano - passt doch alles =)
    Zudem tut die underdog-Rolle dem ZSC besser als die Favoriten-Rolle.
    Und so etwas wie einen Heimvorteil gibt es in einem Spiel 7 in meinen Augen ohnehin nicht...
    Als jahrelanger Z-Fan vertrau ich darauf, dass der der ZSC gewinnt, wenn gewonnen werden muss.
    Wer nicht daran glaubt, soll sich bitte auch nicht Fan nennen. Der soll heute Abend lieber das herrliche Wetter und den Frühsommer geniessen...alle anderen gehören ins public viewing oder in die Resega
    13 4 Melden
  • dirtyharry 27.04.2018 12:58
    Highlight Sehr gut ist, dass die vom Eismeister am meisten geschmähten Mannschaften im Final sind. Von wegen Palmen und so... Hoffe natürlich auf den Z, aber verdient hätten es beide. Lugano mit ihrer Nie Aufgeben Mentalität und Zürich mit ihrem Hurra Eishockey. Die beiden Halbfinale und der Final bleibt in Erinnerung, Ausgang egal.
    14 0 Melden
  • Nummelin 27.04.2018 11:53
    Highlight Wenn Lapierre spielen kann und mind. 80% fit ist, wird Lugano Meister. Wenn er nicht spielen kann, machts Zürich. Mit dem Ausfall von Sannitz wird es sonst extrem schwierig. Wenn Lapierre nicht spielen kann, hat der hinterhältige Pettersson wohl alles richtig gemacht. Glaube das wäre dann der eine Ausfall zuviel für Lugano.
    7 12 Melden
    • Larionov 27.04.2018 16:32
      Highlight Das könnte in der tat der ausfall zuviel sein🙈
      Aber malen wir jetzt nicht nur schwarz sondern geben wir noch weiss dazu!! Bisnconero boch 1 bis 🏆
      3 2 Melden
  • Urs-77 27.04.2018 11:14
    Highlight Wie ich früher schon sagte: Am Ende gewinnt der ZSC!
    16 23 Melden
  • pamo91 27.04.2018 10:50
    Highlight Meine Prognose fürs Spiel der Eismeister ändert noch 5 mal seine Meinung darüber wer den Titel holt.
    53 1 Melden
  • greeZH 27.04.2018 10:26
    Highlight Jinx. Oh jeee. Man will nicht vom Eismeister zum Favoriten erkoren werden.
    61 0 Melden
  • Hayek1902 27.04.2018 10:15
    Highlight "Zudem wird die Energie der forcierten Schlüsselspieler immer knapper." Das Argument zieht nicht mehr im letzten Spiel der Saison, wenn die Schlüsselspieler 2 Tage vorher offensichtlich noch gut im Saft waren.
    22 2 Melden
  • Papa la Papp 27.04.2018 09:38
    Highlight Man kann nur verlieren was man schon hat: ergo weder Lugano noch der ZSC können heute Abend den Titel verlieren, aber eine Mannschaft wir ihn gewinnen.
    Ich denke die Mannschaft, welche nicht ans verlieren denkt wird den Titel holen.
    Mein Tipp: Vorteil Lugano
    39 13 Melden
  • Martinov 27.04.2018 09:38
    Highlight Wenn der Eismeister meint es wird Lugano, wird's wohl Zürich ;-)
    117 10 Melden
    • chnobli1896 27.04.2018 10:10
      Highlight Leider hab ich das auch gedacht :-( Ich hoffe Greg Ireland erteilt den HCL-Spielern ein Watson-Verbot für Heute ;-)
      27 1 Melden
  • Figge 27.04.2018 09:38
    Highlight Ich bin zwar Z-Fan aber, so wie der Z die letzten zwei Spiele aufgetreten ist, glaube ich nicht an Meistertitel.
    Z war über den grössten Teil Dominant, aber selten im Slot. Hat in der Box der Bande entlang den Luck rumgetragen aber vors Tor ging es nie.
    Es braucht mehr Ellbogen, Dräck und Überzeugung dort hin zu gehen wo es weh tut.
    31 12 Melden
    • Cyril Brunner 27.04.2018 11:51
      Highlight Als Fan sollte man immer daran glauben! Hast wohl auch nicht nach der 4-1 Klatsche gegen Zug daran geglaubt. Brauchst nächste Saison gar nicht mehr ins Stadion kommen. Solche wie dich wollen wir nicht!
      4 10 Melden
    • Altorez 27.04.2018 13:07
      Highlight Dass der ZSC nie im Slot war stimmt einfach nicht.
      Quelle: Twitter @diving_save
      6 0 Melden
    • Figge 27.04.2018 14:33
      Highlight ok Altorez du hast recht: 'nie' ist etwas zu stark ... aber wirklich viel musste Merzlikins sich nie verschieben. Wenn: dann wurde es gefährlich.

      Ach den Anderen muss ich sagen: täublet nur ume. Mer chan ZSC und Hockeyfan si. De Luganesis magis au nöd gönne aber schlauer spiele tüents es im Moment.
      2 2 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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