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Baumeister-Geschäftsführer Felix bleibt Kandidat für die Regierung



Die Spitze des Graubündnerischen Baumeisterverbandes will weder von verbotenen Preisabsprachen etwas gewusst haben, noch darin involviert gewesen sein. Zwei Vorstandsmitglieder sind allerdings Vertreter von Firmen, die in die illegalen Absprachen verwickelt waren.

Die Rolle des Graubündnerischen Baumeisterverbandes (GBV) ist im Zusammenhang mit den illegalen Absprachen unter Firmen im Hoch- und Tiefbau auch deshalb von Brisanz, weil Geschäftsführer Andreas Felix als BDP-Kandidat an den Regierungsratswahlen vom Juni teilnimmt.

Felix ist seit 1. August 2008 GBV-Geschäftsführer, bereits vorher war er in anderen Funktionen für den Verband tätig. Auf eine entsprechende Frage nach seiner Kandidatur an der Medienkonferenz am Donnerstag in Chur stellte er klar: «Ich bleibe Regierungsratskandidat.»

Ausstand und dann Demission

An der Medienorientierung betonten Geschäftsführer Felix und GBV-Präsident Markus Derungs, nichts von den illegalen Preisabsprachen gewusst zu haben. Allerdings sassen Vertreter von Firmen, die in die illegalen Machenschaften verwickelt sind, im GBV-Vorstand. Sie nahmen seit Anfang Jahr nicht mehr an den Vorstandssitzungen teil. Inzwischen haben sie demissioniert.

Nicht bestritten wurde die Organisation von solchen Vorversammlungen, an denen es zu illegalen Absprachen kam. Geschäftsführer Felix sagte, der GBV habe diese Treffen zwar organisiert, aber nicht gewusst, was an diesen Versammlungen alles besprochen worden sei.

Kanton prüft allfälligen Schaden

Der Kanton Graubünden prüft laut Baumeisterverband derzeit, ob er als bedeutender Besteller von Bauleistungen durch die Preisabsprachen zu Schaden gekommen ist. GBV-Präsident Derungs begrüsst dieses Vorgehen, wie er betonte.

Zudem will der Verband der Wettbewerbskommission (Weko) «seine guten Dienste» anbieten für eine rasche Aufarbeitung der Ereignisse. Mit der Einstellung des Verfahrens gegen ihn selbst sei er dazu legitimiert, hiess es.

Beschaffungen über Jahre manipuliert

Gemäss den Untersuchungen der Weko haben im Unterengadin Bauunternehmen während Jahren Beschaffungen im Hoch- und Tiefbau manipuliert. Es handelt es sich um den grössten je aufgeflogen Fall von Preisabsprachen im Baugewerbe.

Die Wettbewerbskommission büsste sieben Firmen mit rund 7.5 Millionen Franken. Sie hatten die Preise abgesprochen und legten fest, wer den Zuschlag erhält.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bauunternehmen in Graubünden von Weko gebüsst werden. Im Juli 2017 liess sie illegale Absprachen im Münstertal aufliegen. (sda)

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