Interview
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Philipp Mueller, gauche, President du PLR Suisse et Johann Schneider-Ammann, droite, Conseiller federal, parlent lors de l'assemblee des delegues du PLR, Les Liberaux-Radicaux Suisse ce samedi 25 avril 2015 a Brigue. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Der frühere FDP-Präsident Müller trifft sich auch privat mit Schneider-Ammann.  Bild: KEYSTONE

Interview

«Nur eine Frau in der Regierung wäre peinlich für die Schweiz»

Der frühere FDP-Präsident Philipp Müller erklärt, warum die FDP wieder eine Bundesrätin braucht und wie er Schneider-Ammann beim gemeinsamen Znacht erlebt hat. 



Herr Müller, Johann Schneider-Ammann tritt inmitten der festgefahrenen Verhandlungen im EU-Dossier zurück. Ist dies nicht eine Kapitulation vor den Gewerkschaften, an denen er sich wegen den flankierenden Massnahmen zuletzt die Zähne ausgebissen hat?
Philipp Müller: Diese Frage finde ich daneben. Es war absehbar, dass Schneider-Ammann gegen Ende der Legislatur aufhört. Nicht zuletzt, damit seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger Zeit hat, sich zu profilieren.

Sie spielen auf die Wahlen 2019 an.
Es schadet sicher nicht, wenn eine Partei mit einem neuen Bundesrat in das Wahljahr steigen kann. Das weckt naturgemäss grosses Interesse und ist somit gute Werbung für das Programm einer Partei.

«Das Lachen ist Schneider-Ammann überhaupt nicht vergangen. Er ist sehr unterhaltend.»

Die Frauen sind in der Landesregierung stark untervertreten. Soll die FDP ein reines Frauenticket portieren?
Das ist Sache der Fraktion. Aus meiner Sicht wäre es aber wünschenswert, wieder eine FDP-Bundesrätin zu stellen. Es wäre peinlich für die Schweiz, sollte nach einem möglichen Rücktritt von Doris Leuthard plötzlich nur noch eine Frau im Bundesrat vertreten sein.

Mit Schneider-Ammann verabschiedet sich der letzte Unternehmer aus dem Bundesrat. Welchen Typ Bundesrat wünschen Sie sich als Nachfolger?
Wir brauchen wieder eine richtige Konkordanzregierung. Bundesräte, die sich vermehrt bei den anderen einmischen und nicht nur für die eigenen Dossiers schauen. Dies ist bei der aktuellen Regierung zu oft der Fall.

Die lustigsten Auftritte von Bundesrat Schneider-Ammann

abspielen

Video: watson/nico franzoni

Zur Person

Der Aargauer Unternehmer Philipp Müller ist seit 2015 FDP-Ständerat. Zuvor politisierte er zwölf Jahre lang im Nationalrat und war von 2012 bis 2016 Präsident der FDP Schweiz. 

Sie treffen Bundesrat Schneider-Ammann regelmässig privat. Ist er wirklich so müde, wie es gegen aussen den Anschein macht?
Das Lachen ist ihm überhaupt nicht vergangen, er ist sehr unterhaltend. Das zeigt sich immer wieder an gemeinsamen Abendessen mit ihm und anderen Parlamentariern. Aber natürlich machen die vielen Reisen und die extrem hohe Arbeitsbelastung hie und da müde. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass Schneider-Ammann krank ist.

Sie geben 2019 Ihr Amt als FDP-Ständerat ab. Hand aufs Herz: Mit Ihrem Netzwerk und Bekanntheitsgrad wären Sie doch ein idealer Bundesratskandidat?
Die FDP hat genug andere fähige Leute für diesen Job. Ich stehe definitiv nicht zur Verfügung.

Wer folgt auf Bundesrat Schneider-Ammann?

Das könnte dich auch interessieren:

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • inmi 26.09.2018 10:48
    Highlight Highlight Ein ganzes Interview über dieses Nicht-Thema. Sollte nicht die fähigste Person in den Bundesrat kommen? Nicht primär eine weibliche. Ist das Geschlecht wirklich das wichtigste Kriterium? Nicht die Kompetenzen?
  • Juliet Bravo 26.09.2018 02:01
    Highlight Highlight 1 Frau, 6 Mannen. Wäre schon ein arger Rückschritt.
    • DemonCore 26.09.2018 09:48
      Highlight Highlight Hast du etwas gegen Männer?
  • TodosSomosSecondos 25.09.2018 23:25
    Highlight Highlight Wir sind die Schweiz, wir können peinlich!
  • Rumbel the Sumbel 25.09.2018 23:02
    Highlight Highlight Für mich ist nicht die Frage, ob nur eine Frau oder mehr Frauen. Das Gleiche gilt für Männer. Qualität ist gefragt, nicht Geschlechterverteilung.
  • In vino veritas 25.09.2018 22:19
    Highlight Highlight Nein. Eine Frau, die nur Bundesrätin wird, weil sie eine Frau ist wäre peinlich.
  • The greatest man who ever inhaled oxygen 25.09.2018 21:50
    Highlight Highlight Es geht nicht ums Geschlecht sondern darum ob er/sie fähig ist. Es ist nicht peinlich wenn es nur eine Frau gebe in der Regierung, noch wenn es nur einen Mann gäbe in der Regierung. Man sollte mal aufhören mit diesem unsinnigen Quotendenken. Nein es ist nicht peinlich sondern nur dieses dumme Quotendenken ist es.
  • JackMac 25.09.2018 21:26
    Highlight Highlight Danke JSA für all die Arbeit im Dienste des Landes und auch für die gelegentlichen Lacher!
  • w'ever 25.09.2018 19:48
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Nilda84 25.09.2018 20:28
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Oberon 25.09.2018 20:46
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.

1 Jahr Haft für 234 Menschenleben: An diesem Mann soll ein Exempel statuiert werden

Claus-Peter Reisch, früher konservativer Bayer und CSU-Wähler, heute Seenotretter im Mittelmeer. Für sein Engagement soll er nun in Malta verurteilt werden. Im Interview mit watson rechnet er mit Horst Seehofer, Matteo Salvini und der europäischen Flüchtlingspolitik ab. 

Eigentlich könnte Claus-Peter Reisch ein ruhiges, geordnetes Leben haben. Als selbstständig Erwerbender steht er finanziell auf sicherem Boden, mit seinem eigenen Segelboot zieht es ihn immer wieder in die Ferne. Doch jetzt ist Reisch zwischen die Fronten geraten. In Deutschland prangte sein Antlitz auf jeder Tageszeitung. 

Es ist 2015 als Reisch mit seiner Lebenspartnerin im Sommer nach Griechenland segelt. Die Flüchtlingskrise ist bereits in Gang. Er stellt sich die Frage: «Was tun wir, …

Artikel lesen
Link zum Artikel