Apple
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1945:  A boy sits on the running board of a car, eating an apple.  (Photo by Express/Express/Getty Images)

Apple setzt an, nach der Unterhaltungselektronik die nächste Branche umzukrempeln. Bild: Hulton Archive

Selbstfahrende Robo-Autos

Vom iPhone zum iCar. Darum nimmt Apple die Autoindustrie ins Visier und knüpft sich Erzfeind Google vor

Unter dem Codenamen Titan arbeitet Apple an einem Elektroauto. Das sollte zahlreiche Unternehmen beunruhigen.



Die traditionellen Autohersteller haben die Zukunft verpennt. Das stellt man fest, wenn man sich auf den Strassen umschaut, respektive umhört: Von leise schnurrenden Elektromotoren (fast) keine Spur...

Hier kommen die aktuellen Apple-Gerüchte und unbestätigten Meldungen ins Spiel.

Wann kommt das Apple-Auto?

Das ist völlig offen. Genau so wie es den seit Jahren erwarteten Apple-Fernseher immer noch nicht gibt, könnte auch der iCar am Ende ein Phantom bleiben. Jedoch hat Apple die besten Gründe, möglichst rasch ein funktionierendes Auto zu bauen.

Warum beschäftigt sich Apple intensiv mit Elektroautos?

Das dürfte nicht nur am lieben Geld liegen:

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Wird es wirklich ein selbstfahrendes Robo-Auto?

Die bisherigen Medienberichte widersprechen sich. Das «Wall Street Journal» meint nein, die Nachrichtenagentur Reuters ja. Die Wahrheit könnte in der Mitte liegen, wie der Techblog The Verge kommentiert.

Sprich: Im Gegensatz zu Google könnte Apple zunächst kein autonom fahrendes Roboterauto herausbringen. Dies bedeutet aber natürlich nicht, dass auf Technologien verzichtet wird, die den menschlichen Fahrer unterstützen. Sei dies zum Beispiel ein intelligenter Spur-Assistent, der bei Fahrfehlern eingreift.

BERLIN - NOVEMBER 02:  A student of the department for aritificial intelligence at the Freie Universitaet Berlin steers a converted Dodge minivan remotely with an iPhone during a demonstration at Tempelhof Airport on November 2, 2009 in Berlin, Germany. The car, whose design was led by professor Raul Rojas, is outfitted with a variety of laser sensors, GPS antennae and computers.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

2009 präsentierten deutsche Studenten ein Auto, das sich mit dem iPhone steuern liess. Bild: Getty Images Europe

Dies würde zu Apples bisheriger und bewährter Strategie passen, nicht mit völlig neuen Produkten auf den Markt zu kommen, sondern vielmehr bestehende, bereits akzeptierte Technologien zu verbessern.

Das geheime Projekt scheint jedenfalls wichtig zu sein. Apple-Chef Tim Cook hat vor einem Jahr Steve Zadesky mit der Leitung des Projekts beauftragt. Das ist ein ehemaliger Ford-Ingenieur, der bei der Entwicklung des iPods und des iPhones eine wichtige Rolle spielte. Zadesky kann angeblich bis zu 1000 Leute anheuern.

Ist Apple überhaupt in der Lage, ein Elektroauto zu bauen?

Ja. Dass auch ein Neueinsteiger Autos bauen kann, stellt Tesla unter Beweis.

Zwar hiess es in aktuellen Medienberichten, dass Apple konsequent auf sogenannte Auftragsfertiger setze und die Hardware nicht selber produziere. Dies ist aber nachweislich falsch. So wird etwa der teuerste im Handel erhältliche Apple-Computer, der Mac Pro, in einer Apple-eigenen Fabrik in Texas gebaut.

Apple hat das Geld und die Köpfe, um neue Technik «In House» zu entwickeln. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Ausserdem sammeln die Kalifornier gezielt Erfahrungen im Umgang mit präziseren Fertigungstechniken und vielversprechenden Materialien, wie zum Beispiel LiquidMetal.

Googles selbstfahrende Autos

Bei der Entwicklung neuer Produkte ist Apple für weit vorausschauendes Vorgehen bekannt. Zum einen sichern sich die Kalifornier frühzeitig Schlüsseltechnologien durch Firmenübernahmen, wie etwa im Fall des Fingerabdruck-Scanners TouchID durch den Kauf von Authentec.

Zum andern profitiert das Unternehmen über geheime Kooperationen vom Know-how Dritter. So soll es bei der Entwicklung der Apple Watch einen regen Erfahrungsaustausch mit der Uhrenindustrie gegeben haben. Bei der Produktion entschied sich Apple für den Alleingang.

Bei den Prozessoren, also dem Herzstück jeder modernen Maschine, kann Apple auf eine starke Entwicklungsabteilung zählen. Die Kalifornier designen seit Jahren leistungsfähige und massgeschneiderte Chips, die weniger Strom verbrauchen als die Konkurrenz.

Wie sieht das Apple-Auto aus?

Sicher nicht so wie das nachfolgende Bild (auch wenn das Design vom australisch-britischen Designer Marc Newson stammt, der seit 2014 für Apple arbeitet):

Und auch nicht so:

Laut den US-Medienberichten arbeitet Apple nicht an einem sportlichen Zweiplätzer, sondern an einem Mini-Van.

Was hat Mercedes mit dem Apple-Auto zu tun?

Apple hat den früheren Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Mercedes-Benz, Johann Jungwirth, an Bord geholt. Der US-Techblog Cult of Mac hat den Mann näher vorgestellt und bezeichnet ihn als Mercedes' Tech-Guru, der zu Apple überlief.

Das sind die ersten selbstfahrende Autos

Mercedes war übrigens der erste Autobauer, der im Silicon Valley ein Forschungszentrum realisierte. «Die Technologiefirmen verstehen mittlerweile, wie wichtig das Auto im Puzzle des digitalen Lebens ist», sagt der Autoexperte des IT-Marktforschers Gartner, Thilo Koslowski. «Es ist erst der Anfang.»

Liefert uns dieses Video zum «Mercedes F015» einen Vorgeschmack auf das Apple-Auto? Schön anzusehen ist es alleweil.

abspielen

video: youtube

Die etablierten Autobauer hätten zwar immer noch eine starke Position, meint der Autoexperte. Doch jetzt würden die Weichen für die Zukunft gestellt: «Die Fahrzeugtechnik bleibt wichtig – aber die Differenzierung läuft über Software.»

Dabei könnte Apple gegenüber Google einen gewichtigen Vorteil haben: Das Vertrauen der Kunden bezüglich des Umgangs mit Daten. Googles Geschäftsmodell dreht sich darum, möglichst viele Informationen zu sammeln, um mit personalisierter Werbung Geld zu verdienen. 

Kauft Apple Tesla?

Es gibt aktuelle Prognosen, dass Apple den Elektrowagenbauer nächstes Jahr für 75 Milliarden Dollar schlucken wird. Das entspräche etwa dem Dreifachen des aktuellen Börsenwertes.

Das Problem: Tesla-Gründer Elon Musk, der auch schon mit Apple-Übervater Steve Jobs verglichen wurde, hat sich öffentlich gegen eine Übernahme ausgesprochen. Er wolle mit Tesla unabhängig bleiben und werde Apple in ein paar Jahren überholen, was den Börsenwert betrifft.

Nun ja: Das schöne Lied von der Unabhängigkeit sang einst auch der WhatsApp-Gründer Jan Koum. Bis er den multimilliardenschweren Verlockungen durch Facebook erlag...

Und was hat das mit diesen Kamera-Autos zu tun?

abspielen

video: youtube

Es handelt sich um die jüngste von mehreren Sichtungen. In und um San Francisco sind in den letzten Monaten immer wieder mysteriöse Apple-Fahrzeuge aufgetaucht. Auffallend an den Serienwagen ist der Dachaufbau – ein Gerüst mit mehreren montierten Kameras.

Laut US-Medienberichten handelt es sich um ein LIDAR-Kamera-System. LIDAR ist die Abkürzung für Light Detection And Ranging und steht für eine Technik, mit der Google, Nokia und andere Aufnahmen für ihre Strassenbilder-Dienste machen.

Ein Techblog hielt fest, dass Google die LIDAR-Kameras auch verwende, um Robo-Autos sicher durch den Verkehr zu lenken. 

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Adriana Ramazotti 19.02.2015 09:22
    Highlight Highlight klar, es fährt sicher mit überteuerter iEnergie das an der iPowerstation gleichzeitig mit dem iSmartphone geladen wird. Die Apple Jünger wird es freuen.
  • swissda 18.02.2015 09:32
    Highlight Highlight Nur, weil Apple an einem möglichen Auto herumtüftelt, muss das noch lange nicht heissen, dass es auch selbst eines baut. Es kann beispielsweise auch sehr gut als "think out of the box" betrachtet werden, um ihre Carplay-Software tiefer in die Fahrzeugsteuerung integrieren zu können.
  • iMachine7 17.02.2015 13:21
    Highlight Highlight Sehr gut und ausführlich geschriebener Artikel. Kompliment an den Autor.
    Ich finde das Thema sehr intressant und kanns kaum erwarten, dass mein Tesla Model S P85D Ende März ausgeliefert wird und schon Halb-Autonom fahren kann.
    • mrgoku 17.02.2015 15:50
      Highlight Highlight Protzer :P
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 17.02.2015 10:34
    Highlight Highlight Es wird in naher Zukunft kein Auto geben, das in den meisten Situation und auf den meisten Strassen von alleine fährt. Alle machen sich vor Freude in die Hose, wenn Google was davon erzählt, aber die Realität ist: Super-aufwändiger 3D Mapping sämtlicher zu befahrenden Strassen muss vorgängig gemacht werden, bei Regen und Schnee gehts nicht etc. http://www.slate.com/articles/technology/technology/2014/10/google_self_driving_car_it_may_never_actually_happen.html
  • flyingdutch18 17.02.2015 00:07
    Highlight Highlight Tesla ist derzeit 25 Mia. Dollar wert. Viele Analysten betrachten diesen Preis als sehr teuer. Wenn Apple Tesla für das Dreifache dieses Werts kaufen würde, wäre das ein Irrsinn. Apple heuert für sein Auto-Projekt, wie auch immer das dann aussehen wird, zahlreiche Tesla-Ingenieure an. Das ist vernünftig.
  • wunderfitz 16.02.2015 23:10
    Highlight Highlight In ein paar Jahren wissen wir, dass Apple das Auto erfunden hat.
  • metall 16.02.2015 23:06
    Highlight Highlight Ja genau, Apple kommt jetzt auch mit eigenem Kapselsystem.
  • sambeat 16.02.2015 22:46
    Highlight Highlight An alle Grosskonzerne und Autobauer: ICH WILL KEIN AUTOMATISCH FAHRENDES AUTO! Habt ihr gehört??
    Ich fahre gerne selbst. Falls ich einen Unfall baue, was bis zum heutigen Tag nicht passiert ist, werde ich selber dafür geradestehen müssen. Was ist, wenn ein Roboterauto in einen Unfall verwickelt ist, geschweige denn, einen ebensolchen verursacht hat?? Wer zahlt denn da? Meine Versicherung? Wohl kaum! "Was, selbst fahrendes Auto? Jessesnei Sie, da sind sie bi üs völlig falsch!"
    Ich hörs doch schon... ;)
    • mrgoku 17.02.2015 15:52
      Highlight Highlight als Motorsport-Fan bin ich zu 100 Millionen % gegen so selbstfahrende Kack Dinger... die Mehrheit kann heute schon eher schlecht als recht fahren. so wird es nur noch schlimmer. und dann? aus irgend einem Grund muss der fahrer doch eingreifen und weiss nicht mal wie den gang einlegen...

      PFUI
    • Triumvir 01.02.2016 12:20
      Highlight Highlight An alle Grosskonzerne und Autobauer: ICH WILL UNBEDINGT EIN AUTOMATISCH FAHRENDES AUTO! Habt ihr gehört? Und zwar lieber HEUTE als MORGEN! Ich warte deshalb sehnsüchtig auf THE NEXT resp. ONE MORE THING!

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