Krisenregion Irak

Irakische Stadt Tal Afar offenbar weitgehend an Rebellen gefallen

17.06.14, 11:08
epa04261413 Iraqis children who fled with families the violence in their home towns walk at a refugee camp near the city of Erbil, northern Iraq, 16 June 2014. Iraqis who fled the violence in Tal Afar arrive at a checkpoint in Erbil, Kurdistan region, northern Iraq. Jihadist militants fighting the Iraqi government on 16 June claimed further advances in the north of the troubled country. The rapid advance of The Islamic State in Iraq and the Levant (ISIL) and other fighters from Iraq's Sunni minority - who complain of discrimination at the hands of al-Maliki's Shiite-led government - has caused international concern.  EPA/STR

Hunderte Iraker flohen vor der Gewalt in Tal Afar in das kurdische Gebiet Erbil.  Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Die nordirakische Stadt Tal Afar ist nach Angaben eines Regierungsvertreters nach heftigen Kämpfen weitgehend an die Aufständischen gefallen. Bei den Gefechten um die mehrheitlich schiitische Stadt seien dutzende Kämpfer und Zivilisten getötet worden.

Die Sicherheitskräfte hielten nur noch wenige Teile der Stadt, die auf einem strategisch wichtigen Korridor nach Syrien liegt. Dies sagte der Vize-Vorsitzende des Provinzrats von Ninive, Nuriddin Kabalan, am Dienstag.

Nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad dauern die Gefechte zwischen dschihadistischen Milizen und kurdischen und irakischen Soldaten an. Wie das Nachrichtenportal «Sumaria News» am Dienstag berichtete, verhinderten Sicherheitskräfte in der Provinz Kirkuk einen Angriff sunnitischer Extremisten der ISIS auf einen Schiitenschrein. In der Provinz Dijala seien zudem bei Gefechten mindestens 19 radikale Islamisten getötet worden, hiess es weiter.

Die Terrorgruppe ISIS hatte in der vergangenen Woche die Millionenstadt Mossul im Nordirak eingenommen und sich daraufhin in Richtung Bagdad bewegt. Inzwischen haben sich kurdische und irakische Streitkräfte neu formiert und leisten zusammen mit zahlreichen Freiwilligen zunehmend Gegenwehr. Viele Schiiten meldeten sich zum Dienst an der Waffe, um sich den Dschihadisten entgegenzustellen. Die jüngste Eskalation dürfte die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten im Irak noch weiter vorantreiben. (rar/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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