Justiz
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Hooligans sind der Justizministerin Karin Keller-Sutter ein Dorn im Auge. Bild: KEYSTONE

«Mehr Mut im Kampf gegen Hooligans» Keller-Sutter fordert hartes Durchgreifen von Kantonen



Die Schweizer Justizministerin Karin Keller-Sutter hat Städte und Kantone zu hartem Durchgreifen bei Gewalt rund um Fussballspiele aufgerufen. «Es braucht mehr Mut im Kampf gegen Hooligans», sagte die FDP-Bundesrätin in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag.

«Es braucht mehr Mut im Kampf gegen Hooligans»

Karin Keller-Sutter

«Um den Hooligans beizukommen, müsste man nur die Gesetze anwenden. Alles ist vorhanden: Strafrecht, Strafprozessrecht, Sprengstoffgesetz, Hooligan-Konkordat. Der ganze Werkzeugkasten liegt auf dem Tisch», sagte Keller-Sutter im Interview. «Nun braucht es den Mut, diese Instrumente auch einzusetzen.»

JAHRESRUECKBLICK 2014 – MAI – ZUM JAHRESRUECKBLICK 2014 FINDEN SIE WEITERE BILDER UND THEMEN AUF DEM NEWS-PORTAL VON KEYSTONE - Basler Hooligans, rechts, provozieren die Aarauer Hooligans nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel am Donnerstag, 15. Mai 2014, im Stadion Bruegglifeld in Aarau. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Basler und Aarauer Hooligans gehen nach dem Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel aufeinander los. Bild: KEYSTONE

Handeln müssten die Kantone mit ihren Polizeikorps und Staatsanwaltschaften, sagte die Magistratin. In der Pflicht seien zum Teil auch die Städte, wo diese die Träger der Polizeihoheit seien.

Einen der Hauptgründe für die Missstände ortet die Justizministerin in der Gewaltbereitschaft der Hooliganszene: «Wer gegen sie vorgeht, wird massiv bedroht und eingeschüchtert. Ich habe das hautnah erlebt.» Zudem seien die Verbandelung und die Abhängigkeiten zwischen Klubs und Fans gross. «Es gibt eine grosse Nähe zwischen wirtschaftlichen Interessen, Sport, Kultur und Politik. Das erschwert das Durchgreifen sehr.»

«Wer gegen sie vorgeht, wird massiv bedroht und eingeschüchtert. Ich habe das hautnah erlebt.»

Karin Keller-Sutter

Sportministerin Viola Amherd (CVP) hatte sich jüngst ähnlich geäussert. Die Bundesrätin vereinbarte Anfang Juli mit Vertreten des Fussballs, die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden zu verbessern und Massnahmen wie etwa Stadionverbote konsequenter umzusetzen.

Derweil kommt es weiter zu Gewalttaten. Für Aufsehen sorgte ein Fall in Zürich nach dem Fussballspiel des FC Zürich gegen den FC St. Gallen. Ein 16-jähriger FCZ-Anhänger hatte letzte Woche am Mittwoch einen 40-jährigen Mann vor den Augen seiner Kinder mit der Faust niedergeschlagen und schwer verletzt, als dieser in einen Bus einsteigen wollte. Die Hintergründe sind unklar. Medien zitierten Augenzeugen, wonach es um einen Platz im Bus gegangen sein soll. Der FC Zürich verurteilte die Attacke in einer Stellungnahme. (sda)

Hooligans gegen Salafisten

Hooligan-Gewalt in Basel

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    Alle Leser-Kommentare
  • Grabeskaelte 22.08.2019 10:32
    Highlight Highlight Ich frage mich wirklich was dagegen spricht, einige Teams der Polizei nahe der Kurven zu platzieren und bei drohender Gewalt oder dem zünden von Pyros kurz mit dem Trupp in die Masse zu stechen, den Täter rausziehen und ab damit. An Demos können sies schliesslich auch...
    • hans gwüsst 22.08.2019 11:01
      Highlight Highlight Dagegen spricht, dass Pyros im allgemeinen nicht ein Gewaltproblem darstellen.
    • CityGuido 22.08.2019 11:13
      Highlight Highlight weil Fussballstadien Privatareale sind, in denen die Polizei - ohne akut bestehende Gefahr - nicht eingreifen darf. Dies ist aus rechtsstaatlicher Sicht auch korrekt.
    • Grabeskaelte 22.08.2019 13:03
      Highlight Highlight Pyros stellen trotzdem eine Gefahr für unbeteilgte dar, speziell wenn sie geworfen werden.

      Das Fussballstadien Privatareale sind ist mir klar. Wenn es den Clubs allerdings so wichtig wäre verbotene Gegenstände wirklich zu verbieten, wie sie immer daherreden, würden sie auch eine direkte Zusammenarbeit mit der Polizei innerhalb des Stadions in Betracht ziehen. Das sie es offensichtlich nicht in wirksamer Weise tun zeigt imho nur, dass gar kein Interesse an einer Verbesserung besteht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Markus97 22.08.2019 09:52
    Highlight Highlight Der Vorfall vor einigen Wochen bei dem die Polizei den Spielern von GC empfohlen hat die Trikots abzugeben zeigt wer das sagen in den Stadions hat. Ich bin eigentlich immer fürs diplomatische/ entgegenkommende Lösungen, wenn möglich. Doch hier hat der Staat die Kontrolle verloren. Solche Vorfälle können auch ruhig mal Massenverhaftungen und Geisterspiele für mindestens ein Jahr nach sich ziehen. Bis die öffentliche Sicherheit widerhergestellt ist.
    • Max Dick 22.08.2019 10:25
      Highlight Highlight Markus97. Sollte der Staat nicht auch noch gegen Fake-News-Verbreiter vorgehen? Dann würde ich mich aber verstecken an Ihrer Stelle.
    • Markus97 22.08.2019 23:09
      Highlight Highlight Ach und was stimmt nicht?
  • circumspectat animo 22.08.2019 09:38
    Highlight Highlight Mehr Gewallt gegen Gewallt ?

    Was ist denn, Liebe Frau Karin-Keller Sutter wenn die Werkzeuge die auf dem Tisch liegen einfach nicht passen ? Was Sie immer noch nicht begriffen haben ist das Druck und Gewallt Gegendruck und Gegengewalt erzeugt. Der einzige Weg ist Kommunikation und Sozialarbeit mit dem Wissen das die Gewallt nie ganz aus dem Fussball verschwinden wird. Denn Gewallt ist ein Teil unserer Gesellschaft.
  • super_silv 22.08.2019 09:15
    Highlight Highlight Naja als sie in SG tätig war, war in Rappi mehr Zunder drin als Vorher und jetzt hat es sich ganzheitlich beruhigt. Dazumals waren an einem Dienstag mit 20 Bielerfans bis zu 3 Kastenwagen im Einsatz.

    So kann man die Kosten auch künstlich nach oben bringen.
  • Max Dick 22.08.2019 08:30
    Highlight Highlight Im NZZ Interview sagte sie, dass sie die Situation in SG im Griff hatte dank ihrem konsequenten Anwenden der möglichen Gesetze. Schade nur, dass es in SG in ihrer Amtszeit und umgehend danach viel die gröberen Ausschreitungen gab als je zuvor. Die Bilder der zerstörten Toiletten nach FCB- und YB Besuchen lassen grüssen. Und seit KKS' grossartige harte Linie in SG wieder zurückgefahren worden ist, weil neue, intelligentere Verantwortliche gesehen haben, wie kontraproduktiv es wirkt, ist es dort friedlicher denn je.
    • circumspectat animo 22.08.2019 09:35
      Highlight Highlight Es wird sogar viel weniger Pyrotechnik gezündet.
    • hans gwüsst 22.08.2019 11:02
      Highlight Highlight Was war mit den FCZ Ausschreitungen letzten Herbst? Wohl die grössten ihrer Art in SG.
  • Ich_bin_ich 22.08.2019 08:24
    Highlight Highlight Vielleicht ist auch der Werkzeugkasten, also der auf dem Tisch, doch nicht mit den richtigen Werkzeugen gefüllt.
  • Der_Infant 22.08.2019 08:19
    Highlight Highlight Ohjeee ist KKS wieder bei ihrem Lieblings Thema angekommen...

    Schön das Land, welches keine andere Probleme als Fussballfans kennt.
    • MarGo 22.08.2019 08:37
      Highlight Highlight Warum so runterspielen? Ich finde es ist höchste Zeit, um da richtig durchzugreifen!
    • Stambuoch 22.08.2019 08:58
      Highlight Highlight MarGo

      Na dann erzählen Sie uns einmal, wie Sie sich "richtig durchzugreifen" vorstellen?

      Ich finde es rechtsstaatlich höchst bedenklich, wie schnell man in SG nur mittels Aussagen von zwei Security-Dudes sofort festgenommen und schnellverurteilt wird...und es einen richtigen Kraft braucht, sich da wieder rauszubekommen. Stichwort: Verweigerte Einsicht ins kameramaterial, welches den Verurteilten klkar entlastet etc.

      Ich finde es bedenklich, wie man mittels Teilaushebelung von Rechtsprinzipien versuchte sich zu profilieren. Eines Rechtsstaates unwürdig.
    • M. Bakunin 22.08.2019 09:16
      Highlight Highlight @MarGo Sie kennen Fussball gewählt wahrscheinlich nur aus den Medien. So wie praktisch alle die glauben es sei ein grosses Problem. Ja gewählt gibt es in unserer Gesellschaft, aber die gibt es überall. An einem durchschnittlichen Wochenende passiert in der Schweiz mehr Gewalttazen im Ausgang als im ganzen Jahr in Verbindung mit Fussball.
      KKS ist eine reine Law & Order Politikerin, nur dort kann sie sich profilieren. Aber im Fussball hat es nachweislich nicht funktioniert
    Weitere Antworten anzeigen
  • GraveDigger 22.08.2019 08:11
    Highlight Highlight Es braucht mehr Mut im Kampf gegen korrupte Politiker und Staatsanwälte.
  • Freethinker 22.08.2019 08:01
    Highlight Highlight Es ist lächerlich, wie mit dem Hooliganproblem umgegangen wird. Kein Wunder denken diese Leute, dass sie über dem Gesetz stehen. Weiter bräuchte die Polizei in solchen Fällen erweiterte Befugnisse. Wenn man ständig Angst haben muss, selber bestraft zu werden, ist es schwierig, konsequent durchzugreifen. In diesem Fall heisst das, dass z.B. ein Armbruch in Kauf genommen werden darf, wenn nötig. Obwohl ich gegen Gewalt bin, in diesem Fall gibt es für mich keine andere Option, wenn eine Situation eskaliert...
    • CityGuido 22.08.2019 11:18
      Highlight Highlight Dann wandern Sie bitte nach Russland aus. Wenn Sie übertriebene Polizeigewalt bei Fussballfans gutheissen, sollte diese auch für Demonstranten, Autofahrer, Ladendiebe, etc. gelten. Falls Sie den Rechtsstaat nicht anerkennen, verlassen Sie bitte umgehend das Land.
    • Freethinker 23.08.2019 12:27
      Highlight Highlight Wenn ein Polizist mit einer Stange oder einer Flasche angegriffen wird, dann muss man mit Gewalt antworten dürfen, ohne dass man selber eine Aufsichtsbeschwerde befürchten muss. Gewalt heisst für mich aber, dass man die Person möglichst so handlungsunfähig macht, dass es keine bleibenden Schäden gibt. Als Polizist würde ich mich sonst auch lieber so fest wie möglich zurückhalten... dann trifft es aber andere, z.B. Familienväter an Bushaltestellen, die eigentlich nichts damit zu tun haben... -.-
  • michirueegger 22.08.2019 07:52
    Highlight Highlight Der Fussball sollte die Kosten die er verursacht selbst tragen müssen. Solange die Allgemeinheit subventioniert passiert nichts. Den Clubs Rechnungen stellen und gut ist.
  • Gleiser 22.08.2019 07:48
    Highlight Highlight In Zürich ist an diesem Abend übrigens noch etwas Anderes passiert. Polizisten kesselten die Auswärtsfans des FC St. Gallen ein, dieser Einsatz kostete wohl um die 150'000 Franken und war wohl auch einer der Gründe, wieso der 16-Jährige Schläger nicht sofort gefasst werden konnte. Hier nachzulesen: https://www.saiten.ch/mit-kameras-auf-spatzen-schiessen/
    • Gleiser 22.08.2019 12:19
      Highlight Highlight Finde übrigens, dass Watson hier einen eigenen Artikel produzieren sollte, ein solches Verhalten der Polizei finde ich absolut inakzeptabel.
  • DocShi 22.08.2019 07:44
    Highlight Highlight «Es braucht mehr Mut im Kampf gegen Hooligans»

    So ein.....
    Die Behörden sollten einfach ihre Arbeit machen.
    So wie bisher kommt es ja einer Einladung zur Gewalt gleich. Die wenigsten werden bestraft!
    • MarGo 22.08.2019 08:18
      Highlight Highlight Das meint sie doch genau damit... :/
    • Kyle C. 22.08.2019 08:34
      Highlight Highlight Text gelesen, DocShi???
    • Heinzbond 22.08.2019 08:41
      Highlight Highlight Vor allem Dingen sollten die Vereine wirklich alle Kosten tragen, Polizei Einsatz, Personen und sachachschäden, dann wäre nach spätestens einer Saison Ruhe mit hooligans, und echte Fans könnten wieder ohne Randale ihrem Verein und ihren idolen folgen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pascal L. 22.08.2019 07:24
    Highlight Highlight Ich bin selber Vater und genau darum schaue ich mir kein Fussball mehr an. Das sind keine Fans.
  • wasps 22.08.2019 07:14
    Highlight Highlight Wo sie Recht, hat sie Recht. Knallhart durchgreifen. Knast und soziale Ächtung.

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