Gesellschaft & Politik
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Selbstmord-Anschlag in Nigeria

Vigilante barricade the road following an explosion at a market in Maiduguri, Nigeria, Monday, Dec. 1, 2014, with twin blasts exploding at a crowded market in Maiduguri city and explosions and gunshots erupting in Damaturu. Trader Bala Dauda said victims were missing limbs and dripping blood at the Maiduguri market, the same one where two female suicide bombers killed scores of people a week ago. (AP Photo/Jossy Ola)

Der Marktplatz von  Maiduguri, auf dem sich die Explosion ereignete. Das Bild stammt von einem Zwischenfall vergangenen Dezember.  Bild: Jossy Ola/AP/KEYSTONE

Kind reisst mit Sprengstoff-Gürtel 18 Menschen mit in den Tod



Ein Mädchen hat am Samstag im Nordosten Nigerias bei einem Sprengstoffanschlag mindestens 18 Menschen mit in den Tod gerissen. 18 weitere Menschen seien bei dem Anschlag auf einem Markt in Maiduguri verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Ein Mitglied einer örtlichen Bürgerwehr bezweifelte jedoch, dass die etwa Zehnjährige wusste, dass sie einen Sprengstoffgürtel trug.

Die Bombe in Maiduguri im Bundesstaat Borno sei am Mittag detoniert, als das Mädchen am Zugang zu dem geschäftigen Markt durchsucht wurde, sagte Ashiru Mustapha, Mitglied der örtlichen Bürgerwehr, zur Nachrichtenagentur AFP. «Ich bezweifle stark, dass sie wirklich wusste, was an ihrem Körper befestigt war.»

Ein Metalldetektor habe angeschlagen, als das Mädchen durchsucht wurde, sagte Mustapha. Ein Augenzeuge berichtete, zwei Mitglieder der Bürgerwehr, die das Mädchen durchsuchten, seien unter den Toten. Er gehe davon aus, dass die Bombe aus der Entfernung gezündet wurde.

Auf demselben Markt waren erst Ende November und Anfang Dezember bei Selbstmordanschlägen von zwei Frauen mehr als 55 Menschen getötet worden.

Handschrift von Boko Haram 

Zum Anschlag bekannte sich zunächst niemand, doch setzt die radikal-islamische Rebellengruppe Boko Haram seit dem Sommer immer wieder Frauen und Mädchen als Selbstmordattentäterinnen ein. Die Extremisten kämpfen seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias.

Bei Anschlägen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Kirchen und Schulen sowie die Zivilbevölkerung töteten Boko-Haram-Kämpfer seit 2009 mehr als 10'000 Menschen. Zuletzt zerstörte die Gruppe bei einer Offensive im Bundesstaat Borno 16 Ortschaften. Dabei soll es zahlreiche Tote gegeben haben. Im Gebiet setzte eine Massenflucht ein.

Anschläge in Yobe

Auch in der Stadt Potiskum im benachbarten Bundesstaat Yobe verübten die Islamisten bereits mehrere Anschläge. Am Samstag wurde dort bei der Explosion einer Autobombe mindestens ein Polizist getötet. Auch der Fahrer des Fahrzeugs kam ums Leben.

Einen Angriff von Boko-Haram-Kämpfern auf die Yobes Hauptstadt Damaturu wehrten die nigerianischen Streitkräfte nach eigenen Angaben ab. Bei den Kämpfen am Freitag seien fünf Soldaten schwer verletzt worden.

Wie viele Tote und Verletzte es möglicherweise in der Zivilbevölkerung oder unter den Angreifern gab, war nicht bekannt. Soldaten stellten Sprengstoff und auch Panzerfäuste sicher, wie das Militär mitteilte.

Die USA äusserten sich besorgt angesichts der jüngsten Anschlagsserie in Nigeria. «Die Vereinigten Staaten verurteilen die Eskalation der von Boko Haram ausgeübten Gewalt gegen Zivilisten», erklärte das US-Aussenministerium am Freitagabend (Ortszeit). Nigeria dürfe nicht zulassen, dass die Gewaltwelle die für Mitte Februar geplante Präsidentschaftswahl behindere. (sda/afp/dpa)

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