De Ohrfiige na
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

De Ohrfiige na

Wetten, dass Fliesenlegen ein packendes Spielkonzept sein kann? (Echt jetzt!)

Bild: Tom Felber

Es geht spielerisch auch ohne Monster, Händler, Baumeister und Seefahrer: Im Spiel «Azul» werden mit bunten Keramik-Kacheln einfach nur die Wände von Palästen verziert.  



Wir spielen heute:
«Azul»

Taktisches Legespiel von Michael Kiesling für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren. Spieldauer: 30 bis 45 Minuten. Verlag: Next Move/Pegasus, Preis: etwa 60 Franken. 

Thema:

Wir sollen die Wände des Palastes des portugiesischen Königs Manuel I. in Evora mit prachtvollen Keramikfliesen verzieren. 

Azul Spielbretter

Bild: Next Move

Was macht man?

Eine Auslage mit bunten Fliesen bestücken. Fliesen wählen und ins eigene Tableau einbauen. Punkte werten.  

Besondere Features:

Wunderschöne Kachel-Steine, die uns ein stilvolles haptisches Erlebnis bescheren. 

Geeignet für:

Alle, die gerne einfache, taktische Legespiele mit einer gesunden Portion Glück mögen.

Wir haben es für euch gespielt!

An der letztjährigen Spielmesse in Essen war dieses Spiel eine der meistbeachteten Neuheiten. Nach dem Weihnachtsgeschäft war es lange ausverkauft. Im Februar hat es in Cannes den wichtigsten französischen Spielepreis «As d'or» abgeräumt.

Seit Mitte März ist nun die zweite Auflage mit neuem Logo erhältlich. Denn inzwischen hat die kanadische Firma Plan B-Spiele den deutschen Verlag eggert-Spiele gekauft und mit Next Move einen neuen Brand für abstrakte Spiele kreiert.  

Azul, Spielende Leute

In der Mitte gibt es Kacheln zu holen, die im eigenen Tableau möglichst punkteträchtig verwertet werden sollen.  Bild: Tom Felber

Dass «Azul» ein gutes Spiel ist, merkt man schon allein daran, dass sich praktisch nie jemand nach der ersten Partie negativ darüber äussert, mit wem man es auch immer spielt. Das mag einerseits am edlen Spielmaterial liegen, das stimulierend zwischen den Fingern klackt und einfach gut anzufassen ist.

Würde es sich bei den zu verbauenden Fliesen nur um herkömmliche Kartonplättchen handeln, wären sicher nicht alle Spieler derart beeindruckt.

Andererseits hat der deutsche Spieleerfinder Michael Kiesling, der als Co-Autor mit Wolfgang Kramer auch schon zweimal das «Spiel des Jahres» gewonnen hat (für «Tikal» und «Torres»), einfach auch ein gutes Gefühl für eingängige, einfache, aber interessante Spielsysteme. Das hat er schon mit unzähligen anderen Titeln wie «Verflixxt!», «Die Paläste von Carrara» oder «Abluxxen» bewiesen. 

Der Name «Azul» ist von den ursprünglich weiss-blauen Keramikfliesen «Azulejos» abgeleitet, die man überall in Portugal in Gebäuden findet. Sie stammen aber ursprünglich eigentlich von den Mauren und eignen sich natürlich nur schon rein optisch hervorragend, um mit ihren Anordnungen zu experimentieren und ein bisschen herumzupuzzeln.

Im Spiel gibt es die Kacheln in fünf Farben. Immer vier zufällig gezogene Kacheln liegen zu Beginn einer Partie zusammen auf runden «Manufakturplättchen» bereit. Wer an der Reihe ist, muss entweder alle Fliesen einer Farbe von einem Manufakturplättchen nehmen und die übrigen in die Tischmitte schieben. Oder er muss alle Fliesen einer Farbe aus der Tischmitte nehmen.

Genommene Fliesen werden auf dem eigenen Spielertableau sogenannten «Musterreihen» zugewiesen. Sobald die Auslage auf dem Tisch leer ist, werden einzelne Kacheln von vollständigen «Musterreihen» auf den Tableaus definitiv in ein schachbrettartiges Feld verschoben. Dort zählen sie Punkte, je nachdem, wie viele Steine zu ihnen benachbart sind.

Azul

Bild: Pegasus Spiele

Beim Legen gibt es farbliche Einschränkungen. Mit den falschen Farben kann man auch kräftig Minuspunkte einsammeln. Die Auslage in der Mitte wird jeweils mit neuen Fliesen wieder aufgefüllt. Sobald ein Spieler auf seinem Tableau eine vollständige waagrechte Fliesenreihe hat, endet das Spiel und es kommt noch zu einer Schlusswertung mit Bonuspunkten. 

Der Spielmechanismus ist zwar nicht ganz so einfach und intuitiv, wie vom Spiel euphorisierte Fans behaupten, sondern kann mit seinen Zwischenschritten, Einschränkungen und der nicht ganz offensichtlichen Punktewertung doch auch als etwas umständlich und konstruiert empfunden werden.

Spätestens nach der zweiten Partie haben aber alle das Prinzip verstanden und auch begriffen, dass man nicht einfach kopflos drauflos spielen kann.

«Azul» hat einen nicht zu unterschätzenden taktischen Anspruch. Man kann Gegnern gezielt Kacheln vor der Nase wegschnappen, oder ihnen nur noch Beute überlassen, die saftige Minuspunkte einbringt. Kaum einem Menschen wäre wohl als Dreijähriger beim Brei essen mit dem Ausblick auf seine Zukunftsperspektiven je in den Sinn gekommen, dass er sich eines Tages mit dem Verzieren von Wänden mit Keramikkacheln spielerisch derart vergnügen könnte. 

Azul Packshot

Bild: Next Move

«Azul» überzeugt als Familienspiel ohne Einschränkungen durch den grossen Wiederspielreiz, die spezielle Optik, die schöne Haptik und die gute Mischung von Taktik und Glück. Geübtere Spieler schaffen eine Partie locker in einer halben Stunde.  

Geht «Azul» auch zu zweit?

Ja, sogar hervorragend, und da es ein abstraktes Spiel ist, auch ohne grosse Einbussen beim Spielspass. 

Tom Felber ist ...

... der Vorsitzende der internationalen Kritiker-Jury «Spiel des Jahres» und veröffentlicht seit 1985 Spiele-Rezensionen in verschiedenen Medien. Er stellt hier für uns regelmässig neue Brett- und Kartenspiele vor. 

Bild

bild: zvg

Mehr Spiele-Tipps findest du hier:

16 Brett- und Kartenspiele, über die sich nicht nur Kinder an Weihnachten freuen

Link zum Artikel

«Ethnos» ist gaaanz anders als es aussieht, nämlich ein Familienspiel, ehrlich! 

Link zum Artikel

Istanbul ist auch ein Würfelspiel – aber nur für Kenner!

Link zum Artikel

Wir spielen heute «Noria» – ein schwieriges Brettspiel für Tüftler und Grübler

Link zum Artikel

Diese «Escape Room»-Version können nur Mathe-Genies lösen (wir sind keine)

Link zum Artikel

Ist, wo Fitzek draufsteht, auch Fitzek drin? Wir spielen uns durch ein Buch

Link zum Artikel

Das ist das «Spiel des Jahres» 2017! Und so spielt es sich

Link zum Artikel

«Glupschgeister» – ein Spiel, das Menschen mit Wurstfingern zur Verzweiflung treibt

Link zum Artikel

Was passiert eigentlich, wenn Pinguine die Schule schwänzen? 

Link zum Artikel

Jetzt heisst es stark sein: In diesem Spiel verlierst du gegen Kinder

Link zum Artikel

Vergiss das normale «Schiffe versenken»: Bei dieser Version kommst du ins Schwitzen!

Link zum Artikel

Der Escape-Room für zuhause: «Gefangen im Eis, weil wir Deppen zu langsam waren»

Link zum Artikel

Wir spielen «Räuber der Nordsee» – ein Machtspiel für alle, die mal Wikinger sein wollen!

Link zum Artikel

Jetzt gibt's eins auf den Helm: Wir spielen «Arena for the Gods!»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sveitsi 01.04.2018 23:30
    Highlight Highlight Danke für den Spielbericht!
    Ich wollte es bereits um Weihnachten herum kaufen und verschenken, doch es war bereits vergriffen.
    Umso mehr wurde ich nun darin bestärkt, einen neuen Kaufversuch zu machen. :-)
  • irgendwie so: 01.04.2018 23:07
    Highlight Highlight Ja, das Spiel macht einfach Freude.

Wenn Frauen über Autoren schreiben, wie sonst nur Männer über Autorinnen schreiben

Alles fing damit an, dass sich eine Journalistin über eine Rezension im «Tages-Anzeiger» aufregte. Darin schrieb ein älterer Mann über das Buch einer sehr jungen Frau. Vor allem aber schrieb er darüber, wie er das Aussehen besagter sehr junger Frau auf dem Foto im «New Yorker» empfand. Sie sehe darauf aus «wie ein aufgeschrecktes Reh mit sinnlichen Lippen».

Die Frau heisst Sally Rooney – sie ist 28 Jahre alt und eine mit Literatur-Preisen überhäufte Bestseller-Autorin aus Irland.

Aber anstatt in …

Artikel lesen
Link zum Artikel