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Heinz Günthardt und Stefan Bürer 2014 beim Davis Cup in Genf.
Heinz Günthardt und Stefan Bürer 2014 beim Davis Cup in Genf.bild: SRF/Freshfocus/Valeriano Di Domenico
Kommentar

Ein Dankeschön an das Duo, welches diese wunderbare Schweizer Tennis-Ära geprägt hat

13.09.2021, 14:2413.09.2021, 14:58

In der Nacht auf heute um 1 Uhr war es so weit. Das Tennis-TV-Duo Stefan Bürer und Heinz Günthardt hatte soeben den Dreisatz-Sieg von Daniil Medwedew gegen Novak Djokovic kommentiert. Es war ihr letzter Auftritt als Kommentatoren-Duo beim SRF und so richteten die beiden ihre Abschiedsworte an die Zuschauer.

Seit 1995 waren Bürer/Günthardt zusammen am Mikrofon. All die schönen Tennis-Momente, die wir in den letzten 26 Jahren erleben durften – sie sind in unseren Erinnerungen an ihre Stimmen geknüpft.

Die beiden haben uns bei unzähligen Grand-Slam-Titeln von Martina Hingis, Roger Federer und Stan Wawrinka begleitet. Sie fanden dabei stets die richtige Balance aus Emotionalität und Sachlichkeit. Sie sorgten beim «füdliblutten Wahnsinn» von Roger Federer gegen Rafael Nadal 2017 für Gänsehaut, fanden aber auch bei bitteren Niederlagen stets die richtigen Worte.

Und das Wichtigste: Sie hatten, obwohl sie natürlich parteiisch sein sollten und auch waren, stets den nötigen Respekt für die Gegner und würdigten deren Leistungen.

Dass man Bürer/Günthardt im selben Atemzug nennt, zeugt von ihrer grössten Qualität. Sie hatten sich perfekt aufeinander abgestimmt oder wie sie es selbst ausdrückten: Sie spielten einander am Mikrofon die Bälle zu. Dass sie Freunde fürs Leben wurden, das spürte auch der Zuschauer zu Hause vor dem Bildschirm und es machte es deshalb umso angenehmer, ihnen zuzuhören.

Bürer und Günthardt in Wimbledon.
Bürer und Günthardt in Wimbledon.bild: SF/Hiromasa Mano (EQ Images)

Es war ein Genuss, wenn Günthardt Anekdoten aus seiner Spielerkarriere erzählte, es war stets unterhaltsam, wenn sich die beiden – wie auch gestern – duellierten, wer mehr Prominenz im Stadion erkennt.

Bürer und Günthardt waren nicht nur äusserst fachkompetent, sie steckten damit auch die TV-Zuschauer an. Das heisst, dass sie den Zuschauern zutrauten, ebenfalls etwas von Tennis zu verstehen. Und so musste das Duo nicht Mal für Mal erklären, was jetzt genau «Crosscourt» oder «Slice» bedeutet.

Und auch wenn es mal zehn oder mehr Stunden am Stück waren: Nie bekam der Zuschauer das Gefühl, dass sich da eine Müdigkeit breit macht. Zu sehr haben sich die beiden gegenseitig gepusht. Zu gross ist die Leidenschaft für den Sport, die stets zu spüren war. Während Kommentatoren die Sportfans oft in zwei Lager spalten, war man sich bei Bürer/Günthardt immer einig: Diese beiden finden einfach alle super.

Ich dachte immer, für mich endet eine Ära, wenn Roger Federer mal zurücktritt. Diese wunderbare Schweizer Tennis-Ära, die wir die letzten Jahrzehnte erleben durften, endete aber tatsächlich gestern mit der Dernière dieses wunderbaren Duos.

Danke Stefan Bürer. Danke Heinz Günthardt.

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