DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Illegale Deportation»: So hält Marokko Migranten von der Überfahrt nach Europa ab

12.08.2018, 02:4712.08.2018, 10:08

Marokkanische Sicherheitskräfte haben in den vergangenen Tagen hunderte Migranten nahe der Mittelmeerküste aufgegriffen und in den Süden des Landes gebracht. Offenbar sollten sie dadurch von der Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa abgehalten werden.

Ein Behördenvertreter in der Hafenstadt Tanger sprach am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem «Einsatz im Rahmen des Kampfes gegen illegale Migration». Rund 1600 bis 1800 Migranten seien in Orte gebracht worden, «in denen bessere Lebensbedingungen herrschen».

Menschenrechtler verurteilen das Vorgehen gegen die Flüchtlinge scharf. 
Menschenrechtler verurteilen das Vorgehen gegen die Flüchtlinge scharf. Bild: AP/AP

Marokkanische Menschenrechtler sprachen hingegen von illegalen Deportationen. Migranten würden seit Dienstag in Bussen von Nador und Tanger in die Stadt Tiznit nahe Agadir gebracht, sagte Omar Naji von der Marokkanischen Menschenrechtsvereinigung (AMDH) in Nador. Auch am Samstag sei diese Praxis fortgesetzt worden.

Flüchtlingskrise zeigt sich an den Kanalufern von Paris

Video: srf

Die Migranten würden in ihren Camps im Norden Marokkos aufgegriffen und dann über hunderte Kilometer nach Süden verfrachtet, sagte Naji. Dies geschehe ohne Rechtsgrundlage. Naji machte neben den marokkanischen Behörden auch Spanien und die EU für das Vorgehen verantwortlich.

Immer mehr Migranten, vor allem aus afrikanischen Ländern, machen sich von Marokko aus auf den Weg über das Mittelmeer nach Europa. Sie versuchen nach Spanien zu gelangen, seit Italien sich weigert, Flüchtlinge aufzunehmen. Seit Jahresbeginn kamen mehr als 23'000 Migranten über das Mittelmeer nach Spanien.

Spanien will in Verhandlungen mit Marokko erreichen, dass das Land die Flüchtlinge an der Ausreise hindert. (sda/afp)

Immer weniger Ausländer kommen in die Schweiz

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum sich Boris Johnson und Emmanuel Macron Fische um die Ohren hauen

Zwischen Grossbritannien und Frankreich tobt ein absurder Fischereikrieg.

Im kleinen gallischen Dorf von Asterix und Obelix hauen sich die Bewohner immer mal wieder die nicht mehr ganz frischen Fische des Fischhändlers Verleihnix um die Ohren und sorgen so für Erheiterung.

Auch die beiden Staatschefs des Vereinigten Königreichs und Frankreich sind in Sachen Fischereirechte aneinander geraten. Boris Johnson und Emmanuel Macron beschimpfen sich über den Ärmelkanal hinweg aufs Übelste. Und es ist alles andere als lustig. «Das Gekeife und die Rivalität zwischen …

Artikel lesen
Link zum Artikel