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Taub geschossen, zum Wrack geprügelt – wie Schweizer Soldaten früher gequält wurden

Die «Steinigung» eines Tessiner Rekruten schlägt hohe Wellen. Richtig ruppig ging es in der Armee schon vor langer Zeit zu und her, wie sechs Beispiele zeigen. 



Mit Steinen und Marroni bewarfen Soldaten einen Rekruten in Emmen – auf Befehl des Vorgesetzten! Das Video sorgt diese Woche schweizweit für Aufsehen: 

In der Geschichte des Schweizer Militärs hat es immer wieder Gewaltexzesse gegeben. Der Militärhistoriker Rudolf Jaun hat in seinem Buch «Preussen vor Augen» die Verfehlungen von Schweizer Armeeoffizieren vor dem 1. Weltkrieg unter die Lupe genommen.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie Militärkader Soldaten quälten und schikanierten: 

Mit dem Säbel verprügelt

Der Fall Andreazzi sorgte im Sommer 1881 auf dem Waffenplatz Chur für Aufregung. 

Eines Abends kommt ein Infanterierekrut in eine Churer Apotheke und verlangt verschiedene Giftsorten, um sich das Leben zu nehmen, da er die Misshandlungen seitens eines Instruktionsoffizieres nicht mehr aushalten könne. Faustschläge brachten ihn zur Verzweiflung: «Wir werden Esel und Kamel genannt, obwohl wir uns keines Vergehens schuldig gemacht haben. Eine Solche Behandlung könne er nicht länger ertragen».

Als Täter wurde der Instruktor Andreazzi vermutet. Ihm wurde vorgeworfen, Faustschläge zu verteilen, so dass geschlagene Rekruten von Krankenwärtern behandelt werden mussten oder in Tränen ausbrachen. Andere erhielten Säbelstreiche oder wurden an den Ohren gerissen. 

Taub geschossen

Ein Hauptmann quälte 1917 seine Rekruten mit Gewehrschüssen, wie aus einer undatierten Zeitungsmeldung hervorgeht. 

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«Um seine Leute an den Schiesslärm zu gewöhnen, liess der Hauptmann Gewehrschüsse in nächster Nähe der Leute abfeuern, wobei zwei von ihnen Trommelfellrisse erlitten und zum Teil schwerhörig blieben.»

Wegen den Verfehlungen wurde der Hauptmann zu acht Tagen Gefängnis verurteilt, die er im Fort St. Maurice absitzen musste. 

In die Schulter geballert

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Oberst Karl Egli.  bild: Schweizerisches bundesarchiv

Fälle von Soldatenmisshandlungen blieben auch Anfang des 20. Jahrhunderts nicht ungesühnt. So auch im Fall von Hauptmann Egli, der sich einen Namen als «Meister des Erziehungs- und Strafexerzierens» machte. 

«Egli wandte aber auch Mätzchen aus der Trickkiste der alten Drillmeister an und feuerte zur Belehrung und zum Schrecken der Wehrmänner, die eine ungesicherte Waffe auf sich trugen, dieselbe unbemerkt ab. Im September 1902 ereignete sich deshalb ein Schiessunfall. Ein Wehrmann wurde in der Achselhöhle getroffen, als er das Gewehr an seine Seite ziehen wollte.»

Nach dem Vorfall wurde Eglis Entlassung gefordert. Der Bundesrat verdonnerte ihn darauf zu 20 Tagen Arrest und degradierte ihn an die Zentralschule in Thun. 

Schläge mit der Reitpeitsche

ARCHIVE --- ZUR SCHWEIZ IM ERSTEN WELTKRIEG, DER VOR 100 JAHREN, IM SOMMER 1914, AUSGEBROCHEN IST, STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Ein Kavallerie-Schwadron der Schweizer Armee waehrend des Ersten Weltkrieges bei einer Uebung im Gelaende. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Ein Kavallerie-Schwadron der Schweizer Armee 1914.  Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Im August 1897 sorgte ein bizarrer Fall in der Zürcher Kavallerie-Rekrutenschule für Schlagzeilen: 

«Von glaubwürdiger Seite wird uns mitgeteilt, dass 18 Mann von einem Lieutenant zur Strafe gezwungen worden seien, in der Reitbahn auf allen Vieren zu galoppieren und Trab und Schritt zu laufen; ferner habe der Herr sie neben ihren Pferden über Hindernisse springen lassen. Als ‹Aufmunterungsmittel› diente ihm die Reitpeitsche.»

Wie die «Zürcher Post» berichtete, wurde darauf gegen Leutnant H. eine Untersuchung eingeleitet. 

Terror von Major Gertsch

Blossstellen und Bestrafen: Major Gertsch terrorisierte seine Truppe 1895 regelrecht. 

Wenn er Arrest diktieren wollte, so liess er den betreffenden Mann vor die Front führen und grinste denselben von seinem Pferd höhnisch & spöttisch an. Besonderen Wert wurde auf das Grüssen und Defilieren gelegt. Der Gruss hatte 20 Schritte vor dem Vorgesetzten zu beginnen und war noch sieben Schritte nach dem Passieren aufrechtzuerhalten. Der lange Erziehungsprozess von der «Furcht» zur «Hingabe» musste auch ausserhalb der Kaserne und zu allen Zeiten aufrechterhalten bleiben. Ebenso in den Restaurants, wo die Soldaten das Etablissement nach Vorgesetzten zu durchforschen und vor dem Höchstgradierten Stellung anzunehmen hatten. 

Misshandlungen von Leutnant Egloff

ARCHIVE --- ZUR SCHWEIZ IM ERSTEN WELTKRIEG, DER VOR 100 JAHREN, IM SOMMER 1914, AUSGEBROCHEN IST, STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- The command of a field artillery unit during the Swiss Army's deployment to the border near Courtemontruy in the Canton of Jura during World War I, undated image taken in the years of war between 1914 and 1918. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Das Kommando einer Feldartillerieabteilung bei der Grenzbesetzung der Schweizer Armee im Ersten Weltkrieg nahe der Ortschaft Courtemontruy im Kanton Jura, undatierte Aufnahme aus den Kriegsjahren zwischen 1914 und 1918. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Dem Kavallerieoberleutnant Egloff wurde 1882 keine Tätlichkeit, sondern «moralische Misshandlung der freien Wehrmänner einer glorreichen Republik» vorgeworfen. Die Misshandlungen wurden mit reichlich Pathos festgehalten: 

Egloff betrachtete die seiner Führung anvertrauten Guiden nicht etwa als schweizerische Wehrmänner und Söhne einer stolzen Republik, sondern als Horde ehr- und gefühlloser ägyptischer Beduinen, welchen der taktlose Offizier beim geringsten Anlass und an beliebiger Stätte die gröbsten Schimpfworte und Insulte an den Kopf warf, wie: «Saubündner», «dummes Kamel», «man sollte sie kastrieren». 

Quellen: Preussen vor Augen: Das schweizerische Offizierskorps im militärischen und gesellschaftlichen Wandel des Fin de siècle. 1999. Rudolf Jaun. 

Das «Steinigungs»-Video

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36
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • paule 19.10.2018 21:43
    Highlight Highlight Auch die Schweizer Armee hat nicht begriffen, dass die Führungskräfte etwa analog zu ihren Zivilen Positionen eingesetzt werden sollten. Es gilt immer noch, dass der obere auf dem unteren herumtreten soll und darf.
    Man könnte die Armee um einiges aufwerten, wenn der Kindergarten geschlossen würde und Erwachsene Soldaten das sagen hätten, die auch Zivil etwas zu sagen haben, wer keine Weiterbildung hat sollte auch in der Armee nicht weiter kommen.
    Wir waren meist von "Hilfsarbeitern" bevormundet behandelt worden weil schon bei uns die guten Leute fehlen. Paul 65 Jahre alt.
    13 10 Melden
    • maxi 20.10.2018 05:31
      Highlight Highlight ohne EFZ, kannst du heute keine HUOf schule oder einen Of lehrgang besuchen. hauptsache pauachal das kader als hilfsarbeiter denuziert
      13 12 Melden
  • Magnum44 19.10.2018 09:47
    Highlight Highlight Und damals wie auch heute liegt die Ursache auch in der fehlenden Aufklärung der Rekruten: von Anfang an wird klar gemacht, dass man seine (Grund)rechte am Kasernentor abgibt und auch reklamieren keinen Zweck hat, ja sogar weitere negative Konsequenzen nach sich zieht. Dies hat sich in der Inf RS 3/2 2013 genau so abgespielt und wurde - leider - auch von mir mangels besseren Wissens so hingenonmen.
    36 15 Melden
    • fuegy 19.10.2018 11:49
      Highlight Highlight Bei uns wurden Anfang RS/UO auch solche Dinge gesagt aber auch, dass das DR gelesen werden sollte. Darin wird klar darauf hingewiesen, Missstände schriftlich zu melden. Meiner Erfahrung nach haben die wenigsten das DR gelesen, auch wenn es oft langweilig war. Mithilfe des DR habe ich mich als Soldat/WM immer sehr gut wehren können gegen solche Auswüchse.
      Das Problem liegt nicht bei der Institution, sondern das einige Menschen nicht mit einer Machtposition umgehen können. Es gibt unzählige Fälle, egal ob Armee, Politik, Polizei, Familie u.s.w in welchen Menschen mit Macht nicht umgehen können.
      52 3 Melden
  • Schreimschrum 19.10.2018 09:16
    Highlight Highlight Und nein liebe SVP früher waren die Soldaten nicht härter und heute sind sie verweichlicht. Die Gesellschaft hat einfach eine niedrigere Toleranzgrenze und das ist auch gut so!
    51 20 Melden
  • SchweizAbschaffen 19.10.2018 09:05
    Highlight Highlight Und all das ... für nichts.

    Als der 2.Wk los ging, erhielt unsere Luftwaffe 1 Befehl:
    Am Boden bleiben! Grounding!
    Erst als gegen Kriegsende alliierte Bomber sich im CH Luftraum verirrten, stiegen unsere Messerschmitt auf, um diese abzuschiessen.
    7 59 Melden
    • supi 19.10.2018 12:12
      Highlight Highlight Das stimmt so nicht
      Zun Kriegsanfang hatte die SUI schlichtweg keine oder zuwenige Flugzeuge .. aber sie waren ja direkt auch nicht bedroht.
      1940 Während dem Frankreichfeldzug verteidigte die SUI den Pruntruter Zipfel und gewannen dort sogar den von Deutschland provozierten Luftkampf nach Anzahl Abschüsse.
      Aus politischen Gründen pfiff der Bundesrat dann die Armee zurück.
      Sobald die geographische Isolierung der SUI nicht mehr bestand ab 1944 schützte die SUI ihre Luftgrenze wieder gegen alle Kriegsparteien.
      37 3 Melden
    • Zauggovia 19.10.2018 16:29
      Highlight Highlight Mal ein Geschichtsbuch aufzuschlagen, wäre auch keine Zeitverschwendung
      30 0 Melden
  • coronado71 19.10.2018 08:52
    Highlight Highlight Auffällig ist, dass sich die Disziplinarstrafen sehr eng an die damalige Preussische Armee anlehnten. Diese war damals noch sehr stark in die "Linienkampfführung" verhaftet, wie zu Napoleons Zeiten - nichts mit Feuer & Bewegung. Gefragt war stures Vorwärtsmarschieren in Linien unter Feuer wie schon zu Zeiten Napoleons. Das änderte sich erst nach dem Kaisermanöver 1911 allmählich, nachdem ausländische Presse und Attachés die Preussische Kampfführung als "veraltet" bezeichneten.
    21 1 Melden
  • PopFromTheBarbershop 19.10.2018 08:00
    Highlight Highlight Na seht ihr, gibt ja gar kein gewaltproblem, das sind ja nur Traditionen. Hab heute morgen kurz eine 20 minuten durchgeblättert, anscheinend hat in Isone ein soldat auf befehl seinen Kameraden bewusstlos geschlagen.
    38 39 Melden
    • Noodlez 19.10.2018 09:54
      Highlight Highlight Phuu da bin ich froh! Wenn er wieder zu sich kommt wird er sicher stolz sein Teil der Tradition sein zu dürfen!
      30 3 Melden
  • Mr Magoo 19.10.2018 07:53
    Highlight Highlight Solche Taten sollten nicht rein innerhalb des Militärs behandelt werden, sondern auch Konsequenzen im zivilen Leben haben. Etwa beim aktuellen Fall, der gesamten Truppe eine Anzeige wegen Körperverletzung und Misshandlung geben. So lange das Militär beinahe eine "Rechtsfreihe" Welt ist, werden Personen das ausnützen.
    186 36 Melden
    • Magnum44 19.10.2018 09:34
      Highlight Highlight Im Militär herrscht nur im Rahmen des leichten Falles Rechtsfreiheit, Willkür und erschreckende Inkompetents. Darüber hinaus übernehmen die Profis der Militärjustiz.
      18 8 Melden
    • Roterriese 19.10.2018 10:17
      Highlight Highlight Der Tatbestand der Körperverletzung ist hier wohl nicht erfüllt, den Tatbestand "Misshandlung" gibt es nicht.
      9 17 Melden
    • michiOW 19.10.2018 10:31
      Highlight Highlight Straftaten im militär haben inzwischen auch Einträge im zivilen zur Folge.
      13 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Holzkopf 19.10.2018 07:51
    Highlight Highlight Anders als oft dargestellt, sind dies nicht NUR Verfehlungen von Einzelnen, es ist ein strukturelles Problem, das in der Sache selbst liegt: Wer übt Menschen zu töten, muss einen Teil seiner Moral zwingend in einem dunkeln Kämmerlein seiner Psyche einlochen, um nicht verrückt zu werden.

    Vermutlich die am wenigsten gefestigten Persönlichkeiten werden dann auffallend in diesem System der kollektiven Hirnwäsche.

    Wen wundern Ereignisse der Erniedrigung oder Folter durch Soldaten im Irakkrieg oder in Gunantanamo Bay, wenn wir schon in der CH und zu Friedenszeiten „Steinigungen“ o.ä. haben...
    67 37 Melden
  • Maubro_ 19.10.2018 07:49
    Highlight Highlight Hat sich ja gar nicht so viel geändert im Gegensatz zu heute.
    26 19 Melden
  • Tepesch 19.10.2018 07:40
    Highlight Highlight Unser Feldi hatte sich bei seiner Vorstellung bereits selbst als Psychopath bezeichnet. Was er auch war.
    Nach den ersten fragwürdigen Aktionen hatte ich mich solange beschwert, bis der Oberst antrabte.
    Der war zum Glück sehr verständlich. Danach hatte man den Feldi nicht mehr gesehen und es hiess nur, er sei auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben 😁
    90 5 Melden
  • Asmodeus 19.10.2018 07:28
    Highlight Highlight Wenn diese Auflistung etwas zeigt, dann dass das Militär die eigenen schützt. Zumindest damals.

    6 Tage Haft für schwere Körperverletzung?
    20 Tage Haft?
    68 10 Melden
    • Nelson Muntz 19.10.2018 09:30
      Highlight Highlight nun ja, die Pistolen der Offs sind ja keine Waffen sondern Führungsinstrumente. Das zeigte schon msl, wie viel ein gemeiner Soldat wert ist/war.
      13 6 Melden
    • dickmo 19.10.2018 10:01
      Highlight Highlight In der Regel sind die Soldatenschinder vom Wille-Preuss befördert und die Anprangerer degradiert worden.
      32 6 Melden
  • Markus97 19.10.2018 07:06
    Highlight Highlight Ich bezweifle, dass es eine Armee mit einer über 100-Jährigen Geschichte gibt, in der niemand seine Macht misbraucht hat. Ich bezweifle auch, dass es ein entsprechendes Unternehmen gibt.
    178 17 Melden
  • Nelson Muntz 19.10.2018 06:52
    Highlight Highlight Idioten und A-Löcher gab es schon immer, auch in der Armee. Immerhin hat man schon damals etwas dagegen unternommen.
    45 15 Melden
    • Duscholux 19.10.2018 10:44
      Highlight Highlight Ja ganze 8 Tage Knast.
      20 4 Melden
    • Triple 19.10.2018 14:33
      Highlight Highlight Hört sich zwar nach heutigen Massstäben für wenig an. Aber damals wurde in der Zivilgesellschaft (Familie, Schule) konsequenzenlos geschlagen und gequält.
      10 1 Melden
  • Illyria & Helvetia 19.10.2018 06:44
    Highlight Highlight Ich denke, drei Dinge führen zu solchen Gewaltexzessen:
    • Das Ignorieren der gesetzlichen Aufgaben und Pflichten der Schweizer Armeeangehörigen.
    • Das lange Warten und das häufige Nichtstun im Alltag als Rekrut oder Soldat.
    • Das zu viele Testosteron, das in einer Gruppe oder einem Zug zusammenkommt und dann an die Schwächsten rausgelassen wird.
    Ich war 10 Monate im Durchdiener-Dienst und beobachtete diese drei Aspekte tagtäglich. Wichtig ist, dass man aber diese Gewaltexzesse nicht mit der ganzen Schweizer Armee gleichsetzt. Sie bleiben Ausnahmen.
    318 43 Melden
    • Jein 19.10.2018 07:28
      Highlight Highlight Viertens ist es ein Teufelskreis, als Rekrut erlauben sich Höherrängige einen "Spass" mit einem, und wenn man dann selbst ein Abzeichen auf der Brust hat macht man das Gleiche mit den neuen Rekruten. Und in der Armee ist die Grenze zwischen erlaubter und unerlaubter Ertüchtigung schwammig.
      95 10 Melden
    • Markus97 19.10.2018 07:52
      Highlight Highlight @Jein Die Grenze ist überhaupt nicht schwammig. Erlaubt sind Disziplinarstrafen wie Arrest oder Busse. Diese dürfen ausschliesslich vom Kompaniekommandanten angeordnet werden, nicht vom Wachtmeister, Feldi oder Leutnant. Des Weiteren ist es bei schlechterLeistung erlaubt Nacharbeit anzuordnen. Diese muss in jedem Fall Sachbezogen und verhältnismässig sein. Jegliche andere Bestrafung ist verboten.
      44 6 Melden
    • Eine_win_ig 19.10.2018 08:08
      Highlight Highlight Jein: eigentlich ist die Grenze ganz und gar nicht schwammig. Aber es ist so: "ich habe das erlebt, also mache ich das auch" ist oft ein Grund. Und da müssen wir BO uns an der Nase nehmen und die jungen Kader besser ausbilden und darauf sensibilisieren. Und glauben Sie mir, dies wird gemacht.

      Noch als Zusatz zum OP: danke für die sachliche Aussage. Auch wenn es nur ein kleiner Teil ist, dieser muss aufgedeckt und darf nicht toleriert werden!
      55 11 Melden
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