Hongkong
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Wurde am Montag aus der Haft in Hongkong entlassen: Demokratie-Aktivist Joshua Wong.

Wurde am Montag aus der Haft in Hongkong entlassen: Demokratie-Aktivist Joshua Wong. Bild: EPA

Freigelassener Aktivist ruft Regierungschefin zu Rücktritt auf



In Hongkong ist der bekannte inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong am Montag freigelassen worden. Demonstranten beendeten zugleich nach dem Massenprotest vom Sonntag eine Strassenblockade nach Verhandlungen mit der Polizei.

Der Anführer der «Regenschirm»-Bewegung des Jahres 2014 verliess am Montag das Gefängnis Lai Chi Kok, wo er eine zweimonatige Haftstrafe absass, weil er vor fünf Jahren die Auflösung eines Protestlagers behindert haben soll. Er kam wegen guter Führung einen Monat vorzeitig aus dem Gefängnis.

Die Demonstrationen für mehr Demokratie hatten vor fünf Jahren wochenlang Teile der chinesischen Sonderverwaltungsregion lahmgelegt. Sie bekamen ihren Namen von den Regenschirmen, die gegen die Sonne und das Pfefferspray der Polizei eingesetzt worden waren. Seither hat die kommunistische Führung in Peking aber die Zügel enger angezogen.

Mehrere hundert Demonstranten harrten in Hongkong auch in der Nacht auf Montag auf den Strassen aus.

Bild: AP

Die Haftentlassung erfolgte unabhängig von den Massenprotesten der vergangenen Tage gegen das Gesetz für Auslieferungen an China, das Regierungschefin Carrie Lam am Samstag auf Eis gelegt hatte. Dennoch waren am Sonntag fast zwei Millionen Menschen aus Protest gegen die Regierung auf die Strasse gegangen.

Rücktritt von Regierungschefin gefordert

Der freigelassene 22-Jährige forderte unmittelbar nach seiner Freilassung einen Rücktritt der Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam, die durch die Proteste gegen ein umstrittenes Auslieferungsgesetz unter Druck geraten ist.

Die Peking-nahe Politikerin sei «nicht mehr qualifiziert» als Regierungschefin, sagte Wong vor dem Gefängnis. «Sie muss Verantwortung übernehmen und zurücktreten.» Auch müsse sie das umstrittene Gesetzesvorhaben, das Auslieferungen an das chinesische Festland vorsieht, «vollständig zurückziehen».

Demonstrationen in Hong Kong: So sieht die Lage aus

Wong war eines der prominentesten Gesichter der «Regenschirm»-Bewegung, die 2014 für politische Reformen in Hongkong kämpfte. Bei den Protesten hatten zeitweise zehntausende Menschen mehr Demokratie und freie Wahlen gefordert.

Demonstranten ziehen von Strasse ab

Zuletzt gab es in Hongkong wegen des Gesetzesvorhabens zu Auslieferungen erneut Massenproteste. Am Wochenende machte Regierungschefin Lam zwar angesichts der Proteste einen Rückzieher und legte das Gesetzesvorhaben auf Eis. Die Demonstranten fordern aber, dass die Pläne vollständig aufgegeben werden.

Am Sonntag gingen erneut hunderttausende Demonstranten in Hongkong auf die Strasse. Die Organisatoren sprach von fast zwei Millionen Teilnehmern. Für Montag ist ein Streik geplant.

Am Montagmorgen blockierten hunderte Demonstranten zunächst eine Schnellstrasse nahe des Parlaments von Hongkong. Die Aktivisten beendeten die Blockade dann aber nach Verhandlungen mit der Polizei. Die meisten Demonstranten zogen sich in einen nahegelegenen Park zurück. (sda/afp/dpa)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 17.06.2019 08:45
    Highlight Highlight Wenn die Diktatur ausnahmsweise Gnade walten lässt, gehört das zum Willkür-System mit dazu.
    Weil JedeR jederzeit wegen Lappalien, oder wegen konstruierten Klagen verhaftet, vor ein parteiisches Gericht zitiert und zu drakonischen Strafen verurteilt werden kann, haben Alle Angst und misstrauen einander gegenseitig, Spitzel der Staatsmacht zu sein.
    Ergänzt und vervollständigt wird diese "Kontrolle mit Angst" durch die neuen technologischen Möglichkeiten der Rundum-Überwachung mit Kameras, Handy's, usw.
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