Coronavirus
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Aerosole mit Coronaviren

Darstellung von Coronaviren in Tröpfchenkernen. Bild: Shutterstock

Forscher kritisieren: WHO unterschätzt das Infektionsrisiko über die Luft



Die sogenannte Tröpfcheninfektion gilt neben direktem Kontakt mit einer infizierten Person als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Beim Niesen oder Husten gelangen winzige Sekrettröpfchen, die Viren enthalten können, in die Umgebungsluft. Wenn wir sie einatmen oder mit den Händen von Oberflächen auf unsere Schleimhäute bringen, können wir uns infizieren. Da die Tröpfchen mit einem Durchmesser von 5 bis 10 µm relativ gross sind, schweben sie nicht so lange in der Luft, bevor sie zu Boden sinken. Ausreichend Abstand zu halten – etwa 1,5 Meter – und die Hände regelmässig zu waschen verringert also die Ansteckungsgefahr durch diese Tröpfchen beträchtlich.

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Neben diesen Tröpfchen gibt es jedoch noch Partikel, die kleiner als 5 µm sind. Diese Tröpfchenkerne genannten Aerosole, die beim Sprechen und sogar beim Atmen an die Umgebungsluft abgegeben werden, können bis zu drei Stunden in der Luft schweben und dadurch auch grössere Distanzen zurücklegen. Zudem können sie tiefer in die Atemwege eindringen, enthalten indes meist weniger Viren als die grösseren Tröpfchen.

Wie gross das Ansteckungsrisiko über diese Aerosole bei SARS-CoV-2 ist, ist umstritten. Eine Gruppe von 239 Wissenschaftlern aus 32 Ländern wirft der Weltgesundheitsorganisation WHO und der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC vor, sie unterschätze dieses Risiko. In einem offenen Brief, der laut dem «Guardian» nächste Woche im Fachmagazin Clinical Infectious Diseases veröffentlicht werden soll, fordern sie entsprechende Massnahmen, um dieses Risiko zu verringern.

Die Initiatorin des Briefs, Lidia Morawska von der Queensland University of Technology (QUT) und Direktorin des International Air Quality and Health Laboratory, stellt in einer Mitteilung der Hochschule fest: «Studien der Unterzeichner und anderer Wissenschaftler haben zweifelsfrei gezeigt, dass Viren in Mikrotröpfchen ausgeatmet werden, die klein genug sind, um in der Luft zu bleiben, und die auch mehr als ein bis zwei Meter von einer infizierten Person entfernt ein Ansteckungsrisiko darstellen.»

Die Wissenschaftler, die aus verschiedenen Forschungsbereichen wie Virologie, Epidemiologie, Medizin, Strömungsdynamik oder Aerosolphysik stammen, berufen sich auf rezente Studien und weisen darauf hin, dass die Übertragung durch Aerosole Masseninfektionen durch Superspreader erklären könne. Sie verweisen dabei auf den Ausbruch in einem Schlachthof in Deutschland, der dies ihrer Ansicht nach illustriert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO räumt zwar ein, dass Aerosole bei der Übertragung des Virus eine gewisse Rolle spielen. Infektionen über Aerosole seien allerdings nur als Folge von medizinischen Eingriffen wie Intubationen möglich. Die WHO geht aber davon aus, dass Massnahmen gegen diesen Ansteckungsweg nur sehr schwierig umzusetzen sind und überdies nur wenig Einfluss auf die Verbreitung des Virus hätten.

Laut Benedetta Allegranzi, WHO-Expertin für Infektionsprävention und -kontrolle, sind die Beweise für die Übertragung von SARS-CoV-2 über Aerosole nicht überzeugend: «Vor allem in den letzten Monaten haben wir mehrfach erklärt, dass wir eine Übertragung über die Luft für möglich halten, was aber sicherlich nicht durch solide oder sogar eindeutige Beweise gestützt wird», sagte sie der «New York Times». «Darüber gibt es eine erhebliche Debatte.» Bisher seien nur auf Laborexperimenten beruhende Theorien vorgelegt worden, aber keine Beweise. Eine Ansteckung über die Luft hätte zu mehr Ansteckungen und einer noch schnelleren Verbreitung des Virus führen müssen.

Falls die Übertragung durch Aerosole tatsächlich ein wichtiger Faktor bei der Ausbreitung des Virus sein sollte, hätte dies Konsequenzen für die Massnahmen, die man zur Eindämmung der Pandemie ergreifen müsste. Der Aufenthalt in geschlossenen Räumen wäre riskanter; man müsste dann dort ebenfalls Masken tragen, selbst wenn der Mindestabstand eingehalten werden könnte. Klimaanlagen und Lüftungen müssten mit Filtern ausgerüstet werden. Möglicherweise müssten Innenräume mit UV-Licht desinfiziert werden. Während die Hand-Hygiene etwas an Bedeutung verlieren würde, wäre es noch wichtiger als jetzt, sich mit Masken zu schützen.

(dhr)

So wirkt sich eine Maske auf die Verbreitung von Viren aus

Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • ursus3000 07.07.2020 21:47
    Highlight Highlight Also kann man auf die billigen Masken verzichten , da sie ja nichts bewirken . OK , ich habe aus beruflichen Gründen Virendichte CPA/FFP2 Masken gratis zur Verfügung , aber Abstand halten ist wichtiger
  • Wolk 07.07.2020 19:30
    Highlight Highlight Zb Superspreader im Club. Der wird wohl nicht mit so vielen Leuten Kontakt haben und sie bei Sprechen anspucken. Das ist doch nicht anders erklärbar als durch Aerosole. Oder mache ich einen Denkfehler?
  • Saerd neute 07.07.2020 17:55
    Highlight Highlight Beim Sprechen bleiben Tröpfchen bis zu 14 Minuten in der Luft.



    Leute, als nächstes kommt das Sprechverbot.
  • Super8 07.07.2020 13:38
    Highlight Highlight Was gegen das Ansteckungsrisiko durch Aerosole spricht: Wenn sich viele durch diese Aerosole angestecken würden, dann hätten wir schon lange ein grösseres Problem gehabt. Dann hätten nämlich die Hygienemassnahmen nicht viel genützt, um den Virus einzudämmen.
    • Saerd neute 07.07.2020 17:58
      Highlight Highlight Super8, die nächste Grippewelle kommt bestimmt ob mit Massnahmen oder ohne Massnahmen. Wenn wir ehrlich wären dann müssten wir ab jetzt für immer Masken tragen.
  • Wali2 07.07.2020 13:32
    Highlight Highlight @MartinZH. Frage mich, wieso Martin 44 Blitze erhält!? Seit Anbeginn der Virusgeschichte erklärte mir unser Nachbar (Biologe), dass eine herkömmliche Maske ein "Löcherbecki" sei und ein Virus im Nanobereich herkommend, nur mit ganz speziellen teuren Masken, wie im Spitalbereich aufzuhalten ist. Wir werden uns also noch wundern und staunen, was da kommen wird.
    • MartinZH 07.07.2020 15:54
      Highlight Highlight @Wali2: Tja, ich nehme an, dass die Blitze v.a. von einer einzigen Person kommen. Dieselbe, welcher immer sein eigenen Beitrag hoch-herzt, wo dann wieder watson regulierend eingreifen muss... 😉

      Ich denke, Dein Nachbar versteht die Sache ganz gut. Prof. Lauterbach erzählt das auch schon seit Wochen und Monaten und zitiert auch immer die entsprechenden Studien.

      Darum ist das Einhalten des Abstands sicher viel wichtiger als Masken zu tragen, ausser wenn jemand husten oder niessen muss.

      Die Maske wird zwar ihren Beitrag leisten, aber konsequenterweise müsste man auch die Augen schützen. 😷&😎
  • Rethinking 07.07.2020 13:10
    Highlight Highlight Selbstverständlich käme es für die Wirtschaft äusserst ungelegen, wenn die Übertragung über Aerosole passieren würde...
  • Lowend 07.07.2020 12:42
    Highlight Highlight Früher hat die WHO bei jeder kleinsten Erkenntnis ihre Strategien verschärft und darauf wurde ihr Alarmismus vorgeworfen. Nun scheint die WHO daraus gelernt zu haben und schlägt nur noch bei wirklich gut belegten Erkenntnissen Alarm und nun wird ihr dauernd Untätigkeit vorgeworfen.

    Es scheint, dass die WHO tun kann, was sie will, aber keiner ist zufrieden und vermutlich ist diese Kritik nicht mal im Verhalten der WHO begründet, sondern dem geschuldet, das die WHO zu einem Spielball der miesen, trumpschen Politik wurde.
    • MartinZH 07.07.2020 13:10
      Highlight Highlight @Lowend: Nein, der Einfluss von China und der Pharma-Lobby ist viel grösser, als derjenige von den USA.
    • Lowend 07.07.2020 13:39
      Highlight Highlight Sie glauben der Propaganda von Trump wohl alles?

      USA hat keinen Einfluss auf die WHO, weil Trump Sich aus der UN zurückzog, was China und Russland alle Trümpfe in der Hand gab. Die wachsende Macht Chinas ist der totalen Unfähigkeit Trumps zuzuschreiben!
    • DrMedFacharztFürStatistischeKrankheiten 07.07.2020 14:16
      Highlight Highlight Und der einfluss von NGOs nicht zu vergessen. Die machen immerhin 80% des budgets aus
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 07.07.2020 12:30
    Highlight Highlight Hier in Hongkong gibt‘s ja mehrere dokumentierte Fälle, bei denen die Uebertragung durch die Luft bei einem Abstand von mehreren Metern und einigen Minuten geschah.

    Einen Beweis, dass das Virus auch noch Stunden später einen Passanten anstecken kann, kenne ich zwar auch nicht. Aber man sollte zumindest in der Tracking-App den Radius von 1.5m auf 5m erhöhen und die Expositionszeit von 15 auf 2 Minuten senken.
    Es wäre ja denkbar, eine mehrstufige Warnung einzuführen (z.B. Rot = hohes Risiko, ab in die Quarantäne. Gelb = geringes Risiko, bitte Testen. Grün = kein Risiko)
    • BöserOnkel 07.07.2020 13:50
      Highlight Highlight Ja ist klar. Und wie soll sowas in der Realität funktionieren? So ein Schwachsinn!
      Und wie genau sollen solche Fälle dokumentiert worden sein? Wahrscheinlich stand per Zufall gerade ein Forscherteam mit Doppelmeter und Stopuhr daneben, gell. Das ist ja mal ausgewiesener Humbug!
    • Ökonometriker 07.07.2020 14:20
      Highlight Highlight @BöserOnkel: Hongkong hat die Fälle getraced. Mann 1 in Bus a kriegt Symptome, hat Corona. Mann 2 und 3 die 5m entfernt sassen kriegten dann ebenfalls das Virus.
      Dank Kameras konnte das stets nachverfolgt werden.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 07.07.2020 12:26
    Highlight Highlight Benedetta Allegranzi von der WHO wird dann wohl auch behaupten, Krebs durch Second- und Third-Hand-Smoke sei auch nicht durch solide Beweise gestützt... 🙄
  • MartinZH 07.07.2020 12:21
    Highlight Highlight Mit der Erkenntnis, dass Aerosole neben der Tröpfchen-Infektion bis anhin (von der WHO, BAG, etc.) unterschätzt worden sind, lassen sich sicher viele Ansteckungen erklären...

    Bereits am 18.2.20 hat die FAZ darauf hingewisen, dass das Virus auch "über die Luft" übertragen werden könnte, und nicht nur via Tröpfchen-Infektion, z.B. mit Niessen!

    https://m.faz.net/aktuell/wissen/coronavirus-epidemie-zweifel-an-einer-trendwende-16640069.html

    So lassen sich die vielen weiteren Ansteckungen auf Kreuzfahrtschiffen erklären (Lüftung), obwohl die Passagiere in den Kabinen (Quarantäne) bleiben mussten.
    • eldorak 07.07.2020 14:42
      Highlight Highlight Mal abgesehen vom Rest, den ich nicht beurteilen kann, hat das mit den Infektionen auf dem Schiff wenig mit der Quarantäne zu tun. Das Virus war von Anfang an auf dem Schiff und konnte die ganze Zeit vor der Quarantäne frei verteilt werden, ob mit oder ohne Symptome. Das muss nicht zwangsläufig in der Kabine passiert sein, nur weil es bei manchen erst dort ausgebrochen ist.
    • MartinZH 07.07.2020 23:24
      Highlight Highlight @eldorak: Irrtum. Es gibt viele Kreuzfahrtschiff-Passagiere, die während der Reise negativ getestet worden sind und dann aber wegen Conora-Ausbrüchen (wochenlang) in die Kabine in Quarantäne mussten.

      Die konnten sich nicht mehr am Büffet, während der Abend-Unterhaltung oder im Wellness-Bereich anstecken.

      Es gibt zahlreiche Passagiere, die auf dem Schiff erkrankten, ohne andere Personen gesehen zu haben: Das Essen wurde vor die Kabinen-Tür geliefert und während dem Freigang auf dem Deck gab es keine anderen Personen.

      Man muss nicht Sherlock sein, um zu merken, wie die Ansteckung erfolgte. 😉
  • CalibriLight 07.07.2020 11:57
    Highlight Highlight Zusammengefasst: Drinnen ist die Ansteckungsgefahr grösser als draussen.....
    Aber bitte, bitte, pretty please: Es sollen sich doch alle immer noch die Hände fleissig waschen. Von wegen allgemeiner Hygiene.
    • Oberon 07.07.2020 21:14
      Highlight Highlight Dies ist jedoch keine neue Erkenntnis, es wurde immer so kommuniziert das drinnen die Ansteckung um einiges höher ist.
  • DrDeath 07.07.2020 11:28
    Highlight Highlight Also dann: Schnorren kahl rasieren, FFP2-Masken anlegen, beten, dass sie nicht noch etwas schlimmeres finden.
  • Noblesse 07.07.2020 11:26
    Highlight Highlight Hoffe watson zensur! nicht wieder gelöscht zu werden. Aerosole werden auch von Drosten, der sich bei Corona wie kein anderer auskennt, schon lange als Problem genannt. Nichts Neues! Daher sind Masken in Innenräume logisch. Auch ein Tram bildet einen Innenraum.
    • Shlomo 07.07.2020 13:32
      Highlight Highlight Nur nützen Hygienemasken einen feuchten dreck gegen PM10 und PM2.5
  • MartinZH 07.07.2020 11:03
    Highlight Highlight Wenn eine Gruppe von 239 Wissenschaftlern aus 32 Ländern der WHO und der CDC vorwerfen, dass sie dieses Risiko unterschätzen, und sie sich mangelnds Gehör nun an die Medien wenden, dann werden die Studienergebnisse wohl nicht so unerheblich sein. Ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht von grosser Tragweite, sondern sagt auch viel über die kritisierten Institutionen aus, die sich bis anhin ja nicht besonders glanzvoll als die Vorreiter in der Pandemie-Bekämpfung hervorgetan haben. Das Problem wird sicher auch deshalb unter den Teppich gewischt, weil sonst die Airline-Industrie erledigt ist.
    • saukaibli 07.07.2020 13:05
      Highlight Highlight Naja, 239 Wissenschaftler aus diversen Bereichen ist ja keine grosse Zahl, wenn man bedenkt, dass sich zurzeit weltweit vermutlich mehrere Zehntausend wenn nicht Hunderttausend Wissenschaftler mit dem Thema befassen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass trotz fast keinen Schutzmasken die Anzahl Neuinfektionen z.B. in der Schweiz fast auf null gesenkt werden konnte, bevor man grössere (Indoor-)Events wieder erlaubt hat. Wenn die Aerosole wirklich eine grosse Rolle bei der Ausbreitung von SARS2 spielen würden, hätte es mehr Neuinfektionen geben müssen.
    • saukaibli 07.07.2020 13:11
      Highlight Highlight Nochwas: Wenn eine Gruppe von 239 Wissenschaftlern in der Wissenschaftsgemeinde kein Gehör findet, hat das vielleicht seinen Grund. In der Vergangenheit wurden solche Wissenschaftler, die nur dank den Medien Gehör fanden, fast immer als Scharlatane entlarvt (man erinnere sich bspw. an die NOX-Diskussion in DE). Bevor man nicht überprüft hat, wer diese Wissenschaftler sind und welche Interessenkonflikte sie haben könnten, sollte man nicht zu viel auf so eine Studie setzen.
      Es gibt sicher Fälle von Ansteckung durch Aerosole, aber ob das so dramatisch ist wie behauptet, wage ich zu bezweifeln.
    • BöserOnkel 07.07.2020 13:57
      Highlight Highlight Wenn die Übertragungsmöglichkeit über die Luft tatsächlich so gross wäre, hätten wir ganz andere Ansteckungszahlen!
      Im übrigen haben die Deutschen genau diese Übertragungsmöglichkeit in einer Feldstudie erfoscht. Forscher haben Familien, welche infiziert waren aus ihren Wohnungen evakuiert und dann direkt versucht die Viren darin nachzuweisen. In keiner Wohnung ist es gelungen die Viren nachzuweisen! In keiner!!
      Du solltest dir mal ein paar Gedanken machen wie Medien heutzutage funktionieren, nämlich über Schlagzeilen und Klicks. Je mehr Klicks desto mehr Geld für Werbung. Merksch öppis?
  • lilie 07.07.2020 10:57
    Highlight Highlight Natürlich ist es richtig, dass Wissenschaftler ihr Wissen einbringen und auf mögliche blinde Flecken hinweisen.

    Hier aber erscheint es mir eher wie leerer Aktionismus. Wären diese Aerosole ein solch prominentes Problem, hätte uns die Pandemie ganz anders um die Ohren fliegen müssen. Ich glaube, dass die Massnahmen, die wir derzeit haben, im grossem Ganzen ausreichen, um das Virus einzudämmen.

    Bei Tönnies ist es zudem reichlich zynisch, von Aerosolen zu schwafeln, während die Arbeiter in beengten Unterkünften zusammengepfercht sind.
    • MartinZH 07.07.2020 11:31
      Highlight Highlight Warum diese Ignoranz gegenüber der Wissenschaft? 🤔

      Die Corona-Pandemie hat doch klar gezeigt, dass man eigentlich gar nichts weiss, und dass man erst am Anfang steht, was gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse sind.

      Eine Meinung zu vertreten ist ja OK, aber deshalb einfach die Warnung von 239 Wissenschaftlern aus 32 Ländern in die Tonne zu treten, zeugt nicht von einem grossen Verständnis, wie Wissenschaft funktioniert – und grenzt schon direkt an Hybris.

      Zudem: Die Ansteckung erfolgte nachweislich IM Fleisch-Betrieb und NICHT in den Unterkünften. Es gäbe sonst keine Fälle in der CH! 😉
    • Mutzli 07.07.2020 11:40
      Highlight Highlight @Lilie 1/
      Die Pandemie ist uns ja aber Verbreitungstechnisch um die Ohren geflogen? D

      Teile der WHO behaupten immer noch ohne faktische Grundlage ernsthaft, dass der Virus nicht über die Luft übertragen wird:"Dr. Benedetta Allegranzi, the W.H.O.’s technical lead on infection control, said the evidence for the virus spreading by air was unconvincing."

      Das ist ein krasser Gegensatz sowohl zum generellen Forschungskonsens, zur Meinung praktisch aller Gesundheitsbehörden (inkl. z.B. BAG und Covid-19 Taskforce) und ExpertInnen der WHO selbst.
    • Mutzli 07.07.2020 11:44
      Highlight Highlight 2/
      Z.B.:"But interviews with nearly 20 scientists — including a dozen W.H.O. consultants and several members of the committee that crafted the guidance — and internal emails paint a picture of an organization that, despite good intentions, is out of step with science"

      oder “We’ve known since 1946 that coughing and talking generate aerosols,” said Linsey Marr, an expert in airborne transmission of viruses at Virginia Tech."

      Stattdessen hält die WHO an der veralteten Ansicht der Gefährlichkeit von Schmierinfektionen vs. Aeorosole bei Covid-19 fest.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dave1974 07.07.2020 10:20
    Highlight Highlight Alte Spekulationen aufgefrischt.

    Den letzten Satz verstehe ich nicht.

    "Während die Hand-Hygiene etwas an Bedeutung verlieren würde, wäre es noch wichtiger als jetzt, sich mit Masken zu schützen."
    • MartinZH 07.07.2020 11:12
      Highlight Highlight Zwischen validen Studien-Ergebnissen und "Spekulationen" muss man schon differenzieren können. Aluhut-Träger ignorieren auch immer auf eine solche respektlose Art und Weise die Erkenntnisse der Wissenschaft..!

      Verständnishilfe: Aufgrund der Studienergebnisse [ja, eben!], erhöht sich der Stellenwert von Schutzmasken. Dies relativ im Verhältnis zur Hand-Hygiene, weil neben der Übertragung durch Tröpfchen die Übertragung durch Aerosole bis anhin unterschätzt wurde.

      Wenn man den Beitrag gelesen und den Inhalt begriffen hat, dann liegt die Schlussfolgerung auf der Hand (bzw. eben gerade nicht)..!
    • invisible 07.07.2020 12:10
      Highlight Highlight Dieser letzte Satz ist mMn ja auch - sorry watson - extrem dumm. Sind denn wirklich viele so limitiert dass sie für jede neue Massnahme eine alte aus dem "System" löschen müssen?
    • Dave1974 07.07.2020 13:26
      Highlight Highlight @invisible
      Danke. Mir leuchtet nicht ein, weshalb Handhygiene plötzlich an Bedeutung verlieren sollte gerade jetzt, wo viel mehr unbeholfen im Gesicht rumchafeln und sich übersicher fühlen.
      Das Virus überlebt erwiesenermassen in ausreichender Dosis auf Oberflächen und kann so wohl noch immer genau so übertragen werden, wenn man nach einer unbedachten Aktion die Augen reibt oder in der Nase bohrt.

      https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1

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