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Dein Arzt hat eine eigene Apotheke? Dann pass auf, wie viele Medis er dir verschreibt …

Ärzte mit eigener Apotheke verschreiben mehr Medikamente. Eine neue Studie belegt nun, dass zwar besonders Spezialisten, aber auch Hausärzte damit die Gesundheitskosten in die Höhe treiben.
20.10.2017, 14:1321.10.2017, 06:16

Wer hätte das gedacht: Die Selbstdispensation erhöht die Medikamentenkosten bei Hausärzten um 51 Prozent und bei Spezialärzten um 32 Prozent, wie eine Studie der Ökonomen Daniel Burkhard, Christian Schmid und Kaspar Wüthrich von Ende September zeigt, die der «Tages-Anzeiger» am Freitag zitiert.

Die Studie sei noch nicht veröffentlicht, aber verfügbar, sagte Schmid, der an der Universität Bern lehrt, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die Mehrkosten gingen vor allem darauf zurück, dass mehr Medikamente verschrieben würden, und die Steigerung der Gesundheitskosten gehe dabei stärker von den Hausärzten aus.

In 17 von 19 Deutschschweizer Kantonen ist die Selbstdispensation zulässig.
In 17 von 19 Deutschschweizer Kantonen ist die Selbstdispensation zulässig.Bild: pixabay.com/stux

Hochgerechnet verursacht die Medikamentenabgabe durch Haus- und Spezialärzte demnach zusammengerechnet jährliche Mehrkosten von rund 300 Millionen Franken, was etwa einem Prozent der Krankenkassenprämien entspricht.

Ein Grund für die Verschreibung von mehr Medikamenten wird im finanziellen Anreiz vermutet, da die Ärzte mit einer gesetzlich geregelten Vertriebsmarge mitverdienen, die auf den Fabrikabgabepreis draufgeschlagen wird.

Die ärztliche Medikamentenabgabe – oder Selbstdispensation – ist in 17 von 19 Deutschschweizer Kantonen zulässig. Dabei bestehen allerdings gewisse Einschränkungen in den Kantonen Bern, Graubünden und Schaffhausen (bis 2018). In den Kantonen Aargau und Basel ist die Selbstdispensation nicht üblich. Auch in der Westschweiz und im Tessin ist diese Form der Medikamentenabgabe nicht bekannt. (sda)

In die Bar statt zum Arzt. Sprechstunde mal anders

Video: srf
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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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phreko
20.10.2017 14:39registriert Februar 2014
Der Anreiz ist führt ja auch logischerweise zu einem total schwachsinnigen Resultat. Da hat sich die Ärztelobby ein schönes Zusatzeinkommen erarbeitet...
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walsi
20.10.2017 14:51registriert Februar 2016
Ha! Wer hätte das gedacht? Da bin ich total überrascht! Dieser Beitrag kann spuren von Ironie enthalten.
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christian_meister
20.10.2017 22:34registriert Oktober 2014
Mich verwundert das gar nicht... Ich bin der Meinung es braucht ein kompleter Systemwechsel. Heute ist es finanziell lukrativ, dass die Patienten/Kunden nicht gesund werden. Irgendwie braucht es ein Belohnungssystem für Ärzte und Spitäler. Bei einer Heilung gibts mehr Geld. Wie im alten China wo man den Arzt nur bei einer Heilung bezahlen musst...
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