Australien
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Todesfahrt in Melbourne: Lebenslange Haft für «IS»-Sympathisanten



Mit diesem Auto raste ein IS-Sympathisant 2017 in der australischen Stadt Melbourne in eine Menschenmenge. 20 Menschen wurden verletzt, einer davon starb später im Spital. (Archivbild)

Bild: EPA AAP

Wegen einer tödlichen Autofahrt in eine Menschenmenge in der Innenstadt von Melbourne Ende 2017 ist ein «IS»-Sympathisant in Australien mit lebenslanger Haft bestraft worden. Bei dem Vorfall waren 20 Menschen verletzt worden. Ein Mann starb später im Spital.

Das zuständige Gericht in Melbourne entschied am Donnerstag, dass der 37-Jährige frühestens im Jahr 2049 auf Bewährung freikommen kann. Richterin Elizabeth Hollingworth wertete es nach Medienberichten als grossen Zufall, dass damals nur ein Mensch ums Leben kam. Sie sprach sogar von «reinem Glück».

Die Tat hatte sich 2017 kurz vor den Weihnachtsfeiertagen im abendlichen Berufsverkehr der Millionenmetropole ereignet. Sie sorgte weltweit für Schlagzeilen. Damals steuerte der gebürtige Afghane den Wagen seiner Mutter plötzlich in einer belebten Einkaufsstrasse in die Passanten. Er verletzte etwa 20 Menschen. Ein 83-jähriger Mann starb eine Woche später im Spital.

Der Täter war als Flüchtling nach Australien gekommen. Er sagte nach seiner Festnahme aus, er habe sich auch wegen der schlechten Behandlung von Muslimen zu der Tat entschlossen. Der unter anderem wegen Mordes schuldig gesprochene Mann hatte nach früheren Angaben der Polizei und seines Anwalts psychische Probleme und war drogenabhängig. Auf seinem Computer fanden die Ermittler Videos über die Terrororganisation «Islamischer Staat» («IS») und Aufnahmen von Terroranschlägen in verschiedenen Ländern.

Der blutige Vorfall erinnerte an einen anderen vom Januar 2017, als ein Autofahrer ebenfalls im Zentrum der Stadt durch eine für den Verkehr gesperrte Einkaufsstrasse raste und dabei sechs Menschen tötete – darunter ein drei Monate altes Baby. Der Täter, ein Australier, wurde vor einem Monat ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Er kann erst nach 46 Jahren Bewährung beantragen. (sda/dpa)

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