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Bild: REUTERS
Ein kleines Rechen-Exempel

Muss Toyota 2,6 Milliarden Franken für die Rückrufaktion blechen?

09.04.2014, 16:0409.04.2014, 16:10

Der Autohersteller Toyota hat weltweit über sechs Millionen Autos zurückgerufen – darunter die Modelle Yaris, Urban Cruiser, RAV4, Land Cruiser und Hilux. Grund für die Rückrufaktion sind Probleme an den Sitzschienen und an einem Befestigungspunkt der Lenksäule und ein Bruch im Fahrzeugkabelbaum, der nicht auszuschliessen ist. 

Welche Kosten könnten auf Toyota zukommen, wenn alle betroffenen Fahrzeuge repariert würden?

6,58 Millionen Autos

sind weltweit von der aktuellen Rückrufaktion betroffen.

4 Stunden 

dauert die Reparatur laut Angaben von Toyota Schweiz maximal. Die Kunden würden per Brief informiert, könnten ihren Wagen überprüfen und bei Bedarf reparieren lassen. Je nach Modell würde dies einen Zeitaufwand von einer halben bis maximal vier Stunden bedeuten, teilte Toyota mit.

Zwischen 80 und 180 Franken

kostet laut Informationen des TCS eine Stunde Arbeitszeit – je nach Garage. Geht man also von der maximalen Reparaturzeit von vier Stunden, dafür aber von einer relativ günstigen Garage aus, die einen Stundenpreis von 100 Franken verlangt, würde die Reparatur von allen zurückgerufenen Fahrzeugen

2'632'000'000 Franken

kosten. Vorausgesetzt alle zurückgerufenen Autos weisen tatsächlich den möglichen Schaden auf. Da nicht in allen Ländern gleiche Preise für eine Reparatur erhoben werden, brechen wir das Ganze auf die Schweiz herab. Hierzuland sind

18'000 Fahrzeuge

von der Rückrufaktion betroffen. Ausgehend davon, dass auch hier alle 18'000 Autos repariert werden müssen, jede Reparatur vier Stunden dauert und 100 Franken pro Stunde kostet, ergibt sich für Toyota ein Schaden in Höhe von 

7,2 Millionen Franken

nur für die in der Schweiz zugelassenen Wagen. Trotz der grossen Menge zurückgerufener Fahrzeuge ist dies nicht die umfangreichste Aktion in der Geschichte von Toyota. Im Oktober 2012 rief der Autohersteller

7,4 Millionen Fahrzeuge

zurück in die Werkstatt. Damals bestand laut Spiegel Online Brandgefahr durch einen elektrischen Fensterheber. In beiden Fällen von Toyota fanden die Rückrufaktionen statt, bevor Menschen zu Schaden gekommen waren. Anders verhält sich dies bei einem aktuellen Fall von General Motors:

2,6 Millionen Fahrzeuge

hatte der Opel-Mutterkonzern laut der «Handelszeitung» zurückgerufen. Hier lag das Problem bei fehlerhaften Zündschlössern. In diesem Fall führte die mangelhafte Fertigung des Fahrzeugs zu mehreren Todesfällen, obwohl erste Probleme mit den Zündschlössern bereits im Jahr 2001 festgestellt wurden. Wie viele Menschen genau deswegen ums Leben gekommen sind, ist nicht bekannt. Laut Focus Online wurden jedoch

ein Dutzend Todesfälle

bestätigt. Am erschreckendsten an diesem Fall ist die Tatsache, dass die neuen – fehlerfreien – Schlösser gerade mal knapp

1 Dollar

mehr gekostet hätten. Trotzdem entschied man sich im Jahr 2005, weiterhin die alten Schlösser einzubauen, bis günstigeres Material zur Verfügung stünde. Erst ab 2007 wurden in General Motors Modellen die neuen Schlösser eingebaut.

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