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epa07595433 Members of the Labour Party (PvdA) of Frans Timmermans celebrate after the exit polls of the European Parliament elections The Hague, The Netherlands, 23 May 2019. The European Parliament election is held by member countries of the European Union (EU) from 23 to 26 May 2019.  EPA/Koen van Weel

Jubel bei den niederländischen Sozialdemokraten nach Bekanntgabe der Exit Polls. Bild: EPA/ANP

Überraschung bei EU-Wahl: Oranje stimmt rot und lässt die Rechten auflaufen

Die Sozialdemokraten dürften laut einer Nachwahlbefragung bei der Europawahl in den Niederlanden völlig überraschend zur stärksten Partei werden. Das liegt vor allem an einer Person.



Die Wahlen ins Europaparlament werden zu einem Triumphmarsch für die Rechtspopulisten. Dies galt als so gut wie sicher. Nun liegt ein erstes provisorisches Resultat vor, und es zeigt ein ganz anderes Bild. In den Niederlanden, wo bereits am Donnerstag gewählt wurde, dürften die Sozialdemokraten gewinnen. Dies ergab eine Nachwahlbefragung des Fernsehsenders NOS.

Das definitive Ergebnis wird wie in der gesamten Europäischen Union erst am Sonntagabend verkündet. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass es zu grossen Verschiebungen kommen wird. Die sozialdemokratische PvdA konnte bereits am Donnerstagabend die Glückwünsche der anderen Parteien entgegennehmen. Ihr Erfolg ist aus mehreren Gründen bemerkenswert.

Die Sozialdemokraten sind in den Niederlanden wie in anderen europäischen Ländern in den letzten Jahren tief gefallen. Bei der Parlamentswahl 2017 kam die PvdA noch auf knapp sechs Prozent. Bei den Provinzwahlen im März schnitt sie mit landesweit 8,5 Prozent kaum besser ab. Nun schaffte sie mit rund 18 Prozent eine geradezu wundersame Wiederauferstehung. Die Grünen legten ebenfalls deutlich zu.

Wilders abgestürzt

Das Gegenstück bildet das erst vor zwei Jahren gegründete Forum für Demokratie (FvD) des Rechtspopulisten Thierry Baudet. Es lag in den Umfragen lange vorne und bestätigte damit den europaweiten Rechtsdrall. Nun liegt das FvD hinter der rechtsliberalen VVD von Ministerpräsident Mark Rutte und den Christdemokraten mit elf Prozent nur auf dem vierten Platz.

Regelrecht abgestürzt ist der Islamhasser Geert Wilders. Seine PVV fiel von 13 auf 4 Prozent, sie dürfte drei ihrer bislang vier Sitze im EU-Parlament einbüssen. Noch am letzten Samstag war Wilders an einer gemeinsamen Kundgebung der europäischen Nationalisten auf dem Mailänder Domplatz neben Matteo Salvini und Marine Le Pen aufgetreten.

Ist der Erfolg der Linken in Holland ein gutes Omen für den weiteren Verlauf der Europawahl? Das wäre voreilig, denn das unerwartet starke Abschneiden der PvdA ist eng mit einer bestimmten Person verknüpft: Frans Timmermans. Der frühere niederländische Aussenminister und heutige Vizepräsident der EU-Kommission ist Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Europawahl.

«Das ist der Timmermans-Effekt», jubelte PvdA-Chef Lodewijk Asscher. Die Konkurrenz sieht es ähnlich: FvD-Spitzenkandidat Derk Jan Eppink sagte zu Politico, der überraschende Erfolg der Linken sei «Timmermans zu verdanken». Gestützt wird diese Annahme durch die Exit Polls: 50 Prozent der PvdA-Wähler haben demnach wegen Frans Timmermans für die Partei gestimmt.

Nationaler Faktor

Der 58-Jährige hat einen beherzten Wahlkampf geführt, während der konservative Spitzenkandidat Manfred Weber blass blieb. Dabei glänzte er mit seiner Vielsprachigkeit. Am Donnerstag trat Timmermans mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez in Barcelona auf. Von dort bedankte er sich bei den Niederländern «für das Vertrauen, das sie mir geschenkt haben».

Der «Timmermans-Effekt» bestätigt aber auch, dass die Europawahl stark von nationalen Faktoren beeinflusst wird. Denn vor fünf Jahren hatte der damalige Spitzenkandidat Martin Schulz der SPD ebenfalls einen Schub verpasst. Sie legte um 6,5 Prozent auf 27 Prozent zu – ein Wert, von dem die Sozialdemokraten in Deutschland heute nur noch träumen können.

Rechtspopulisten in Europa

Es wäre deshalb verfrüht, den Vormarsch der Rechtspopulisten bereits als gescheitert zu bezeichnen. Vielleicht aber motiviert das sich abzeichnende Erfolgserlebnis in den Niederlanden die Proeuropäer auch in anderen Ländern dazu, an der Wahl teilzunehmen. Am Freitag sind die Iren an der Reihe, in den meisten EU-Ländern wird am Sonntag gewählt.

Ein weiterer Lichtblick zeichnet sich in jedem Fall ab. Seit der ersten Europawahl 1979 war die Beteiligung rückläufig. Nun kam es in Holland laut der Nachwahlbefragung zu einer wenn auch bescheidenen Trendwende: Die Wahlbeteiligung stieg von 37 auf 41 Prozent.

Der Tulpen-Trudeau

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    Alle Leser-Kommentare
  • Avenarius 25.05.2019 10:32
    Highlight Highlight Ihr Holländer seid einfach Spitze !
  • Liselote Meier 24.05.2019 21:08
    Highlight Highlight Das noch schwer zu beurteilen ob es Linker geworden ist oder nicht.

    Ist die PvdA Inhaltlich eher wie die SP Schweiz oder eher wie die deutsche SPD?

    Was sind die inhaltlichen Unterschiede zur Linksliberalen Partei D66? In Erwägung +9/-9.

    Die Grünen haben +4, die ganz böse Linke -6.




  • youmetoo 24.05.2019 19:11
    Highlight Highlight Wie können die Rechtspopulisten überhaupt zusammenarbeiten. Sie müssten sich doch gegenseitig als Ausländer bekämpfen, oder gilt bei ihnen der Spruch: der Feind meines Feindes ist mein Freund
    • Basti Spiesser 24.05.2019 22:11
      Highlight Highlight Müssten ja. Tun sie aber nicht. Allein sind wir allein darum auch ein dummes Argument. Wenn man gleichzeitig von Brüdern im Geiste schwafelt.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 24.05.2019 22:30
      Highlight Highlight Wieso? Du hast doch so oft bewiesen dass es deine Brüder im Geiste sind.
    • Basti Spiesser 24.05.2019 23:08
      Highlight Highlight @gähn schön wenns dir nur um mich geht. Bin geschmeichelt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 3klang 24.05.2019 18:32
    Highlight Highlight Die FvD macht 11% aus dem Stand. Ich denke, das ist ein beachtlicheres Resultat als die knapp 9% mehr als letztes Mal der (etablierten?) PvdA.
    Dieses Resultat als Kehrtwende zu bejubeln könnte evtl noch mehr Rechtspopulisten an die Urnen locken.
    Daher psssst...
  • El Vals del Obrero 24.05.2019 17:54
    Highlight Highlight Langsam habe ich schon zumindest ein wenig die Hoffnung, dass der Rechtspopulismus langsam den Zenit überschritten hat.

    Die Flüchtlingsdebatte läuft sich langsam tot und es werden immer mehr Leute volljährig, die mit den Social Media-Mechanismen schon aufgewachsen sind und sich davon nicht mehr so leicht beeinflussen lassen. Trump und Brexit und neuerdings Strache wirken sicher auch auf manche, die zuvor "es denen da oben mal zeigen" wollten, abschreckend.

    Rückschläge wird es sicher noch geben, aber insgesamt geht es vielleicht langsam wieder aufwärts.
    • Andy D. 24.05.2019 18:11
      Highlight Highlight Langsam aufwärts geht es schon seit Jahrzehnten, stell dir mal die Flüchtlingskrise die es gab in den 50(+)er-Jahren vor. Da wären einfach alle Grenzen zu geblieben.

      Oder das Thema Gleichberechtigung, Umweltschutz, Diskriminierung Homosexueller, Kriegstote, Wohlstand...man darf schon auch etwas optimistisch sein, solange wir keine Finanzkrisen ins Haus bekommen dann sind wir doomed...

    • DemonCore 24.05.2019 18:50
      Highlight Highlight Andy D. es stimmt nicht, dass in den 50er Jahren die Grenzen zu geblieben sind. In den 50ern sind 1000e Ungaren dauerhaft in die Schweiz geflohen. Nur wenige Jahre davor sind Millionen von Menschen in ganz Europa vertrieben worden und sind mehr oder weniger offen woanders empfangen worden.

      Man sollte die Vergangenheit nicht an heutigen Massstäben messen, aber wenn man schon messen will, dann wenigstens richtig.
    • El Vals del Obrero 24.05.2019 19:09
      Highlight Highlight Dass z.B. der grösste buddhistische Tempel ausserhalb Asiens im zürcherischen Rikon steht, hängt auch damit zusammen. Und auch für die Tamilen und Kosovaren (scherzweise der "27. Kanton") und vielleicht auch ein wenig für die Kurden hat die Schweiz wohl ein ähnliche Bedeutung wie für die Ungaren und Tibeter.

      Bei den Tibetern und Kosovaren und Kurden hat das mit der Schweiz gemeinsame Narrativ "kleines Bergvolk von grossen Nachbarn umzingelt" sicher auch eine Bedeutung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • aircake 24.05.2019 17:43
    Highlight Highlight Ich denke aber schon, dass das Ibiza-Gate die Wähler und Nichtwähler in ganz Europa aufgerüttelt hat.
    • Cédric Wermutstropfen 24.05.2019 18:29
      Highlight Highlight Was beim Ibiza Gate aber jetzt langsam ans Licht kommt, riecht verdächtig nach einem linken Coup d‘État... komischerweise erscheinen hier jetzt aber plötzlich keine Artikel mehr darüber.
    • Platon 24.05.2019 18:58
      Highlight Highlight @Cédric
      Kann es sein, dass du etwas einschlägige Medienkanäle für deine linke Verschwörungstheorie gefunden hast? Und auch wenn, ich hoffe es gibt noch mehr solch mutige Fallensteller, egal für welche Partei.
    • Klaus07 24.05.2019 19:04
      Highlight Highlight @Cédric
      Ein Staatsstreich wäre es, wenn Kunz gestürzt wäre. Dass das Video nicht von rechter Seite aufgenommen und veröffentlicht wurde, sollte jedem klar sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 24.05.2019 17:22
    Highlight Highlight Freude herrscht! Ein zusammenhaltendes Europa ist noch zu retten!!!
  • blobb 24.05.2019 17:22
    Highlight Highlight Und am Ende wird sich die Vernunft durchsetzten, weil der Mensch nun mal ein vernunftbegabtes Wesen ist.
    Hoffe es geht weiter so.
  • Basti Spiesser 24.05.2019 17:21
    Highlight Highlight Der Timmermans mag ich nicht. Der Typ will die Nationalstaaten zerstören und Monokulturen „abschaffen“ ist mir zu rassistisch.
    • DemonCore 24.05.2019 18:53
      Highlight Highlight Rechte Schockbehauptungen haben sich totgelaufen. Kannst deine Gegner auch richtig zitieren. Der Nationalstaat war ok, als die grössten Probleme noch nationaler Natur waren. Heute sind die grössten Probleme globaler Natur, ob uns das gefällt oder nicht. Klimawandel, Technologischer Wandel, Migration, Terrorismus, die Bedrohung der Demokratie und der Menschenrechte durch totailitäre Ideologien und Religionen. Deshalb müssen sich die europäischen Kleinstaaten zusammenschliessen. Sonst werden wir entweder zu chinesischen oder amerikanischen Vasallenstaaten.
    • Juliet Bravo 24.05.2019 19:17
      Highlight Highlight Russland schwächelt halt, darum merken die Leute langsam, dass Orbanisierung keine Lösung ist.
    • Basti Spiesser 24.05.2019 22:04
      Highlight Highlight @Demcore eine erzwungene Rassenmischung ist genauso rassistisch wie deren Trennung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • wasps 24.05.2019 17:10
    Highlight Highlight Die vor zwei Jahren gegründete FvD erzielt gleich 11%. Wilders verliert, insgesamt konnten die Rechtspopulisten aber zulegen. Vor zwei Jahren lagen sie bei 13%, jetzt bei 15%. Ich finde das alles andere als beruhigend.
  • Adumdum 24.05.2019 17:06
    Highlight Highlight Uff, 41% Wahlbeteiligung schon als positive Entwicklung feiern zu müssen ist schon krass. Gut dass es nicht weiter aufwärts mit den Rechtspopulisten - zumindest in NL - geht.

    Ist aber zu hoffen dass auch die Sozialdemokraten und Grünen die Ängste der
    zuletzt eher rechts wählenden Ernst nimmt.

    Ist ja kein Fussballspiel wo einer gewinnt. Auch der andere Teil der Wählerschaft sind Menschen deren Ängste und Bedürfnisse man ernst nehmen sollte (mit vernünftiger Politik und nicht mit Phrasen), sonst geht's beim nächsten Mal wieder in die andere Richtung...
    • Francis Begbie 24.05.2019 18:24
      Highlight Highlight Klar soll man auf alle Ängste und Bedürfnisse eingehen. Jedoch nur auf berechigte und nicht auf gefühlte und nicht auf künstlich aufgeblähte.
    • Queen C 24.05.2019 21:59
      Highlight Highlight Francis, und wer bestimmt, was aufgebläht und gefühlt ist?
    • P. Silie 24.05.2019 22:24
      Highlight Highlight @ Francis: Natürlich sind es Leute wie Sie, die uns auf die wahren Ängste hinweisen, und die 'falschen' sofort enttarnen :)
  • sunshineZH 24.05.2019 17:06
    Highlight Highlight Selber Schuld 😀
    • atorator 25.05.2019 03:36
      Highlight Highlight Immer wenn unser Sünneli nichts zu sagen hat und verlegen wird, macht er ein Smiley.
  • Füdlifingerfritz 24.05.2019 17:05
    Highlight Highlight "Ist der Erfolg der Linken in Holland ein gutes Omen für den weiteren Verlauf der Europawahl?" Na immerhin zeigt der Autor transparent auf, welche politische Gesinnung er hat.
  • schlorziflade 24.05.2019 16:57
    Highlight Highlight Dank je wel, Nederland!
    • Juliet Bravo 24.05.2019 18:35
      Highlight Highlight Ich liebe Schlorziflade!😍 Und schliesse mich dem Dank an.
  • Cédric Wermutstropfen 24.05.2019 16:55
    Highlight Highlight „Vielleicht aber motiviert das sich abzeichnende Erfolgserlebnis in den Niederlanden die Proeuropäer auch in anderen Ländern dazu, an der Wahl teilzunehmen.“

    Proeuropäer? Die EU ist nicht Europa, der Begriff weckt also völlig falsche Assoziationen.
    • atorator 24.05.2019 18:53
      Highlight Highlight Thanks Captain Obvious....
    • DemonCore 24.05.2019 19:01
      Highlight Highlight Schauen wir diese Behauptung doch mal im Detail an: Die EU umfasst etwa 50% der Fläche und fast 70% der Bevölkerung des geographischen Europas und organisiert seit Ende der 50er Jahre die zivilisierte Zusammenarbeit zwischen den Europäischen Staaten. Sie verficht ungebrochen die Ideale der Europäischen Aufklärung: Menschenrechte, Säkularität, Rationalismus.

      Doch, die EU steht für Europa. Geschichtlich, kulturell und politisch.
    • Platon 24.05.2019 19:02
      Highlight Highlight @Cédric
      Das nennt man nunmal so. Aber mal abgesehen davon, kannst du ja nicht wirklich behaupten Rechtspopulisten seien Proeuropäer, wenn sie ständig Migranten aus anderen EU-Ländern für allerlei Probleme die Schuld in die Schuhe schieben.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.05.2019 16:52
    Highlight Highlight 41% ist schon ein erbärmlich tiefer Wert.
    • Andy D. 24.05.2019 18:03
      Highlight Highlight Lieber nicht wählen, als falsch.
  • atorator 24.05.2019 16:38
    Highlight Highlight Die Seifenblase der Rechtspopulisten und Nazistreichler ist bereits wieder geplatzt. Ausser grosse Sprüche geklopft, sich bereichert und vor allem straffällig geworden, war da nichts.

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