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Britischer Blaublüter kommt dank Victoria-Ausstellung nach Luzern



150 Jahre nach Königin Victoria gibt ein Nachfolger aus der Königsfamilie Luzern die Ehre. Anlässlich der Ausstellung «Queen Victoria in der Schweiz», die am Donnerstag im historischen Museum Vernissage feierte, hat Prinz Michael of Kent seinen Besuch angekündigt.

HRH Prinz Michael of Kent werde am 1. und 2. Mai in Luzern erwartet, sagte Museumsdirektor Christoph Lichtin. Man habe bei der Vorbereitung der neuen Ausstellung über den Ferienaufenthalt von Queen Victoria in der Schweiz im Jahr 1868 eine Einladung ans britische Königshaus geschickt und sei erfreut, dass der Cousin der amtierenden Königin seine Aufwartung mache. Den Besuch aufzugleisen, sei indes fast der grösste Aufwand gewesen bei der Ausstellung.

Vom 7. August bis am 9. September 1868 weilte die damals mächtigste Frau der Welt in Luzern. An diesen Aufenthalt erinnert das Museum mit Ausstellung, Publikation, Theater und Anlässen in der ganzen Zentralschweiz.

Die Königin war in Trauer, als sie damals ihre Ferien antrat. Sieben Jahre zuvor war ihr Gatte verstorben, der Besuch in der Schweiz sei auch als Time-Out zu betrachten, sagte Lichtin. Nicht nur die Königin selber, sondern auch ihre Regierungsgeschäfte litten unter der majestätischen Trauer.

Witznau und Herzenstein

An königsblauen Wänden im zweiten Stock des Museums zeigt ein düsteres Bild das Begräbnis und zieht den Besucher hinein in die Ausstellung. Diese zeigt einerseits die Stationen der Königin und soll anderseits vermitteln, wie volksnah sich die Herrscherin gab.

So ritt sie selber auf ihrem Pony Flora auf den Pilatus und beklagte sich in einem Tagebucheintrag über die stechwütigen Rossbremsen. Sie sei nicht etwa in einer Sänfte getragen worden, sagte der Museumsdirektor. Normalsterblich muten auch die Schreibfehler an, die der Blaublüterin bei den Einträgen unterliefen - sie schreibt etwa von «Witznau» und «Herzenstein».

Einen Einblick in die Seele der Trauernden wollen die Ausstellungsmacher in einem blauen Berg in der Mitte des Hauptraums gewähren. Eine Stimme liest Auszüge aus dem Tagebuch und untermalt Projektionen aus der Sicht Victorias. «Ich weiss, mein Geliebter würde sich wünschen, dass ich fröhlich bin», tönt es da etwa.

Interlaken hat Nachsehen

Die Königin lebte mit ihrem Hofstaat in der Pension Wallis. Dass sie Luzern auserkor, hatte verschiedene Gründe. Einerseits wollte sie nicht ins Berner Oberland, weil dort zwei Jahre zuvor das Hotel Victoria in Interlaken eröffnet habe, und sie laut Lichtin diesem Lockruf absichtlich widerstand. Zudem sei Luzern schon gut eingerichtet gewesen und schliesslich war die Schweiz als solche auch eine Erinnerung an ihren Gatten, der vom Land begeistert war.

Besonders mächtig war die 150 Zentimeter kleine Victoria einerseits, weil sie auch Kaiserin von Indien war und weil ihre neun Kinder mit den wichtigen Königshäusern der Welt verheiratet waren.

Ihr Besuch hatte für die Region Nachwirkungen. Er steht am Anfang des boomenden Tourismus in der Zentralschweiz. Auch kaufte die Königin verschiedene Souvenirs und liess Gemälde erstellen. Für den Bau der «Irrenanstalt» in St. Urban überliess sie dem Kanton zudem eine Spende von 1000 Franken. (sda)

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