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Jetzt ist er auch noch Amor: Mark Zuckerberg lanciert Dating-Funktion auf Facebook.
Jetzt ist er auch noch Amor: Mark Zuckerberg lanciert Dating-Funktion auf Facebook.
Bild: EPA/EPA

Facebook, das bessere Tinder? 11 wichtige Fragen zur neuen Dating-Funktion

03.05.2018, 05:0903.05.2018, 11:28
Julia Dombrowsky / watson.de

Mark Zuckerberg: Multimilliardär, Datensammler und jetzt auch noch digitaler Amor!

Der Facebook-Gründer kündigte am Mittwoch bei der F8-Entwicklerkonferenz in San José (Kalifornien) mehrere Neuerungen für sein soziales Netzwerk an – unter anderem eine Dating-Funktion!

Datenschutzprobleme schienen sofort vergessen. Im Publikum herrschte Aufregung: Löst Facebook jetzt Tinder ab?

Was wir bislang über das Dating-Tool wissen und welche Fragen sich jetzt stellen, erklären wir in 11 Punkten.

Warum gerade jetzt?

Laut Zuckerberg sei es an der Zeit gewesen: «Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft Leute auf der Strasse mir sagen, sie hätten sich auf Facebook kennengelernt und mir danken.» Dazu gab es die Geschichte von Roman und Pria, die sich auf Facebook zum ersten Mal sahen und heute zwei Kinder haben. 

200 Millionen User würden sich als Single bezeichnen. «Also gibt es hier offensichtlich was zu tun», so der 33-Jährige weiter.

Kritiker vermuten allerdings, dass es dem Unternehmen so auch gelungen ist, die Diskussion von Datenschutzproblemen auf ein neues, begehrtes Tool umzulenken.

Heisst das dann «Finder»?

Bislang heisst es schlicht: «Dating Home».

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Bild: Giphy

Geht es um Liebe oder Sex?

Eine schnelle Nacht? Nicht mit Facebook. Mit den Schlagwörtern «meaningful relationships» (übersetzt: tiefergehende Beziehungen) im Rücken verkündete Zuckerberg, der Dating-Service sei vor allem für Menschen auf der Suche nach wahrer Liebe gedacht.

«Wir wollen lange Beziehungen ermöglichen, nicht nur zwanglosen Sex.»
Mark Zuckerberg

Journalisten der Deutschen Presseagentur sahen darin einen «unverhohlenen Seitenhieb auf Tinder».

Wie meldet man sich an?

Jeder, der auf Facebook ist, wird den Service nutzen können. «Aber es ist optional», so Zuckerberg. 

Rechts oben neben dem Profilbild wird es ein kleines Herz-Icon geben, auf das man klicken kann. Damit schaltet man sich für den Service frei und kann sein Dating-Profil mit Präferenzen ausfüllen. 

Lerne ich vor allem Leute aus meinem Radius kennen?

Ja. Anhand von einem Beispiel erklärte Facebooks Chef-Produktentwickler Chris Cox, wie User den Service verwenden können. Dabei sprach er von einer imaginären Jennifer aus Chicago. «Sie ist gerade erst in die Stadt gezogen», sagte er. «Sie ist Läuferin und mag Football.»

Anhand ihres Standorts und ihrer Interessen würden «Jennifer» dann Veranstaltungen in ihrer Nähe vorgeschlagen. Klickt sie auf diese Events kann sie sehen, welche anderen Facebook-Singles dort sein werden – und diese kontaktieren.

Wie wird gematched?

«Du kriegst nur Leute vorgeschlagen, die den Dating-Service auch benutzen und zu deinen Präferenzen passen», erklärte Zuckerberg. Heisst: Wer an deinem Wohnort wohnt und sich für ähnliche Veranstaltungen interessiert, wird angezeigt.

Für ein perfektes Match werden aber noch andere Übereinstimmungen abgefragt: Bist du ein Hunde- oder Katzentyp? Was ist deine Körpergröße und politische Einstellung? Hast du Geschwister und sprichst du Spanisch? All diese Informationen sollen gleichgesinnte Menschen zusammenbringen.

Wer auf grosse Männer mit kleinen Hunden steht, kann sich hier durchklicken

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Grosse Männer mit kleinen Hunden
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Empfiehlt Facebook auch gleich, über welche Themen ich sprechen sollte?

Nein. Aber Cox kündigte an, der Kontakt würde so leicht wie möglich gemacht, indem einem ein paar Fotos als Eisbrecher gezeigt werden. «Um eine Unterhaltung zu starten, klickt man auf ein Bild und kommentiert es. So hat man gleich ein richtiges Gesprächsthema.» 

Wie stellt Facebook sicher, dass es keine Fake-Fotos gibt? 

Bislang gar nicht. Facebook wird für die Dating-Funktion auf dieselben Fotos zurückgreifen, die auch im Profil hinterlegt sind. Und ob die fake sind oder nicht, lässt sich (trotz Gesichtserkennung) nicht mit Sicherheit sagen. 

Kann ich da endlich wieder anstupsen?

Von Anstupsen ist noch nichts durchgesickert. Bislang scheinen die Dating-Funktionen sehr klassisch: Man kann sich schreiben.

«Der private Chat wird aus Sicherheitsgründen nur auf Text basieren.»
Chris Cox

Bekommt mein Partner mit, wenn ich das ausprobiere?

Nein. Denn deine Facebook-Freunde werden nicht sehen können, ob du dich auf der Dating-App befindest und dir auch nicht als Partner vorgeschlagen, so dass dich eigentlich keiner aus Versehen entdecken kann.

«Dein Dating-Profil ist unsichtbar für deine Bekannten und taucht auch nicht im Newsfeed oder irgendwo anders auf», so Cox. «Wir hatten dabei Sicherheit und Diskretion im Kopf.»

...Moment! Ich dachte, es geht hier um ernste Beziehungen? Klingt eher wie ein Fremdgeh-Tool.

Nun ja. Fassen wir zusammen:

  • Niemand deiner Freunde wird sehen, ob du beim Dating-Service angemeldet bist
  • Deine Freunde werden dir gar nicht erst als Partner vorgeschlagen
  • Deine Flirt-Nachrichten werden auf einen privaten Kanal gespielt, der nicht mit Messenger oder WhatsApp verbunden ist
  • Es wird nur dein Vorname angezeigt

«Aus Privat- und Sicherheitsgründen», erklärt Zuckerberg. 

Wann geht es los?

Cox schloss seinen Vortrag mit den vagen Worten: «Wir freuen uns darauf, euch in den nächsten Monaten mehr sagen zu können.» Ein konkreter Starttermin wurde nicht genannt.

Wie reagierte Tinder darauf?

Mit einem Pokerface. Tinder gehört zur Match-Group. Und deren Sprecherin gab unmittelbar nach Zuckerbergs Ankündigung ein Statement ab. «Wir sind über das Timing überrascht, wenn man in Betracht zieht, wie sensibel und persönlich die Daten in diesem Bereich sind», sagte sie. «Wir kennen uns damit besser aus als alle anderen. Facebooks Beteiligung wird für uns alle sehr erfrischend sein.»

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