Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Jedes fünfte Opfer ist ein Mann – drei von ihnen erzählen ihre Geschichte

Zuschlagen, einsperren, verunglimpfen: Häusliche Gewalt kennt viele Formen. Frauen machen so etwas nicht, denkt man. Doch bei den Schweizer Fachstellen melden sich immer mehr Männer, die von ihren Partnerinnen gepeinigt werden.

Samuel Schumacher / ch media



Seit 2004 ist häusliche Gewalt in der Schweiz ein Offizialdelikt. Verfolgt werden muss es auch dann, wenn Betroffene keine Anzeige erstatten. 2017 wurden in der Schweiz insgesamt 9322 Personen beschuldigt, häusliche Gewalt begangen zu haben. © PEKKA SAKKI/Key

Seit 2004 ist häusliche Gewalt in der Schweiz ein Offizialdelikt. Verfolgt werden muss es auch dann, wenn Betroffene keine Anzeige erstatten. 2017 wurden in der Schweiz insgesamt 9322 Personen beschuldigt, häusliche Gewalt begangen zu haben.  Bild: Keystone

Ein «gravierendes Problem» stand im Zentrum der Konferenz, für die am Dienstag 270 Fachpersonen nach Bern gereist waren: häusliche Gewalt. Anlass für die Zusammenkunft gab die am 1. April in Kraft getretene «Istanbul-Konvention», die die Schweiz zur Bekämpfung häuslicher Gewalt verpflichtet.

Auf dem Weg zur Konferenz dürften manchem Teilnehmer die neuen Plakate in den Berner Trams und Bussen aufgefallen sein. Darauf zu sehen ist ein Symbol-Männchen, übersät mit blauen Flecken und Beulen. Darunter steht: «Fachstelle Häusliche Gewalt. Ein Angebot auch für Männer».

«Wenn ich als Mann von meiner Frau angegriffen werde und mich zur Wehr setze, dann laufe ich Gefahr, als Gewaltverursacher dazustehen»

Nicht alle Täter sind Männer

Die neue Kampagne der Berner Fachstelle will auf einen Fakt aufmerksam machen, den das «Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt», wie die Istanbul-Konvention offiziell heisst, ausser Acht lässt: Nicht alle Täter sind Männer, nicht alle Opfer Frauen.

Der gegenteilige Fall tritt immer häufiger ein. Laut dem Bundesamt für Statistik ist in der Schweiz jede vierte wegen häuslicher Gewalt angezeigte Person eine Frau. 2017 wurden 7059 Männer und 2263 Frauen wegen häuslicher Gewalt beschuldigt. Die Zahlen decken sich mit jenen der Fachstelle Häusliche Gewalt. Dort ist jede fünfte hilfesuchende Person ein Mann.

Hilfsangebot: Wo sich Opfer melden können

Image

Betroffene finden auf der Homepage des Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann ein Verzeichnis mit allen kantonalen Opferberatungsstellen. Die neue Kampagne, die auf männliche Opfer aufmerksam macht, wurde von der Berner Fachstelle HäuslicheGewalt lanciert (fhg@bern.ch, 031 321 63 02). Spezifisch an männliche Opfer richtet sich das Angebot des Vereins «ZwüscheHalt», der in den Kantonen Bern, Luzern und Aargau je ein Männerhaus betreibt.

Gefährliche Klischees

Männer als Opfer häuslicher Gewalt: Mit diesem Bild tut sich die Gesellschaft schwer. Der Berner Gemeinderat Reto Nause brachte es bei der Vorstellung der neuen Plakat-Kampagne auf den Punkt: «Über dieses Tabu spricht man nicht. Man erträgt es oder man arrangiert sich damit, aber sich jemandem anvertrauen, das machen die wenigsten Männer», sagte Nause.

Sich jemandem anvertrauen, das war auch für Philippe schwierig. Der 51-Jährige, der in Wirklichkeit anders heisst, hat zuerst gezögert. Zweifel plagten ihn, ob er wirklich die Polizei verständigen soll. Doch die Aggressionen der Partnerin, ihr impulsives Verhalten, all die nicht verarbeiteten Emotionen, die sie auf ihn projizierte, das hielt er irgendwann nicht mehr aus. «Es gab Übergriffe, verbale und auch körperliche», sagt Philippe am Telefon. Er hat sich für das Gespräch auf ein Feld verzogen. Er will nicht, dass ihm irgendjemand zuhört.

«Eine Person sagte mir: Nur weil du zu feige warst, dich zu wehren, willst du deine Ex jetzt in Bedrängnis bringen? Spinnst du?»

Frauen haben eigene Form von Gewalt

Nachdem die Situation zu Hause ein weiteres Mal eskalierte, hatte er die Polizei informiert und wurde an die Fachstelle für Häusliche Gewalt weitergeleitet. Dort habe man ihm geholfen, sagt Philippe. Doch die alten Klischees seien nur schwer zu durchbrechen. «Historisch gesehen war immer der Mann der Gewalttäter.

Durch die #MeToo-Bewegung wurde diese Ansicht in letzter Zeit wieder verstärkt», sagt Philippe. «Wenn ich als Mann von meiner Frau angegriffen werde und mich zur Wehr setze, dann laufe ich Gefahr, als Gewaltverursacher dazustehen.» Frauen hätten ihre eigene Form von Gewalt. Philippe hat das am eigenen Leib erlebt.

Hohe Dunkelziffer

Nur wenige Männer trauen sich, in diesen Situationen Hilfe zu holen. Zu wenige, findet die Fachstelle Häusliche Gewalt. Die Dunkelziffer männlicher Gewaltopfer sei hoch, glauben die Berner Experten. Scham, die Angst, die eigenen Kinder zu verlieren, und das alte Klischee, dass das «starke Geschlecht» doch gar nicht Opfer sein könne: Das sind die Hindernisse, die Männer überwinden müssen, bevor sie sich an externe Stellen wenden.

Ohne Scham über die eigenen Gewalterfahrungen sprechen, das tut praktisch keiner. Wer einen Mann finden will, der mit seinem Namen hinsteht und erzählt, muss sich bis ins deutsche Koblenz durchtelefonieren. Dort wohnt der IT-Unternehmer Rene Pickhardt. Der 33-Jährige hat häusliche Gewalt erlebt. Pickhardt war traumatisiert, konnte eine Weile lang nicht mehr sprechen. Genauer ins Detail gehen möchte er nicht. Viel wichtiger sei, was danach passierte, sagt er.

«Über dieses Tabu spricht man nicht. Man erträgt es oder man arrangiert sich damit, aber sich jemandem anvertrauen, das machen die wenigsten Männer»

Berner Gemeinderat Reto Nause

Nur auf weibliche Opfer eingestellt

Beim Versuch, Hilfe zu holen, stiess Pickhardt nur auf verschlossene Türen. Er meldete sich bei einem Verein für Opfer häuslicher Gewalt. «Die waren aber nur auf weibliche Opfer eingestellt», erzählt er. Auch in der Reha-Klinik, in die er sich einliefern liess, gab es keine spezifischen Hilfsangebote für Männer. «Ich will keine Opferolympiade lostreten», sagt Pickhardt. «Aber knapp 25 Prozent aller Opfer von häuslicher Gewalt sind Männer. Das widerspiegelt sich nicht im Hilfsangebot.»

Genauso schlimm waren für Pickhardt die Reaktionen seiner Bekannten. «Eine Person sagte mir: Nur weil du zu feige warst, dich zu wehren, willst du deine Ex jetzt in Bedrängnis bringen? Spinnst du?» Das Bild vom Mann als Opfer sei noch nicht in den Köpfen angekommen – und das müsse sich dringend ändern.

Sie sagen nicht mehr «Papa»

Wie schwierig es für einen Mann werden kann, dem Täter-Klischee zu entkommen, das weiss auch Martin. Der 43-Jährige sitzt am Esstisch des Berner Männerhauses «ZwüscheHalt». Goldenes Herbstlicht fällt durchs Fenster, doch Martin sieht nur schwarz. Fast zwei Stunden lang erzählt er von seinem Schicksal, von der Frau, die ihn gedrängt hat, Kinder zu machen, und die ihm diese Kinder eines Tages plötzlich wegnahm.

Ihm, der sich zwei Jahre lang tagtäglich mit aller Liebe um die Zwillinge gekümmert habe, während sie Vollzeit arbeitete und ihre freien Stunden mit ihren Freundinnen verbrachte. Doch eines Morgens sei sie plötzlich ins Frauenhaus gegangen, ohne Vorwarnung. «Dort hat sie erzählt, ich sei gewalttätig und hätte die Kinder geschlagen», sagt Martin. Seine Stimme bebt, die Verzweiflung steht ihm ins übernächtigte Gesicht geschrieben.

Keine blauen Flecken und doch verletzt

Nie habe er den Kindern etwas angetan, und nie habe ihm irgendjemand das Gegenteil bewiesen. «Stellen Sie sich einmal vor, ich hätte meiner Frau die Kinder weggenommen. Dann würde ich als Krimineller dastehen, nur weil ich ein Mann bin», sagt Martin. Sein Anwalt habe ihm trotzdem geraten, den Gerichtsentscheid, der seiner Frau recht gab, nicht anzufechten. Als Mann, sagte der Anwalt, sei er in dieser Sache schlicht weniger glaubwürdig.

Martin steht den Tränen nahe. Die Kinder sieht er noch drei Stunden pro Woche. Verstehen tun sie ihren französischsprachigen Vater kaum noch, «Papa» sagen sie ihm nicht mehr. «Ich bin ein Opfer der Lügen meiner Frau», sagt er. Blaue Flecken hinterliess die Tat bei ihm nicht. Wunden hingegen schon, richtig tiefe. (aargauerzeitung.ch)

Wenn Erwachsene ein Kinder-Malbuch in die Finger kriegen

Weil ihr das Menu nicht schmeckte – Frau würgt Mitarbeiterin

Play Icon

Video: watson/nfr

Das könnte dich auch interessieren:

Danach suchen Schweizer und Schweizerinnen auf Pornhub am meisten

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

«14 Uhr: Claras Haut ist rot»: Kitas informieren Eltern neu per Liveticker über ihre Kids

Link to Article

Selbst Trump spricht nun von einem Impeachment

Link to Article

«Hi-Tech-Roboter» in russischer Fernsehshow entpuppt sich als verkleideter Mensch

Link to Article

Tumblrs neuer Pornofilter ist ein riesiger Fail – wie diese 19 Tweets beweisen

Link to Article

Netflix' zweite deutsche Original-Serie ist da – und ein riesiger Fail

Link to Article

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt Viren-Drohnen

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
58
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Karl33 17.11.2018 00:10
    Highlight Highlight Was will man sagen. Gleichstellung 2018.
  • Gummibär 16.11.2018 21:07
    Highlight Highlight Verschiedene Formen und Richtungen der Gewalt können und dürfen nicht gegeneinander aufgerechnet werden;sie sind alle per se zu verurteilen.
    Ob Gewalt an einem Mann, einer Frau, einem/r Pflegebedürftigen, einem Kind, persönlich oder institutionell, das Opfer fühlt den Schmerz genau gleich tief.
    Ich wünsche allen Menschen, dass sie nie Gewalt erleiden müssen und dass solche die bereits Opfer sind, sich aus der Lage befreien können.
  • no-Name 16.11.2018 18:19
    Highlight Highlight Spitalalltag: wenn ich von einer “Oma” aufgefordert werde mich als “knackiger jüngling” zu ihr zu legen oder bei der Intimwäsche blöde Kommentare fallen ist die Kaffeepausenreaktion meiner Kolleginnen auf solche Anekdoten immer: “haha! Ach komm schon! Könntest bizeli offener sein!” Oder “oohh!! Du armer gefällst einer Oma!”.

    Welchen vorurteilen aber 95% der patienten über 75 aus ruralen Gebieten für ausgesetzt sind weil “fräulein” noch im wortschatz ist.... die sind schmierige grabschsäue! Das merkt man denen an!

    Ja, als mann hat man (sexuelle)gewalt zu ertragen. Wohl wegen den boxershorts.
  • AenduF 16.11.2018 17:32
    Highlight Highlight Wie einige schon geschrieben haben, finde ich auch, dass die Problematik der psychischen Gewalt, die eben oft auch der Auslöser für physische Gewalt ist, ein nicht zu unterschätzendes Problem ist. Zumal, das Empfinden, wann Psychoterror zur Gewalt wird sehr individuell wahrgenommen wird. Das macht es so schwierig diese benennen zu können.
    Was ich bezweifle ist, dass man jemanden im Streit 'unbewusst' kommunikativ in die Ecke drängt. Je nach Eskalationsstadium gehe ich vielmehr in den meisten Fällen von bewusst verursachender Verletzung aus. Nicht ausschliesslich aber oft.
  • Rhabarber 16.11.2018 16:45
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht war #MeToo niemals rein weiblich. Ich habe viele Männer gesehen, die es mit #MeToo gewagt haben, mit ihrer Geschichte rauszukommen.
    Das Problem ist weder männlich noch weiblich. Denn keiner ist von Natur aus geborener Täter oder Opfer. Es sind die gesellschaftlichen Rollenbilder mit denen wir aufwachsen und die zu viele kaputt machen. Das soll keine TäterInnen schützen, sondern die Richtung für Lösungsmöglichkeiten anzeigen.
    Stopp dem Geschlechterkrieg! #MeToo gehört allen. Arbeiten wir für den Frieden. Überall und für jeden!
  • The Writer Formerly Known as Peter 16.11.2018 15:53
    Highlight Highlight Habe da auch so meine Erfahrungen gemacht mit der Gewalt von Frauen. Es waren keine Tätlichkeiten. Sie stellte jedoch eine unbegründete Anzeige bei der Polizei, bei der diese natürlich tätig werden musste. Weil ich mich natürlich auch nicht einfach so wegen einer unbegründeten Anzeige beuge, warf man mich kurzerhand in den Knast. Tja, so tickt unsere Justiz. Das gleiche umgekehrt, wäre undenkbar. Seither weiss ich auch, was ich von dem Staat und der Justiz zu halten habe.
  • Linus Luchs 16.11.2018 15:33
    Highlight Highlight So lange Gewalt von Frauen an Männern gegen Gewalt von Männern an Frauen ausgespielt wird, ist die Debatte destruktiv. Das bringt nichts. Die Fälle, die im Artikel beschrieben werden, sind wahr. Die Fälle, die im Rahmen von #metoo bekannt wurden, sind auch wahr. Das eine schliesst das andere nicht aus. Wir müssen über Normen und Rollen nachdenken, über individuelle Unterschiede und gesellschaftliche Erwartungen, über Erziehung und Vorbilder. Wenn in der Diskussion der "common sense" gilt, dass Frauen und Männer gleichberechtigte und gleichwertige Menschen sind, sind wir auf einem guten Weg.
  • Mutbürgerin 16.11.2018 14:40
    Highlight Highlight Das Wort Gewalt wird hier doch im falschen Zusammenhang genannt. Es geht doch eher um Betrug oder Denunzierung. Wenn es im Zusammenleben nicht mehr klappt kann doch jeder seinen eigenen Weg gehen. Hier ist aber das Problem, dass die Frauen bei Scheidungen und Kindern massiv begünstigt werden. Dies lässt sich nur lösen, wenn die Scheidung per Gesetz eine 50/50 Regelung bei Unterhalt und Kindesbesuchsrecht zwingend vorsieht.
    • Gawayn 16.11.2018 17:39
      Highlight Highlight Gewalt ganz gleich ob physisch oder Psychisch, ist mies und gemein.
      Es ist und bleibt Gewalt und fordert seine Opfer und schlägt Wunden.

      Es stimmt auch nicht das keine physische Gewalt von Frauen gegen Männer gibt.

      Nicht jeder Mann ist ein bulliger Herkules
      Nicht jede Frau ein zierliches Gretchen.

      Es ist aber Fakt, wenn auf offener Strasse ein Mann eine Frau verprügelt, ist sehr wahrscheinlich das jemand zu Hilfe eilt, oder die Polizei gerufen wird.

      Umgekehrt guckt die Menge bei PopCorn und Cola zu....
    • Linus Luchs 16.11.2018 17:45
      Highlight Highlight Mutbürgerin, mit dem zweiten Teil bin ich sehr einverstanden. Aber was den ersten betrifft, sehe ich es anders, leider aus bitterer Erfahrung. Wie Sie selber schreiben, in Trennungssituationen war es in der Schweiz bis jetzt so, dass eine Mutter auf die Unterstützung von Behörden und Gerichten zählen konnte, wenn sie gewillt war, den Kontakt zwischen Kind und Vater zu erschweren oder gar zu verhindern. Das ist eine Form von Gewalt. Die seelischen Verletzungen sind massiv, bei den Kindern und den Vätern, und die Heilung kann Jahrzehnte dauern, falls sie überhaupt gelingt.
  • Statler 16.11.2018 13:44
    Highlight Highlight Wow, was für eine Überraschung! Es gibt auch Frauen, die Gewalt ausüben? neiaberau...
    Vielleicht merkt man's jetzt langsam, dass es egal ist, welches Geschlecht die Person hat, welche die Gewalt ausübt. Und auch, dass Gewalt nicht immer blaue Flecken hinterlässt. Meine persönlichen Narben sieht keiner und ich hab' sie auch von 'ner Frau.
    Das Thema ist doch eigentlich, dass Menschen ihre Macht missbrauchen. Wie das geschieht hat viele Facetten und logischerweise gibt's das bei beiden Geschlechtern. Die Forderung sollte also «Stoppt Gewalt» heissen - ob an Frauen oder Männern, ist zweitrangig.
  • Matti_St 16.11.2018 13:33
    Highlight Highlight Als ich dieses Thema hier bei den ganzen Artikel über Gewalt an Frauen angeschnitten habe, hagelte es Blitze.
    Danke für den Artikel, der längst überfällig war.
    • River 16.11.2018 14:14
      Highlight Highlight Ja, weil es da um das Eine ging und nicht um das Andere.
    • Matti_St 16.11.2018 14:28
      Highlight Highlight @River, man kann nicht nur das eine anschauen, ohne das Ganze zu sehen.
    • sealeane 16.11.2018 14:59
      Highlight Highlight Das problem ist halt, das es dann oft wie ausflüchte oder kleinredwn / ablenken rüber kommt.
      Natürlich hast du recht (aus eigener erfahrung), aber machmal ists einfach der falsche moment :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matrixx 16.11.2018 13:13
    Highlight Highlight Und währenddessen kämpft der Feminismus dafür, dass alle Texte gendergerecht verfasst werden...
    • Ivana101 16.11.2018 14:54
      Highlight Highlight Nein, der Feminismus befasst sich auch mit Problemen von Männern. Es geht darum, dass beide Geschlechter von traditionellen Geschlechterrollen befreit werden (z.B. Männer dürfen keine Schwäche zeigen, Frauen sind emotional etc.) Schau dir die Rede über Feminismus von UN-Botschafterin Emma Watson vor den vereinten Nationen an, sie spricht diese Themen gut an. :)
    • Matrixx 16.11.2018 18:08
      Highlight Highlight Davon hört, sieht und merkt man nichts.
      Wenn Feministinnen dies tun, sollen sie es doch bitte zeigen.
      Aber man sucht lieber jeden Tag nach etwas neuem, mit dem man der Menschheit auf den Sack gehen kann.
    • Siebenstein 17.11.2018 03:36
      Highlight Highlight @Matrixx: Du hast das bisher eher als das wahrgenommen was die Medien daraus machen. Du kannst das doch bei so vielen Themen sehen, es muss ins Auge springen und so sensationell wie möglich klingen! Wie es auch im Netz genau gleich ist, Klicks generieren Geld...
  • wolge 16.11.2018 12:40
    Highlight Highlight Meines Erachtens ein Riesiges Thema. Auch psychologische Gewalt ist Gewalt, nur lässt sich diese sehr schlecht nachweisen. Wenn wir von ernsthafter Gleichberechtigung sprechen so müssen wir den Fokus weg vom Geschlecht hin zum Lebewesen legen
    • Garp 16.11.2018 13:20
      Highlight Highlight Es heisst psychische Gewalt und ja die ist ein grosses Problem, weil sie oft auch schwer zu erkennen ist und viele es nicht anders kennen, weil extrem verbreitet. Es gibt dazu auch viel zu wenig Forschung und angezeigt werden kann sie auch nicht.
  • Leckerbissen 16.11.2018 12:12
    Highlight Highlight Kann gar nicht sein. Feministen und MeToo sagt mir etwas anderes.
    • Ivana101 16.11.2018 14:55
      Highlight Highlight Männer waren und sind auch ein Teil der MeToo-Bewegung.
  • Hans der Dampfer 16.11.2018 12:10
    Highlight Highlight Wie die Gesellschaft tickt, habe ich auch erfahren. Mich hat eine Lehrerin in der 4 Klasse in der Schule unter den Pulli gefasst und die Brust gestreichelt. Wenn ich das heute Frauen erzähle, sind einige betroffen und andere zucken mit der Schulter und die meisten Männer sagen dazu so etwas wie: "Echt? ist doch geil?!". Als Mann kannst du von den meisten Männern kein Verständnis erwarten weil wir immer stark sein müssen und solche Probleme keine wirklichen Probleme sind.
  • Garp 16.11.2018 12:08
    Highlight Highlight Es ist wichtig, wird dieses Thema endlich etwas enttabuisiert. Bis zur gänzlichen Enttabuisierung wird es wohl noch dauern. Es muss auch für Männer genügend Anlaufstellen und Ansprechpartner geben und auch immer wieder darüber berichtet werden.

  • Siebenstein 16.11.2018 12:03
    Highlight Highlight Da beisst sich die differente Art der Kommunikation zwischen Frauen und Männern mitunter. Frauen regeln viel mehr über die Sprache als Männer, wenn diese nicht mithalten können auf diesem Gebiet (nicht einmal unbedingt bezüglich des Intellekts) wird es brenzlig. Die Frau hat das Gefühl nicht ernstgenommen zu werden und der Mann fühlt sich in die Ecke gedrängt. Daraufhin muss zwar keine körperliche Gewalt folgen, kann aber.
    • Garp 16.11.2018 13:26
      Highlight Highlight Der/die Täter/in hat für sich immer plausible Gründe. Bis er sich mit sich mit sich selber ernsthaft konfrontiert. Um etwas zu ändern braucht es dann in der Regel professionelle Hilfe. Dazu müsste es auch Anlaufstellen geben für Frauen als Täterinnen und Männer als Täter. Das ist noch ein langer Weg. Und die Gesellschaft muss aufhören jede Form von Gewalt zu tolerieren und reproduzieren.
    • JasCar 16.11.2018 13:34
      Highlight Highlight Warum du so viele Blitze bekommst, versteh ich nicht.
      Ich empfinde es auch so, dass Frauen kommunikativ "stärker" sind, und Männer damit in die Ecke drängen können.
      Und zwar oft völlig unbewusst.
      Das passiert nämlich auch mir. Und dann fühlen wir beide uns als Opfer. Ich mich unverstanden, er sich in die Ecke gedrängt.
      Zum Glück sind wir aber kontrolliert genug, und können uns beherrschen.
      Das können nicht alle, und wenn es die Frau nicht kann, ist es für den Mann kompliziert:
      Entweder er lässt mit sich machen, oder riskiert es, als der "Böse" dazustehen, weil physisch stärker...
    • Bama 16.11.2018 16:30
      Highlight Highlight Weil das mit der vermeintlich besseren Kommunikation der Frauen ein totaler Quatsch ist. Genau der gleiche Quatsch wie früher die Behauptung, dass Männer intelligenter sind als Frauen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blumenkohl 16.11.2018 11:33
    Highlight Highlight Danke für diesen wertvollen Beitrag!
  • who cares? 16.11.2018 11:32
    Highlight Highlight Dieser Artikel zeigt, dass noch viel zu tun ist bezüglich Geschlechtergleichstellung.
    Richtiger Feminismus (auch wenn das Wort hier seltsam anmutet) steht auch für diese Männer ein. Die Abschaffung von Geschlechterrollen eröffnet Mann und Frau diese Möglichkeit. Männliche Opfer müssen genau so ernst genommen werden wie weibliche und die Rolle des "starken Mannes", dem so etwas ja niiie passieren könnte, muss weg.
    Darum gibt es hier keinen whataboutism, im Stile von "aber Frauen sind 80% der Opfer mimimi" von mir. Wäre schön wenn das auch bei Artikeln mit dem Thema Frauen mal ausbleibt.
    • Dr. oec. 16.11.2018 11:57
      Highlight Highlight "Richtige" Feministinnen betonen das seit jeher.
    • hansjakobine 16.11.2018 12:04
      Highlight Highlight UND trotzdem hast du es erwähnt. Wirklich zu "schweigen" zu gewissen Themen, zu gewissen Zeitpunkten heisst, KEIN Wort dazu zu sagen.
    • who cares? 16.11.2018 12:10
      Highlight Highlight @Besorgter Bürger: das war auch nicht als Verunglimpfung von Feminismus gedacht. Ich sehe mich absolut als Feministin und habe auch kein Problem, mich als solche zu bezeichnen. Auch nehme ich öfters (auf watson)-unpopuläre Positionen ein, wenn die 20min Leserschaft bei Metoo-Artikeln mal wieder durchscheint.
    Weitere Antworten anzeigen

Shampoos, Kleider und Autos werden (wahrscheinlich) billiger

Importierte Kleider, Autos, Haushaltsgeräte oder Körperpflegeprodukte sollen billiger werden. Der Bundesrat will sämtliche Industriezölle abschaffen. Er hat am Freitag die Vernehmlassung dazu eröffnet.

Den Plan hatte der Bundesrat vor einem Jahr angekündigt, im Rahmen eines Massnahmenpaketes gegen die Hochpreisinsel Schweiz. Nun will er ihn umsetzen.

Die Aufhebung der Industriezölle werde sich für Konsumentinnen und Konsumenten positiv auswirken, heisst es im Bericht zur Vernehmlassung. Diese …

Artikel lesen
Link to Article