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Noch kein Entscheid über US-Raketenangriff in Syrien

13.04.18, 07:00

US-Präsident Donald Trump hat noch nicht abschliessend über einen möglichen Raketenangriff in Syrien entschieden. Trump habe ein Treffen mit seinen Beratern für Nationale Sicherheit beendet, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders am Donnerstag in Washington.

Dabei sei kein endgültiger Beschluss gefällt worden. Die US-Regierung werte derzeit weiter Geheimdiensterkenntnisse aus und führe Gespräche mit Partnern sowie Verbündeten, hiess es weiter.

Trump telefonierte zudem mit der britischen Premierministerin Theresa May. Mays Büro teilte nach dem Gespräch mit, dass Trump und May sich einig gewesen seien, dass der Einsatz von Chemiewaffen durch das syrische Militär «nicht unbeantwortet» bleiben könne. Ein weiterer Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung müsse verhindert werden. Über ein geplantes Telefonat Trumps mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron lagen keine Informationen vor.

Steigende Kriegsgefahr

Nach gegenseitigen Drohungen der USA und Russlands in der Syrien-Krise waren die beiden Atommächte zuletzt bemüht, einen bewaffneten Konflikt abzuwenden. Beide Staaten stünden in Kontakt, die entsprechende Telefonleitung werde genutzt, erklärte das Präsidialamt am Donnerstag in Moskau. Der russische Uno-Botschafter Wassili Nebensia sagte, erste Priorität müsse sein, einen Krieg zwischen Russland und den USA abzuwenden. Ausgeschlossen werden könne dies allerdings nicht. Trump, der zunächst einen Angriff in Syrien angekündigt hatte, twitterte, er habe nie gesagt, wann dies geschehen werde. Später stellte er in Aussicht, eine Entscheidung falle «recht bald».

Mit der Ankündigung des Angriffs reagierte Trump auf Berichte über einen Giftgas-Angriff im syrischen Duma. Der Westen machte umgehend Syriens Präsident Baschar al-Assad dafür verantwortlich. Syrien und Russland sprachen von einer Inszenierung, die den Vorwand für einen Militärschlag gegen Syrien liefern solle.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, an militärischen Aktionen werde sich Deutschland nicht beteiligen. Es sei aber klar, «dass dieser Einsatz von Chemiewaffen nicht akzeptabel ist... Einfach gar nichts zu tun, ist auch schwierig.» Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, rechnet im Syrien-Konflikt mit einem Militärschlag Trumps. «Nach der massiven Warnung wird Trump nicht mehr hinter seine Drohungen zurückkönnen», sagte Kornblum den Zeitungen der «Funke Mediengruppe».

Frankreich mit Beweismaterial

In New York suchte der Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen einen Ausweg aus der Krise. Auf Antrag Russlands soll das höchste Uno-Gremium am Freitag zu einer neue, öffentlichen Sitzung zusammenkommen.

Frankreich hat nach Macrons Worten Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen seitens der syrischen Regierung. In Washington sagte US-Verteidigungsminister James Mattis, endgültige Beweise für den Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung würden noch gesucht.

Der Sender MSNBC berichtete, Blut- und Urinproben legten den Einsatz chemischer Waffen nahe. Der Sender berief sich ohne nähere Angaben auf zwei Regierungsmitarbeiter, die mit Erkenntnissen eines Geheimdienstes vertraut seien. Es seien Chlorgas und ein namenloses Nervengas eingesetzt worden. Sie hätten Vertrauen in die Geheimdiensterkenntnisse, wenn auch nicht zu 100 Prozent.

Britische U-Boote sind unterdessen nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in Position und Reichweite, um Marschflugkörper nach Syrien zu starten. Das Verteidigungsministerium lehnte dazu aber jeden Kommentar ab. (sda/reu/dpa)

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