DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
bild: shutterstock
Yonnihof

Schlechtwetterfreuden

Warum's ab und an lustig ist, wenn's schifft. Sogar im Sommer.
23.07.2014, 22:1024.07.2014, 11:13

Ich erinnere mich noch. Damals. Vor gefühlten 750 Jahren. Als ich noch jung war (olé) und zur Schule musste (buuuh). Ich musste samstagmorgens jeweils noch zur Schule – in der Primar war das noch lässig, weil wir samstags jeweils Schwimmunterricht hatten. Nicht mehr so lustig fand ich's ab der Sek bis zur Matur (ja, so alt bin ich). 

Diese schauerlichen Zustände führten dazu, dass es nichts Schöneres gab als Ferien, allen voran: Die Sommerferien. Ich liebte sie! Ich spielte im Wald «Räuber und Poli», fuhr mit meinem Vater ins Pfahlbauerdorf oder machte Ausflüge mit dem Ferienpass ins Technorama. Ausserdem gab's immer vor den Ferien die Bastelbögen zu kaufen und somit war ich mindestens drei Tage damit beschäftigt, die Kyburg so zusammenzusetzen, dass sie auch wie die Kyburg aussah und nicht wie irgendeine Ork-Festung in Narnia.

Die Katze wurde beinahe zu Tode gestreichelt.

Was damals wie heute jedoch jegliche Ferienfreude versauen konnte und kann, war mieses Wetter. Schiffte es einige Tage hintereinander, waren alle Barbies gekämmt, die Katze beinahe zu Tode gestreichelt und alle Gummitwist-Formationen im Wohnzimmer bis zur Perfektion durchgeübt, sank die Stimmung auf ein Level, bei dem die Hauptaufgabe meiner Mutter darin bestand, meinen Bruder und mich davon abzuhalten, einander umzubringen.

Und auch heute bemerke ich nach einigen Tagen, an denen ich nicht raus kann/muss, dass mich die kleinsten Dinge zu nerven beginnen. Ich find' dann das Wetter Scheisse und alle, die sich auf Facebook drüber beklagen und dann auch noch all diejenigen, die sich über diejenigen beklagen, die sich über's Wetter beklagen. Also genau genommen finde ich dann auch mich Scheisse. So ist das mit dem miesen Wetter. Stimmungstöter, Ferienversauer, Meteorologietubel. Voilà.

10 lustige Ideen für den Schlechtwettersommer.

Nun, da es nicht nur mir so geht, sondern auch vielen anderen, habe ich mir einmal überlegt, was es denn so für lustige und unterhaltsame Dinge gibt, die man während der Ferien bei schlechtem Wetter so tun kann. Hier zehn Ideen:

1. Klauen Sie nachts auf einer Baustelle von diesen orangenen Töggeln (ja, die vom VLC-Player). Fahren Sie im Anschluss frühmorgens zum Alpamare und sperren Sie die Hälfte aller dort vorhandenen Parkplätze ab. Schauen Sie popcorn-essend zu, wie die eintreffenden Gäste langsam den Verstand verlieren. Lachen Sie hämisch.

2. Setzen Sie sich vor die Glotze und stellen Sie sich bei jeder Werbung vor, es gehe um Tampons. Ich habe es ausprobiert und es ist lustiger, als man es sich vorstellen kann. 

3. Fahren Sie in eine Fastfood-Bude Ihrer Wahl und fragen Sie bei jedem Burger, ob er vegan ist. Sobald Sie der/die Mitarbeitende entnervt fragt, ob Sie nicht vielleicht einen Salat wollen, schreien Sie: «Ich stelle hier die Fragen!»

4. Setzen Sie sich in einem Restaurant an einen Tisch und bestellen Sie sich ein Getränk. Lehnen Sie sich im Anschluss zu den neben Ihnen sitzenden, essenden Gästen hinüber und sagen Sie leise: «Wissen Sie, Leute wie Sie braucht die Welt. Wirklich. Was die Zeitungen so schreiben, kann man ja heute eh nicht mehr ernst nehmen, die bauschen alles so auf. ‹Uuuuuh, 50 vergiftete Gäste, uuuuh›. Und der Mann, der an der Lebensmittelvergiftung gestorben ist, war ja schon 50. Aso bisseguet. Da passiert das schon mal. Ich finde Sie super! Echt! En Guete! »

5. Wohnen Sie, wie ich, in einem eher anrüchigen Viertel, setzen Sie sich mit einem Stuhl auf den überdachten Balkon, winken Sie jedem Freier zu, der das Bordell gegenüber verlässt und rufen Sie fröhlich: «En Gruess de Frau!»

6. Fragen Sie im Supermarkt an der Kasse, wenn man Ihnen den Endbetrag nennt, ob man da noch was am Preis machen kann. Wenn der/die Verkäufer/in verneint, sagen Sie, dass Sie aber kein Tourist seien, sie seien von hier und dass sich da doch was machen lassen müsse. Ihre Freundin kenne ausserdem die Frau des Filialleiters. Zwinkern Sie dabei möglichst dämlich.

7. Wenn Sie im Zug in einem Viererabteil sitzen und Sie jemand fragt, ob «da na frei isch», sagen Sie, einer der drei freien Plätze sei besetzt. Wenn sich die Person hingesetzt hat, sagen Sie: «Das ist der besetzte Platz».

8. Posten Sie auf Facebook eine möglichst extreme Aussage pro oder contra Kinderbekommen. Lehnen Sie sich zurück und schauen Sie zu, wie der Krieg seinen Lauf nimmt.

9. Lesen Sie sich durch öffentliche Kommentarspalten und trinken Sie jedes Mal, wenn die Wörter «Eidgenosse», «Gutmensch» oder «Nazikeule» vorkommen, einen Shot. Wachen Sie vier Tage später wieder aus dem Koma auf.

10. Gehen Sie durch die Make-Up- und Parfüm-Abteilung eines Warenhauses. Wenn man Sie fragt, ob Sie gerne etwas testen würden, schauen Sie wehmütig und sagen Sie: «Ich ... ich weiss, das kommt nun überraschend ... Aber: Ich bin erst 32 und einfach noch nicht bereit für ein solches Commitment. Es ... es tut mir so leid!» Streichen Sie der Verkaufsperson sanft über die Wange und flüstern Sie: «Adieu.»

Yonni Meyer
Sie gilt als Schweizer Facebook-Phänomen: Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen - direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony - aber nicht weniger unverblümt.

Pony M. auf Facebook

Yonni Meyer online

Mehr zum Thema

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Autorin setzte sich heute mit dem Umgang mit Täterschaft und Opfern in Fällen (sexueller) Übergriffe auseinander. Das Fazit sagt: VERBÜNDET EUCH!

Heute habe ich hier auf Watson darüber geschrieben, dass es zwar wichtig sei, sexuelle/physische Übergriffe zu verhindern, indem man potentielle Täterschaften erzieht/im Kern erstickt, dass ich aber trotzdem finde, dass wir als Menschen gewappnet sein müssen, weil es halt immer dieses eine A****loch geben wird, das macht, was es will, auch wenn wir noch so sehr am Thema und an den Skills zur Verhinderung von Übergriffen arbeiten.

Zur Story