Pakistan
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Pakistan startet Notimpfkampagne wegen steigender Polio-Fälle



A Pakistani health worker gives a polio vaccine to children under tight security, in Peshawar, Pakistan, Monday, Oct. 24, 2016. Polio remains endemic in Pakistan after the Taliban banned vaccinations, instigated attacks targeting medical staffers and spread suspicions about the vacine. (AP Photo/Mohammad Sajjad)

Bild: AP/AP

Pakistan hat angesichts eines starken Anstiegs an Fällen von Kinderlähmung eine weitere Notimpfkampagne gestartet. Das sagte der Chef des Anti-Polio-Programms, Babar Bin Atta, am Montag.

Die Kampagne soll demnach drei Tage lang in 46 Bezirken des Landes durchgeführt werden. Seit Jahresbeginn seien bereits 58 Polio-Fälle registriert worden.

Der Grossteil der Notimpfkampagne konzentriere sich auf die nordwestliche Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, wo seit Januar 44 Polio-Fälle bestätigt wurden.

Laut Atta weigern sich viele Familien, ihre Kinder impfen zu lassen. In Pakistan herrschen weiter Gerüchte, der Impfstoff würde eingesetzt, um muslimische Kinder unfruchtbar zu machen oder gesundheitliche Probleme zu verursachen. In den am stärksten betroffenen Gebieten wurde nun eine Öffentlichkeitskampagne gestartet.

In den vergangenen Jahren hatte ein Uno-finanziertes Polio-Impfprogramm geholfen, die Ausbreitung der Krankheit zu kontrollieren. Die Zahl der betroffenen Kinder war im Jahr 2018 auf 12 zurückgegangen, verglichen mit 304 im Jahr 2014.

Die diesjährigen Impfbemühungen allerdings verliefen unruhig. Ende Mai hatten die Behörden sieben Privatschulen geschlossen, nachdem Schulverwaltungen Kinder dazu anstifteten, nach der Impfung gesundheitliche Probleme vorzutäuschen.

Videos von den vermeintlich kranken Kindern gingen viral. In der Folge wurden Mitarbeiter einer laufenden Impfkampagne angegriffen, Hunderte Eltern weigerten sich, ihre Kinder impfen zu lassen.

Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem 2018 und auch in diesem Jahr Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polioviren gemeldet wurden. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hierundjetzt 26.08.2019 11:45
    Highlight Highlight Wenn falsch verstandene Religion Hand in Hand mit einem schlechten Schulsystem einhergehen, leiden am Schluss die Kinder.

    Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, warum Eltern lieber Ihre Kinder 70 Jahre im Rollstuhl rumschieben möchten, als ein Gerücht zu verneinen.

    Aber das ist ja mit unseren Impfgegner hier ähnlich.

    Auffallend viele junge Menschen mit einfachster oder keiner Grundbildung verweigern Ihren Kindern lebensrettende Massnahmen, weil Sie „gehört“ haben (Ersatzreligion bei uns: YT und Mütterforen)
    • K1aerer 26.08.2019 12:26
      Highlight Highlight Es sind ja meistens die Gebildeten, die das ablehnen.
    • moimoimoi 26.08.2019 14:26
      Highlight Highlight @K1aerer: nicht eher diejenigen, sie meinen, sie seien gebildet?
    • K1aerer 26.08.2019 17:08
      Highlight Highlight Die Impfgegner in der Schweiz sind meistens sogar sehr gebildet, das macht ja das Ganze gefährlich.
  • Kruk 26.08.2019 11:35
    Highlight Highlight Begonnen haben die Gerüchte und die Weigerung Impfteams in gewisse Gebiete zu lassen als ausgekommen war, dass als Impfer und Hilfswerker getarnte amerikanische Geheimdienstler oder Militärs auf der Suche nach Feinden durch die Gegend zogen.
    Wer die Gerüchte streute ist dann ja klar.
    • Albi Gabriel 26.08.2019 11:56
      Highlight Highlight Wobei die Geschichte der als Impfer und Hilfswerker getarnten US-Militärs auch schon ein unbewiesenes Gerücht ist...
    • Kruk 26.08.2019 17:06
      Highlight Highlight https://www.google.com/amp/s/www.sueddeutsche.de/politik/cia-impfungen-in-pakistan-der-spion-der-mich-pikste-1.1409312!amp
    • Saraina 26.08.2019 18:42
      Highlight Highlight Nein, das ist kein Gerücht. So wurde Bin Laden gefunden.

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