Italien
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Brückeneinsturz in Genua: Neues Überwachungsvideo zeigt das Ausmass der Katastrophe



Aus Sicherheitsgründen haben Feuerwehrleute in Genua ihre Arbeit unter einem der beiden Brückenreste vorläufig eingestellt. Der Rumpf, der über evakuierten Wohnhäusern verläuft, mache Geräusche, die sich von denen in den vergangenen Tagen unterschieden, sagte Feuerwehrsprecher Luca Cari.

Die Bewohner der Häuser dürften deshalb von nun an keine persönlichen Gegenstände mehr aus ihren Wohnungen holen, erklärte der Sprecher am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

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Andere Betroffene hatten mehr Glück: Sie bekamen schon weniger als eine Woche nach dem verheerenden Einsturz des Polcevera-Viadukts mit 43 Toten am Montag ein neues Zuhause. Regionalpräsident Giovanni Toti überreichte fünf Familien Schlüssel für neue Wohnungen im nördlich von der Unglücksstelle gelegenen Stadtteil Bolzaneto, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Bis zum 20. September sollten weitere 40 Wohnungen zur Verfügung stehen, bis Ende des Monats weitere 100. «Innerhalb von maximal acht Wochen gibt es ein Zuhause für alle», versprach Toti auf Twitter. Mehr als 500 Genuesen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen. Die Kommune rief die Bürger dazu auf, den nun Obdachlosen Wohnraum bereitzustellen.

epa06958795 A general view showing a part of the partially collapsed Morandi bridge, in Genoa, Italy, 19 August 2018. Italian authorities, worried about the stability of remaining large sections of the bridge, evacuated about 630 people from nearby apartments. The Morandi bridge partially collapsed on 14 August, killing at least 41 people.  EPA/LUCA ZENNARO

Die Ponte Morandi in Genua. Bild: EPA/ANSA

Während in Rom die Diskussion um den möglichen Entzug der Konzession für den privaten Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia weiterging, bot US-Präsident Donald Trump Italiens Ministerpräsidenten Giuseppe Conte Hilfe an. In einem Telefonat habe der Staatschef Conte ausserdem sein Beileid ausgesprochen, teilte die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, in Washington mit.

Riss des Tragseils vermutet

Der als Morandi-Brücke bekannte Polcevera-Viadukt in der norditalienischen Hafenstadt war während eines Unwetters am vergangenen Dienstag eingestürzt. Mit was für einer Wucht einer der drei Pylone der Brücke umstürzte und auf die Fahrbahn krachte, machten am Montag zwei von der Finanzpolizei veröffentlichte Videos aus Überwachungskameras deutlich. Mehr als 30 Fahrzeuge waren rund 45 Meter in die Tiefe gestürzt.

Die Brücke gehörte zur Autobahn 10, die eine wichtige Verbindungsstrasse in anliegende italienische Regionen und nach Südfrankreich ist. Die genaue Ursache für den Einsturz ist noch unklar. Experten vermuten aber, dass die Katastrophe durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein könnte.

Darauf deutet auch ein Medienbericht hin, der seit dem Wochenende Aufsehen erregte: Dem zufolge war bereits seit Februar bekannt, dass betonverkleidete Schrägseile von Rost befallen waren. Das bestätige das Protokoll einer Sitzung von mindestens sieben Ingenieuren, die den italienischen Staat und den Autobahnbetreiber vertreten hatten, berichtete das Nachrichtenmagazin «L'Espresso».

Das Ergebnis der Überprüfung habe weder zu einer Sperrung noch zu einer Begrenzung des Verkehrs auf der Brücke geführt. Aus dem Verkehrsministerium verlautete, es liefen interne Prüfungen zu dieser Frage.

Stabilisierungsarbeiten waren vorgesehen

Der Genueser Ingenieursprofessor Antonio Brencich, der damals bei dem Treffen dabei war, bestätigte der Nachrichtenagentur DPA, dass Autostrade die Runde über die Korrosion in Kenntnis gesetzt hatte. Diese sei aber weniger dramatisch gewesen als nun berichtet.

Die Stabilität der Brücke sei dadurch nicht beeinträchtigt gewesen, sagte Bencich weiter. Es habe keinen Anlass für Einschränkungen des Verkehrs gegeben. Stattdessen habe das Unternehmen grünes Licht für ein 20 Millionen Euro schweres Projekt bekommen, das auch Stabilisierungsarbeiten später in diesem Jahr vorgesehen habe.Die Brücke, die auch wegen ihrer Konstruktionsweise umstritten war, sei immer wieder von Autostrade überprüft worden und es habe keine Zweifel an diesen Überprüfungen gegeben, sagte der Ingenieur. Brencich ist Teil einer von der Regierung eingesetzten Kommission die die Ursache für den Brücken-Einsturz untersuchen soll. (sda/dpa)

Die dramatischsten Brückeneinstürze

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Beat Galli 21.08.2018 00:43
    Highlight Highlight Spannend diese neuen Erkenntnisse.
    Scheinbar hat ein Geigenspieler und ein Klavierspieler diese gewaltige Vorahnung, dass etwas passiert.
    Nur so ist die musikalische Untermalhung möglich. Oder war noch mehr?
    1 1 Melden
  • sambeat 20.08.2018 23:45
    Highlight Highlight Click? Bait!
    1 0 Melden
  • ströfzgi 20.08.2018 21:06
    Highlight Highlight Nebst Klickbait im Titel - was soll diese Musik? Ist es nicht auch ohne schon genug tragisch?

    2 0 Melden
  • Leco 20.08.2018 20:56
    Highlight Highlight Dieser Titel ist einfach nur reisserisch und hält überhaupt nicht was er verspricht. Das einzige Ziel, welches man dabei ausmachen kann, ist Clicks zu erzeugen. Muss da sein?
    4 0 Melden
  • TheRealSnakePlissken 20.08.2018 17:52
    Highlight Highlight Nicht viel zu sehen auf dem Video 🧐
    103 1 Melden
  • a rabbit called beast 20.08.2018 17:50
    Highlight Highlight Sorry, diese Überschrieft war reisserisches clickbaiting
    118 2 Melden
  • FrancoL 20.08.2018 17:31
    Highlight Highlight Hört doch endlich auf mit diesen Randbemerkungen zu hausieren
    "Während eines starken Unwetters war am vergangenen Dienstag der als Morandi-Brücke bekannte Polcevera-Viadukt eingestürzt"
    Man könnte glatt meinen dass das Unwetter etwas mit dem Einsturz zu tun hätte und das hat es definitiv nicht.
    48 7 Melden
    • Ueli der Knecht 20.08.2018 19:46
      Highlight Highlight Nicht der Regen, auch nicht der Donner, aber ein Blitzeinschlag könnte der Brücke (resp. deren von Rost befallenen Spannkabeln) schon noch den letzten Rest gegeben haben.
      0 0 Melden
    • FrancoL 21.08.2018 12:10
      Highlight Highlight @Ueli der Knecht; nein das kann der Blitz nur wenn die Sicherheitsmarge schon aufgebraucht ist und das könnte dann auch eine momentane Überbelastung.
      Der Grund ist dann nicht die Überbelastung oder der Blitz sondern die zu kleine Sicherheitsmarge oder die mangelnde Erdung.
      0 0 Melden
    • Ueli der Knecht 21.08.2018 15:04
      Highlight Highlight jop, Franco, so habe ich das gemeint, mit "den letzten Rest gegeben". Natürlich muss eine Brücke gegen Blitze geschützt sein, und auch ein Einschlag in eine Spannseil müsste das aushalten. Wenn aber das Spannkabel sowieso schon praktisch durchgerostet ist, dann könnte eben ein Blitzeinschlag das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Es ist bei solchen Unglücken oft eine Verkettung von Ursachen, und nicht eine einzige Ursache, wie man das vielleicht gerne hätte.
      0 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Desoxyribonukleinsäure 20.08.2018 17:02
    Highlight Highlight Dieses Video zeigt das Ausmass doch nicht mal ansatzweise!
    Widermal Clickbait vom feinsten, ich habe das Gefühl das häuft sich hier auf watson. Schade.
    140 2 Melden
  • tzhkuda7 20.08.2018 16:13
    Highlight Highlight Und jedes Mal erwische ich mich selber, wie ich das Video gucke und danach ein schlechtes Gewissen hab, weil ich als Angehöriger nicht erpicht darauf wäre, noch neuere Videos zum Ausmass des Verlustes zu bekommen.

    Echt krass, bin da selber 2x drüber fürs Camping in Süditalien. Da wirds einem echt Mulmig.
    Die Infrasturktur in Italien ist nicht die beste, das weiss jeder der schon mal in Süditalien war, aber das ist echt nicht mehr lustig.
    27 4 Melden

Genua, drei Monate danach: So verzweifelt sind die Bewohner nach dem Brückenkollaps

Seit dem Einsturz der Morandi-Brücke hat sich in Genua nicht viel bewegt. Noch immer liegen überall Trümmer herum, Hunderte können nicht in ihre Häuser zurück. Die watson-Reporterin sprach mit den Menschen vor Ort über ihre Sorgen.

Rivarolo, das Stadtviertel im Nordwesten von Genua, hat es am schwersten getroffen. Die Brücke, die am 14. August 2018 vom Himmel fiel, hat hier die Strassen blockiert und Menschen aus ihren Häusern getrieben. 43 Leben wurden bei dem Unglück ausgelöscht.

Längst haben sich die internationalen Medien vom Schauplatz abgewandt, das Leben geht schliesslich weiter. Auch hier, irgendwie. Nur ist für die Bewohner von Rivarolo heute alles anders und nie wird es wieder so sein, wie vor …

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