Fussball
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Supporters and stewards clash in the stands after the Euro 2016 Group B soccer match between England and Russia at the Velodrome stadium in Marseille, France, Saturday, June 11, 2016. (AP Photo/Ariel Schalit)

Russische Schläger beim EM-Spiel gegen England im vergangenen Sommer. Bild: Ariel Schalit/AP/KEYSTONE

Echt jetzt?! Russischer Politiker will Hooligans zu Sportstars machen

Überall auf der Welt werden Lösungen gesucht, um das Problem der Gewalt rund um Fussballspiele einzudämmen. Der russische Politiker Igor Lebedew schiesst nun mit seiner Idee den Vogel ab: Er will aus den Hooligan-Kämpfen einen eigenen Sport machen.



Im Vorfeld der Fussball-WM 2018 in Russland ist auch der Hooliganismus ein stetes Thema. Nachdem russische Schläger sich an der EM 2016 in Marseille englische Anhänger vorgeknüpft hatten, geht die Angst vor Gewaltexzessen beim nächsten grossen Turnier um. Dass russische Hooligans angekündigt haben, die WM 2018 im eigenen Land zu einem «Festival der Gewalt» zu machen, trägt das Seinige dazu bei.

Igor Lebedew, Politiker der nationalistischen Rechtspartei LDPR, hat keine Angst davor, ganz im Gegenteil. Er scheint sich regelrecht darauf zu freuen, dass sich Holzköpfe selbige einschlagen. Sein Vorschlag: Aus Hooligan-Kämpfen einen eigenen Sport machen.

Lebedew will Regeln festlegen und wahrscheinlich denkt er auch an Live-Übertragungen im Fernsehen. «Russland wäre ein Pionier in diesem neuen Sport», schwärmt er gemäss der BBC auf der Partei-Website. Lebedew war schon nach den Prügeln der russischen Hooligans an der EM aufgefallen, als er seine Landsleute dafür gelobt hatte. Er sehe nichts Schlechtes dabei, wenn Fans sich verhauen, verkündete er damals.

Igor Lebedev, a deputy speaker of the lower house of Russian parliament and a member of the executive committee of the Russian Football Union gestures while speaking to the media in Moscow, Russia, Tuesday, June 14, 2016. Dmitry Peskov, the Kremlin spokesman said he disagrees with the recent statements of official spokesman for Russia's Investigative Committee Vladimir Markin and a member of the executive committee of the Russian Football Union Igor Lebedev who saw no violations in the actions of the Russian fans. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Politiker mit Visionen: Igor Lebedew. Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Und als nächstes Gladiatorenkämpfe wie im alten Rom?

Ein Stadion und 20 unbewaffnete Kämpfer auf beiden Seiten, das schwebt dem Politiker vor. Tausende würden so eine Schlacht sehen wollen, mutmasst Lebedew laut dem Guardian. Womit er nicht einmal Unrecht haben könnte, wenn man sich die Popularität der Kampfsportart MMA in Erinnerung ruft. Auch da bekämpfen sich unbewaffnete Männer und es ist fast alles erlaubt.

Dass auch ein Interesse an Hooligan-Kämpfen besteht, ist unbestritten. Videos davon erfreuen sich in der Szene grosser Beliebtheit, das Internet hat ihre Verbreitung wesentlich vereinfacht. Dennoch ist es der falsche Weg, aus dem Hooliganismus einen Sport zu machen. Denn nur weil es für ein Angebot einen Markt gibt, muss man nicht alles erlauben. Schliesslich hätten wohl auch Gladiatorenkämpfe wie im alten Rom, wo man live in der Arena oder am Bildschirm miterleben kann, wie ein Mensch einen anderen Menschen tötet, ein gewisses Potenzial.

Soll aus Hooliganismus ein Sport werden?

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    Alle Leser-Kommentare
  • you know who 06.03.2017 15:47
    Highlight Highlight ich glaube nicht, dass sich das bewähren würde. für viele besteht der Kick ja auch darin etwas verbotenes zu tun. es würde meiner Meinung nach genauso weitergehen wie bis anhin weil sich diese Leute sicher nicht vorschreiben lassen wo & wann sie jemand einen auf die Fresse geben..
  • Kii 06.03.2017 14:18
    Highlight Highlight TFC irgendwo im Osten.

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  • Ivan der Schreckliche 06.03.2017 13:14
    Highlight Highlight Der ist etwa so viel "Politiker" wie der Gute Erich Weber.. Aber für ne Schlagzeile trotzdem gut 👌🏼
  • Makatitom 06.03.2017 13:00
    Highlight Highlight Bessere Idee, welche erst noch zum Weltfrieden beitragen würde ;): Bei Konflikten zwischen Ländern könnten doch jeweils die 20 höchsten Politiker der jeweiligen Länder unbewaffnet in eine Arena und sich auf die Birne geben, wer zuletzt noch steht, hat gewonnen.
  • ThePower 06.03.2017 12:52
    Highlight Highlight So blöd finde ich den Vorschlag nicht mal. Besser die hauen sich gegenseitig im Rahmen eines Wettkampfs auf die Fresse, als an, vor oder nach einem Fussballspiel, wo Unbeteiligte betroffen sein könnten.
  • DocM 06.03.2017 12:52
    Highlight Highlight Die dritte Halbzeit findet eh statt. Durch Annhame des Vorschlages wäre sie kontrolliert und Unbeteiligte bleiben verschont.
  • piewpiew 06.03.2017 12:49
    Highlight Highlight Gibt es doch schon. Das Ganze heisst ultimate team fighting championship
  • Hercules Rockefeller 06.03.2017 12:33
    Highlight Highlight Brot und Spiele - wenns dem Pöbel gefällt, warum nicht?
  • Walter F. Sobchak 06.03.2017 11:16
    Highlight Highlight Super Idee. Wenn sich Leute freiwillig miteinander prügeln wollen, sollten wir sie es tun lassen. Es dürfen jedoch keine Kosten für die Allgemeinheit entstehen.
  • ovatta 06.03.2017 10:29
    Highlight Highlight Wenn dadurch weniger schaufenster und trommelfelle zu bruch gehen, sollen sie sich doch blöd hauen!
  • Asmodeus 06.03.2017 10:19
    Highlight Highlight Wenn es helfen würde, dass sich diese Vollidioten dafür im Stadion und neben dem Stadion bei den eigentlichen Sportanlässen benehmen. Nur zu.

    Vielleicht haben wir auch Glück und die Deppen prügeln sich gegenseitig so krankenhausreif, dass die meisten dieser Bubis irgendwann keine Lust mehr haben.
  • giandalf the grey 06.03.2017 10:04
    Highlight Highlight Wer sich prügeln will, soll sich doch prügeln dürfen. Und wenn öffentliches Interesse besteht soll man mit Zuschauern doch auch Geld machen dürfen. Der entscheidende Unterschied zu antiken Gladiatorenkämpfen ist ja, dass diese Leute freiwillig kämpfen. Wer's nicht sehen will, muss es ja auch nicht sehen, aber wenn ein Interesse besteht, wieso sollte man das verbieten?
    • ovatta 06.03.2017 10:31
      Highlight Highlight Es gab schon auch Gladiatoren die freiwillig kämpften.. verwöhnte senatorensöhnchen zum beispiel
    • Fly Boy Tschoko 06.03.2017 11:00
      Highlight Highlight Aber auch Leute welche sonst keinen Ausweg aus der Armut sahe. Also "freiwillig" mitmachten.
    • giandalf the grey 06.03.2017 11:54
      Highlight Highlight Gut aber dass man für Geld Dinge tut die man sonst nicht machen würde ist ja klar. Ich meine das ist schon bei den meisten Angestellten und ihren normalen Jobs so. Wenn man einen Job auch freiwillig gratis machen würde, müsste man ja niemandem Geld dafür zahlen.
      Aber den Hools gehts ja eh um "Ruhm und Ehre". Deshalb bräuchte man ihnen auch gar kein so hohes Preisgeld auszuschütten. Sie würden eher deshalb nicht teilnehmen, weil es zu öffentlich und offiziell ist, nicht wegen zu geringem Preisgeld. Im Gegensatz zu unfreiwilligen, die das Geld brauchen.
  • Maett 06.03.2017 09:55
    Highlight Highlight Ja, wieso nicht? Sie tun's ja sowieso, warum dann also nicht in einem Rahmen, in dem Unbeteiligte nicht zu Schaden kommen?

    Das würde die Szene auch kontrollierbar machen.
    • Asmodeus 06.03.2017 10:19
      Highlight Highlight Und alle Einnahmen kommen direkt der Polizei zugute ;)
    • Maett 06.03.2017 10:29
      Highlight Highlight @Asmodeus: oder man macht einen Fonds für Opfer des Hooliganismus. Oder unterstützt damit die weniger auf Rosen gebetteten Teams in der ersten und zweiten Liga. Oder man steckt das Geld in den Nachwuchs, da funktioniert auch noch viel nicht und könnte einigen u.U. eine zusätzliche Perspektive bieten.

      Die Welt steckt voller Möglichkeiten ;-)
  • Super 06.03.2017 09:55
    Highlight Highlight Calcio fiorentino, oder calcio storico heisst das..

    Play Icon
  • Jonny1893 06.03.2017 09:32
    Highlight Highlight 1. Das gibt es in Polen bereits unter dem Namen TFC und ist im Prinzip UFC einfach mit 2 Teams anstatt Einzelkämpfern.
    2. Ich finde das eine gute Gelegenheit für diejenigen die das brauchen, um dies in einem legalen und kontrollierten Rahmen auszuüben. Sollte man auch bei uns machen.
  • Deverol 06.03.2017 09:07
    Highlight Highlight MMA halt...

Unvergessen

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