DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Hände weg!» – Hunderttausende demonstrieren in den USA für das Recht auf Abtreibung

Unter dem Motto «Hände weg von unserem Körper» zogen gestern Menschenmassen landesweit durch die Strassen, um gegen die vorherrschenden Abtreibungsgesetze zu demonstrieren.
03.10.2021, 06:0603.10.2021, 13:32

Tausende Menschen haben am Samstag in der US-Hauptstadt Washington und anderen Städten des Landes für das Recht auf Abtreibung demonstriert.

Eine Gruppe zahlreicher Organisationen hatte nach eigenen Angaben zu Demonstrationen in allen US-Bundesstaaten aufgerufen. In Washington zogen die Demonstranten vor das Oberste Gericht, wo sie Pro-Life-Aktivisten und der Kapitolpolizei begegneten. Die Lage blieb friedlich.

Der Supreme Court wird sich bald mit einem erneuten Versuch befassen, das aktuelle Recht auf Abtreibungen in den USA zu kippen.

Für Anfang Dezember ist dort eine mündliche Verhandlung zu einem entsprechenden Rechtsstreit aus dem Bundesstaat Mississippi angesetzt. In dem Fall wird versucht, die wegweisende Entscheidung des Obersten Gerichts aus dem Jahr 1973 rückgängig zu machen, mit der Abtreibungen landesweit für rechtens erklärt worden waren.

Ein Gesetz in Mississippi, das bisher von Gerichten blockiert wurde, verbietet Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche. Der Bundesstaat verlangt inzwischen auch, die Supreme-Court-Entscheidung im Fall Roe v. Wade aus dem Jahr 1973 generell zurückzunehmen.

Der Streit über das Recht auf Abtreibung beschäftigt die Gerichte und die Gesellschaft in den USA seit Jahrzehnten. Es ist nicht das erste Mal, dass Roe v. Wade zu kippen droht – aber jetzt scheint die Möglichkeit so gross wie selten zuvor. Denn unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ist der Supreme Court deutlich konservativer geworden.

Auch Popstar Billie Eilish spricht sich vehement gegen das Verbot von Abtreibungen aus. An ihrem Auftritt am ACL Festival gestern Abend (Ortszeit) in Austin, Texas machte sie ihrem Ärger Luft. Sie habe den Auftritt fast abgesagt, weil sie nicht in einem Staat auftreten wolle, der Gesetze erlässt, welche alle Abtreibungen verbiete. Unter Applaus der Menschenmenge schrie sie in die Menschenmenge: «Mein Körper, meine verdammte Entscheidung!»

Die Wut der 19-Jährigen richtet sich gegen ein kürzlich erlassenes Gesetz im Bundesstaat Texas: Es verbietet fast alle Abtreibungen, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt worden ist. Viele Frauen wissen zu diesen Zeitpunkt gar nicht, dass sie schwanger sind.

Der Supreme Court hatte einen Eilantrag gegen das Gesetz abgewiesen. Zwar hat er dabei nicht in der Sache an sich geurteilt. Viele fürchten aber, dass die Entscheidung erahnen lässt, wie das Gericht im Mississippi-Fall entscheiden wird. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Tabu-Bruch Abtreibung – so fühlt es sich an abzutreiben

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Dieser Enthüllungsbericht lässt kaum ein gutes Haar an Teslas «Autopilot»

Laut einem Enthüllungsbericht der «New York Times» hat Tesla-Chef Elon Musk im Streben nach voll autonom fahrenden Autos immer wieder interne Warnungen seiner Ingenieure ignoriert und Bedenken beiseite gewischt.

Zur Story