Ostschweiz
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«Homosexualität eine Gräueltat»: Strafanzeige gegen den Churer Bischof Huonder eingereicht



ARCHIVBILD ZU DEN UMSTRITTENEN AEUSSERUNGEN VON BISCHOF HUONDER ZUR HOMOSEXUALITAET - Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, links, aufgenommen an der Veranstaltung

Bild: KEYSTONE

Bei der Bündner Staatsanwaltschaft ist am Montag eine Strafanzeige einer Privatperson gegen den Churer Bischof Vitus Huonder eingegangen. Diese wirft dem Kirchenmann eine öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit vor.

Die Strafanzeige bezieht sich auf einen Vortrag des Bischofs von vorletzter Woche in Fulda im deutschen Bundesland Hessen. Dort hatte Vitus Huonder Textstellen aus dem Alten Testament zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde. Der Vortrag hatte unter liberalen Gläubigen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Die Bündner Staatsanwaltschaft in Chur bestätigte am Montag auf Anfrage den Eingang der Strafanzeige. Eingereicht worden sei die Anzeige von einer Privatperson aus dem Kanton St.Gallen, sagte Mediensprecher Claudio Riedi.

Keine Immunität für den Bischof

Eine Strafanzeige angekündigt hatte am Wochenende bereits der Schwulenverband Pink Cross. Laut Geschäftsführer Bastian Baumann wurde die Anzeige am Montag nach Chur gesandt. Wie die Privatperson aus dem Kanton St.Gallen sieht auch Pink Cross durch die Aussagen Huonders den Artikel 259 des schweizerischen Strafgesetzbuches verletzt.

Würde der Churer Bischof wegen der Zitate tatsächlich angeklagt und von einem Gericht verurteilt, würden ihm bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe drohen. Nach Angaben der Bündner Staatsanwaltschaft werden die Anzeigen gegen den Bischof nun geprüft. Anders als Politiker oder Richter sind Bischöfe in der Schweiz nicht immun gegen eine Strafverfolgung. (sda)

Ob Bischof Huonder auch diese Bibelsprüche wortwörtlich auslegen würde?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Matthias Studer 10.08.2015 17:16
    Highlight Highlight Theoretisch müsste die Bibel verboten werden. Sie ist voll von fremdenfeindlichen, Frauen diskriminierenden und schwuchenfeindlichen Aussagen. Inklusive Bestrafung mit dem Tod.
    Die Bibel ist im Original 3500 bis 1950 Jahre alt. Altes und Neues Testament. Die Welt hat sich gewandelt. Das ist gut so. Nur die Religionen müssen lernen mit dem umzugehen.
  • Pete54 10.08.2015 14:24
    Highlight Highlight Damit ich das richtig verstehe: Wenn ich heutzutage eine eigene, nicht ganz so populäre Meinung habe, werde ich verspottet, als rückständig, Fundi, radikal etc. bezeichnet und ev. sogar verzeigt.

    Wo bleibt denn da jetzt die Akzeptanz gegenüber Andersdenkender die von mir ständig verlangt wird?
    • Pete54 10.08.2015 15:00
      Highlight Highlight OK, in diesem Punkt gebe ich Dir Recht...
      Die Frage ist nur, ob es den Erbosten (Ich spreche jetzt nicht von diesem Privat-Ankläger) eher darum geht, dass er (öffentlich) etwas gegen die Homosexualität sagt, oder ist wirklich seine "Androhung" Stein des Anstosses... Ich weiss es nicht...! Aber meine eigene Erfahrung erstere!
    • adritschka 10.08.2015 15:15
      Highlight Highlight a) Intoleranz denjenigen vorzuwerfen, die Intoleranz gegenüber von Schwulen verurteilen, ist nicht auf der gleichen Ebene intolerant.
      b) Heutzutage muss man als Person des öffentlichen Lebens meiner Meinung nach sich bewusst sein, was man sagt; erst recht, wenn man ein Geistlicher ist, da dabei eine Meinung/Idee die Gedanken von vielen Gläubigen beeinflusst (vorallem von denjenigen, die zu faul zum Denken sind). Und wenn diese Pflicht, sich seine Worte wohülberlegt auszusuchen, zu viel ist und man die Konsequenzen dabei nicht sehen kann, dann ist man falsch im Job meiner Meinung nach.
    • Chrigu91 10.08.2015 15:42
      Highlight Highlight Wo ist denn Huonders Akzeptanz gegenüber andersartigen, wie in diesem Fall Homosexuellen? Meiner Meinung nach gibt es heutzutage kein Stichhaltiges Argument mehr, etwas gegen Homosexuelle zu haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Taeb Neged 10.08.2015 13:00
    Highlight Highlight Der persönliche Dschihad des Bischof Vitus Huonder...
    Hoffentlich wird auch diesen Radikalen einmal das Handwerk gelegt. Es wird Zeit.
  • metall 10.08.2015 12:59
    Highlight Highlight Lasst doch einfach diese Kirche in Ruhe. Die wird sich nie ändern. Geht einfach nicht hin, wenn die so ein Mist glauben.
    • chrisdea 10.08.2015 20:10
      Highlight Highlight nö, die soll man erst recht nicht in Ruhe lassen. Die haben knapp 2000 Jahre (Jahrhundert mehr oder weniger) schalten und walten können wie sie wollten, haben Menschen verbrannt und weitere so schöne Sachen. Jeder andere Verein wäre bei einer solchen Vergangenheit schon lang aufgelöst worden, die sollen also froh sein dass sie überhaupt noch existieren dürfen, müssen aber zu jederzeit wissen dass sie sich keinen Ausrutscher mehr leisten können, sonst gilt's halt die Konsequenzen zu tragen.

      Und ja, das sollte im Idealfall weltweit für alle einzig wahren Religionen und Glaubensverirrungen gelten...

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