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epa07853515 Team Europe, Roger Federer, reacts during training of the Laver Cup in Geneva, Switzerland, 19 September 2019. The competition will pit a team of the best six European players against the top six from the rest of the world. The Laver Cup edition is scheduled for Sept. 20-22 at the Palexpo in Geneva. The Laver Cup is named after the Australian tennis legend Rod Laver.  EPA/MARTIAL TREZZINI

Federers Laver Cup wäre von einer Verschiebung des French Open stark betroffen. Bild: EPA

Federer und sein Laver Cup wehren sich gegen eigenmächtige Verschiebung des French Open

simon häring / ch media



Wegen der Corona-Krise verschiebt der französische Tennisverband das French Open vom Mai in den September. Neu soll das Sandturnier in Paris eine Woche nach dem US Open in New York über die Bühne gehen, vom 20. September bis 4. Oktober. Die Verschiebung war nicht abgesprochen. Nicht mit den drei anderen Grand-Slam-Turnieren, nicht mit dem davon betroffenen Laver Cup, nicht mit dem internationalen Tennisverband, nicht einmal mit den Spielern.

Die Reaktionen: Entsetzen, Verwunderung, Befremden. Der Kanadier Vasek Pospisil, der im Spielerrat sitzt, sagte: «Das ist absoluter Wahnsinn. Wir haben in diesem Sport nichts zu sagen.» Diego Schwartzman meinte lakonisch: «Wieder einmal finden wir es auf Twitter raus.» Und die Japanerin Naomi Osaka fragte rhetorisch: «Wie bitte?»

Der Alleingang der French Open ist ein Affront, auch gegen den von Roger Federer initiierten Laver Cup, der vom 25. bis 27. September in Boston stattfinden soll. Mitorganisatoren des Kontinentalwettbewerbs sind die einflussreichen Verbände Australiens, Tennis Australia, und der USA, die USTA, sowie die Profi-Organisation der Männer, die ATP.

Wenige Stunden nach der Ankündigung des French Open nehmen die Partner Stellung und schreiben: «Der Laver Cup ist restlos ausverkauft. Diese Ankündigung ist eine Überraschung und wirft viele Fragen auf.» Fragen, mit denen man sich nun auseinandersetzen werde. Doch die wichtigste Botschaft lautet: «Wir haben die Absicht, den Laver Cup wie geplant durchzuführen.»

Wie geplant – in unsicheren Zeiten der Corona-Krise ein grosses Wort. Die Pandemie breitet sich praktisch ungebremst auf dem ganzen Erdball aus. Inzwischen ist sie auf jedem Kontinent angekommen, offiziell wurden in 145 Ländern knapp 200'000 Ansteckungen gezählt, 6000 Menschen sind daran verstorben. Grenzen werden geschlossen, das öffentliche Leben eingeschränkt, Veranstaltungen verboten.

Auch für den Sport, in dem Milliarden umgesetzt werden, kommen ungewisse Zeiten zu. Solidarität ist ein Fremdwort, das zeigt nicht nur der Alleingang des French Open. So verlangt der europäische Fussballverband UEFA von seinen Mitgliedern 300 Millionen Euro für die Verschiebung der Europameisterschaft.

The construction work of the newly built roof of the Philippe Chatrier center court is pictured Wednesday Feb.5, 2020 at the Roland Garros stadium. The French Open venue becomes the last of the four Grand Slam venues to install a retractable roof on their main show court. ( Martin Bureau/Pool via AP)

Der Court Philippe Chatrier bleibt trotz neuem Dach vorerst leer. Bild: AP

Roland Garros bringt den Tennis-Zirkus, der vorläufig für sechs Wochen ruht, in Aufruhr und den Kalender durcheinander. Betroffen wären von der Verlegung nicht nur der Laver Cup in Boston, sondern auch Turniere in St. Petersburg, Metz, Chengdu, Zhuhai, Sofia, Guangzhou, Seoul, Tokio, Wuhan und Taschkent.

Beim Weltverband ITF laufen die Drähte derzeit heiss. René Stammbach, der dem Board of Directors angehört und sich derzeit in Selbst-Quarantäne in der Schweiz befindet, sagte zu dieser Zeitung: «Ich wusste nichts davon. Ich weiss nicht, ob das Sinn macht.» Und die Veranstalter von Roland Garros? Die loben sich. Die Entscheidung sei zwar schwierig gewesen, aber auch sehr mutig. Affaire à suivre.

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Federers «Matches for Africa»

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Federers «Matches for Africa»
quelle: epa / nic bothma
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«Chum jetz, Roger, tritt ändlich zrugg!»

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