USA
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epa06748365 A security guard and a small boy watch as students speak with members of the media across from the gym where officals had parents and students from Santa Fe High School reunite after a gunman, reported to be a student, shot numerous people in Santa Fe, Texas, USA, 18 May 2018. Ten people are confirmed to have been killed in the shooting and another 10 injured.  EPA/MATT PATTERSON

In den USA gab es seit Jahresbeginn mehr tote Schüler bei Schüssen an Schulen als tote Soldaten im Armee-Einsatz im Ausland.  Bild: EPA/EPA

5 Fragen und Antworten zum jüngsten Schulmassaker in den USA

21.05.18, 13:29


Zehn Menschen sind tot, acht von ihnen Schüler. Erschossen an einer High School im reichsten Land der Welt. Auch die Familie des Täters ist schockiert. Und politische Versprechen eines besseren Schutzes von Schulen blitzen so kurz auf wie Mündungsfeuer.

Die USA stehen nach zehn Toten an einer High School in Texas einmal mehr vor der bohrenden Frage, wie sich solche Schulmassaker verhindern lassen. Ein 17-jähriger gestand die jüngste Tat in einer eidesstattlichen Erklärung.

Während sich seine Familie fassungslos zeigte, flammte die politische Diskussion über schärfere Waffengesetze nur kurz auf. Alsbald versandete sie wieder. Doch was ist genau passiert? Hier fünf Fragen und Antworten zum jüngsten Schulmassaker in den USA:

Was ist passiert?

Bei einem Überfall erschoss ein Schüler aus Santa Fe am Freitag zehn Menschen, darunter nach letzten Angaben acht Schüler. 13 Menschen wurden verletzt. Unter den Schwerverletzten sind auch zwei Polizisten. Die Behörden gaben den Namen des Schützen mit Dimitrios Pagourtzis an.

In this image taken from video helicopters sit in the parking lot of Santa Fe High School as law enforcement officers respond to the school near Houston after an active shooter was reported on campus, Friday, May 18, 2018, in Santa Fe, Texas. The Santa Fe school district issued an alert Friday morning saying the high school has been placed on lockdown. (KTRK-TV ABC13 via AP)

Die Hilfskräfte vor der Schule in Santa Fe. Bild: AP/KTRK-TV ABC13

Das Motiv des Täters blieb unklar. Laut Gerichtsakten sagte der 17-Jährige zu Ermittlern, dass er nicht auf Schüler geschossen habe, die er gemocht habe. Auch habe er bei seinem mörderischen Zug durch die Schule bewusst einige Schüler ausgelassen, damit seine Geschichte öffentlich werde.

Schüler berichteten, wie Pagourtzis in ihr Klassenzimmer trat und schoss – auch aus nächster Nähe auf Schüler, die am Boden lagen. Seine Opfer habe er immer wieder verhöhnt. Als er einen Raum betrat, habe er «Überraschung» gesagt und zu feuern begonnen. Er schoss auch in Schränke, in denen sich Schüler versteckten. Als viele Telefone seiner Mitschüler klingelten, fragte er: «Wollt Ihr nicht rangehen?»

Die Polizei erklärte, vor der Festnahme des Täters sei es für 15 Minuten zu einem Feuergefecht gekommen. Erst dann habe der Schütze aufgegeben. Zunächst sei sein Plan gewesen, sich das Leben zu nehmen.

Woher hatte der Schütze die Waffen?

A man wears an unloaded pistol during a pro gun-rights rally at the state capitol, Saturday, April 14, 2018, in Austin, Texas. Gun rights supporters rallied across the United States to counter a recent wave of student-led protests against gun violence. (AP Photo/Eric Gay)

«Open Carry» ist in Texas erlaubt. Bild: AP/AP

Der Täter benutzte zwei Schusswaffen, die seinem Vater gehörten, wie Gouverneur Greg Abbott sagte. Der Schütze hat keinerlei kriminelle Vergangenheit. Lehrer beschrieben ihn als überdurchschnittlich guten Schüler. Er wurde des Mordes angeklagt.

Zwei vermeintliche Bomben, die Pagourtzis mitgebracht hatte, entpuppten sich nach näherer Untersuchung als harmlos. Ein mit Nägeln gefüllter Dampfkochtopf enthielt keinen Sprengstoff, auch ein mit Draht umwickelter Kanister war nur eine Attrappe.

Texas ist und bleibt wohl einer der Bundesstaaten mit den liberalsten Waffengesetzen. So ist im südlichen Bundesstaat auch «Open Carry» erlaubt, Waffen dürfen öffentlich zur Schau getragen werden. In vielen anderen Bundesstaaten ist dies verboten.

Was sagt die Familie?

Die Familie des 17-Jährigen zeigte sich in einer schriftlichen Stellungnahme fassungslos. «Wir sind so schockiert wie alle anderen auch», zitierte die «Los Angeles Times» aus dem Brief.

Sie hätten Dimitri als klugen, ruhigen und gutmütigen Jungen gekannt. «Wir wissen so gut wie nichts über die Gründe dieser Tragödie. Aber was wir aus den Medien gehört haben, scheint unvereinbar zu sein mit dem Jungen, den wir lieben.»

Wie reagiert die USA?

Einer Auswertung der «Washington Post» zufolge sind in diesem Jahr bereits mehr Menschen in Schulen getötet worden als US-Soldaten im Einsatz. Dennoch bleiben die Fronten in der Diskussion über den Umgang mit Waffen in den USA unversöhnlich. Erbittert stehen Befürworter schärferer Gesetze den Verteidigern des Rechts auf Waffenbesitz gegenüber.

Im zweiten Verfassungszusatz ist nach konservativer Lesart das Recht auf Waffenbesitz verankert. Auch viele Abgeordnete und Senatoren unterstützen die finanzkräftige Waffenlobby NRA.

Politiker wie Präsident Donald Trump versprachen nach den Schüssen erneut besseren Schutz. Bisher war dies immer folgenlos geblieben, wusste die Waffenlobby schärfere Regeln doch stets zu verhindern.

Erschossene Schüler werden deshalb ebenso weiter zum Alltag der USA gehören wie die Reaktionen «wir senden Gedanken und Gebete» nach einem Überfall.

In sozialen Medien erregte die lakonische Reaktion der Schülerin Paige Curry viel Aufsehen. Reporterfrage: «Hast Du währenddessen gedacht, das kann doch gar nicht sein, das kann an meiner Schule nicht passieren?» Paige sieht zu Boden und sagt: «Nein. Ich habe immer gespürt, dass es irgendwann halt auch hier passieren wird.»

Was sagt Trump?

US-Präsident Donald Trump wendete sich nach der Tat in einer Rede an Medien. Angriffe, wie jener in Santa Fe, müssten laut Trump verhindert werden. Er wolle sich dafür einsetzen, dass Waffen zukünftig nicht mehr so einfach in die Hände derer gerieten, die eine Bedrohung darstellten.

Trump hatte schon nach dem Schulmassaker in Florida mit 17 Toten im Februar zugesagt, sich für schärfere Waffengesetze stark zu machen. Bald darauf sicherte der Präsident der NRA erneut seine Unterstützung zu. Nach dem Schulmassaker von Parkland hatten Schüler landesweit für eine Verschärfung der Waffengesetze demonstriert. (leo/sda/dpa)

Schiesserei in Kirche in Texas:

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fabio74 22.05.2018 09:20
    Highlight Massaker = Täter ist weisser Christ. Sonst würd mans Terror nennen
    1 0 Melden
  • Dirk Leinher 21.05.2018 14:44
    Highlight Leider ist es so, dass heute das emphatische Empfinden der Menschen immer mehr abstumpft. Dies wird durch gewaltverherrlichende Spiele aber auch durch nicht vorhandene Moralregeln sicher verstärkt. Eine Klasse von 10 jährigen Schülern zu fragen, weshalb man andere nicht töten sollte, kann ganz erstaunliche Antworten ergeben, nicht nur in den USA. Allzu oft werden heute Probleme auch in der Familien nicht mehr ausdiskutiert. Die Verantwortung wird dann oft einem Psychiater übergeben, der meist nicht mal sich selbst helfen kann.
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    • Sanduuh 21.05.2018 17:45
      Highlight Entschuldigung, dass ist einfach nur Blödsinn. Als wäre das emphatische Empfinden früher grösser gewesen. Die Schüler wurden zum rechts Schreiben gezwungen, ungehorsamkeit mit Schlägen bestraft und zuhause interessierte niemand die Meinung eines Kindes. Nichts von Emphatie.
      20 5 Melden
    • Blutgrätscher 21.05.2018 21:39
      Highlight Ja genau. früher waren die Gesellschaft viel empathischer.
      Zum Beispiel damals als Europa beschlossen hat, das Afrika jetzt ihnen gehört.
      Oder als die Nazis ganze Ethnien als minderwertig und ausrottungsbedrüftig eingestuft hat.
      Oder als Australien in den spätsechzigern noch Kinder von Ureinwohnern stahl.
      Ja, hätten wir so tolle "Moralregeln" wie damals, dann wären wir vielleicht auch soll toll empathisch wie die.
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    • Dirk Leinher 22.05.2018 17:25
      Highlight Heute wird es einfach nicht mehr so direkt ausgesprochen, dass man andere Ethnien als minderwertig einstuft. Geändert hat sich da sonst nicht viel.
      Wieviele Zivilisten mussten in Afghanistan sterben, nur weil ein paar Saudi's in den USA 9/11 verursacht haben sollen? Wieviel Iraker starben, weil es angeblich Massenvernichtungswaffen gegeben haben soll?
      Die Zahl der Menschenleben die heute einfach so wegen geopolitischer Spiele umgebracht werden ist heute nicht kleiner als früher.
      0 1 Melden
  • Paddiesli 21.05.2018 14:43
    Highlight Anscheinend soll das Recht auf Waffen von Gott gegeben sein ...
    Sollten sie dann nicht alle rufen: "Halleluja, Gottes Wille hat gewirkt! Amen."
    67 8 Melden
  • Mutzli 21.05.2018 14:39
    Highlight Was ich noch eine wichtige Ergänzende Info finde (gerade nach der letzten Incel-Debatte und den damit verbundenen Ideen): In den US-Medien wurde zuerst gemeldt, dass eine Ex-Freundin von ihm eines der ersten Opfer war. Die Mutter des Opfers hat sich jetzt jedoch gemeldet und gesagt, dass ihre Tochter nie seine Freundin gewesen sei, sondern dass Pagourtzis ihr nachgestellt hätte. Sie habe dann einmal endültig genug gehabt und ihn öffentlich zurechtgewiesen. Eine Woche später kam es zum Attentat https://www.theguardian.com/us-news/2018/may/20/santa-fe-shooting-suspect-dimitrios-pagourtzis-motive
    17 0 Melden
    • B-Arche 21.05.2018 15:34
      Highlight Diese Incels sind krank. Die würden am liebsten in eine Zeit zurück in der Ehen arrangiert wurden und dafür gesorgt wurde (per Zwang) dass jeder verheiratet wird - ohne Widerrede wenn man gesellschaftlich nicht ausgestossen werden will.

      Die Pfingstkirchen die überall stetig wachsen mit ihrem Ultrakonservatismus (Homosexuelle müssen verachtet werden denn sie seien gegen Gott usw) holen auch diese Incels exakt da ab.
      12 5 Melden
    • HabbyHab 21.05.2018 16:20
      Highlight Und es gibt einige Leute, welche nun ihr die Schuld geben. "Hätte sie doch bloss ja zu ihm gesagt" usw. -.-
      12 1 Melden
    • B-Arche 21.05.2018 18:34
      Highlight Habbyhab: schaue einmal in die deutschsprachigen "Maskulistenforen". Da liest man denselben Mist. Der Mann brächte die Gesellschaft voran und hätte Anspruch auf (sexuelle) Aufwartung abends für die Qualen an der Arbeit, und Scheidungen sollen verhindert werden durch Abschaffung Unterhalt so dass die Ehefrau aus rein finanziellen Gründen bleibt. Das sei Stabilität.
      Zusammen mit Warnungen dass gedemütigte Männer das System ändern werden" um zu verhindern "dass andere Kulturen die so leben uns ersetzen dank hoher Geburtenrate".

      Man muss für solche Abarten nicht in die USA...
      9 3 Melden

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