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Isarelische Soldaten halten in der Westbank einen palästinensischen BDS-Demonstranten an (März 2015).<br data-editable="remove">
Isarelische Soldaten halten in der Westbank einen palästinensischen BDS-Demonstranten an (März 2015).
Bild: ABED AL HASLHAMOUN/EPA/KEYSTONE

Exempel statuiert: Israel schafft Schweizer Aktivistin aus

08.08.2016, 14:0908.08.2016, 14:48

Eine Schweizerin ist nach ihrer Ankunft am Flughafen Tel Aviv festgehalten, befragt und anschliessend deportiert worden. Gemäss dem israelischen TV-Sender Channel 2 handelte es sich um ein Mitglied einer christlichen Organisation, die Verbindungen zur umstrittenen BDS-Bewegung unterhält (Boycott, Divestment and Sanctions, zu Deutsch Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen).

BDS
Die BDS-Bewegung setzt sich für einen kompletten Boykott des Staates Israel ein und sieht sich damit in der Tradition der Opposition gegen das südafrikanische Apartheid-Regime. Sie fordert den Rückzug Israels aus sämtlichen besetzten Gebieten einschliesslich Ost-Jerusalems sowie ein allgemeines Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge.

Die Schweizer Aktivistin war demnach in der Vergangenheit mehrmals nach Israel gereist und durch ihre Aktivitäten an Checkpoints zur Westbank aufgefallen. Sie soll dort stationierte Soldaten belästigt und ihre Bewegungen aufgezeichnet haben. Anschliessend habe sie ihre gesammelten Informationen ins Ausland übermittelt.

Laut Channel 2 ist es das erste Mal, dass ein Mitglied der BDS-Bewegung aus einem europäischen Land aus Israel deportiert wurde. Der Befehl kam offenbar von Innenminister Aryeh Deri persönlich. Dieser hat weitere Deportationen im Kampf gegen BDS-Aktivisten in Aussicht gestellt.

Stellungnahme BDS Schweiz:

«Die im Artikel erwähnte Person ist uns bei BDS Schweiz nicht bekannt und es handelt sich nicht um eine Aktivistin von BDS Schweiz. Dennoch haben wir Kenntnis von einer Schweizerin, welche letzte Woche nicht nach Israel einreisen konnte. Die genauen Gründe der Einreiseverweigerung sind uns unbekannt. Die Person möchte sich aber vorläufig nicht äussern und anonym bleiben.»
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