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Der ehemalige Schach-Weltmeister und heutige Abgeordnete Anatoli Karpow (links) gewann wenig überraschend die Partie gegen Nationalrat Jean-François Steiert (SP/FR) 
Der ehemalige Schach-Weltmeister und heutige Abgeordnete Anatoli Karpow (links) gewann wenig überraschend die Partie gegen Nationalrat Jean-François Steiert (SP/FR) Bild: Keystone
Umstrittenes Schachturnier

Schweizer Parlamentarier treten gegen Ex-Weltmeister Karpow an

18.06.2014, 20:21

Schweizer Parlamentarier sind in Bern zu einem Schachturnier gegen eine russische Delegation angetreten. Mit von der Partie war auch der ehemalige Schach-Weltmeister und heutige Abgeordnete Anatoli Karpow, der wenig überraschend alle seine sechs Spiele gewann.

Damit trug Karpow dazu bei, dass die Russen 25 der 36 Spiele für sich entscheiden konnten. Die Schweizer Parlamentarier gewannen 10 Partien, eine endete mit einem Remis. «Ein bemerkenswertes Ergebnis für die Schweiz», kommentierte Nationalrat Jean-François Steiert (SP/FR) mit einem Augenzwinkern.

Bester Schweizer war Ständerat Hans Altherr (FDP/AR). Für die Schweiz angetreten waren neben Altherr und Steiert auch SP-Parteipräsident Christian Levrat (FR), Nationalrat Andreas Gross (SP/ZH) sowie der Vizepräsident des Bundesgerichts, Ulrich Meyer.

Das Schachturnier war von der parlamentarische Gruppe Schweiz-Russland anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern organisiert worden.

Vereinzelt war Kritik am schweizerisch-russischen Schachturnier aufgekommen. Wenn in Europa ein offener Konflikt herrsche, könne man nicht mit Vertretern einer der Konfliktparteien Schach spielen, monierten Kritiker.

Das Spiel sei schon lange geplant gewesen, sagte Jean-François Steiert dazu. Zudem halte man in der Schweiz Sport und Politik klar auseinander. Die Schweiz habe nach wie vor diplomatische Beziehungen zu Russland. «Es gibt keinen Grund, ausgerechnet beim Schachspiel eine Ausnahme zu machen. Das wäre absurd», sagte Steiert.

Zwischen den einzelnen Spielen sei «selbstverständlich über alles tabulos geredet worden, auch über die Situation in der Ukraine», sagte Steiert. Die Gespräche seien durchaus auch konstruktiv gewesen. So hätten sich einzelne Duma-Abgeordnete für den Föderalismus und den Umgang mit Minderheiten in der Schweiz interessiert.

«Wenn man in einem Konfliktfall eine Lösung sucht, setzt das voraus, dass man über Lösungen diskutiert. Wer den Dialog verweigert, verhindert damit auch eine Lösung», fasste Steiert seine Haltung zusammen. (sda)

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