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Gestatten, George Crum, Erfinder der Pommes-Chips, IMFALL đŸ’Ș

Bild: shutterstock

Vor anderthalb Jahrhunderten erfand ein afroamerikanischer KĂŒchenchef per Zufall Kartoffelchips. Dank sei ihm!



Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt jemand in ein Kartoffelchip beisst, tut er dies nur dank eines spontanen Geistesblitzes dieses Herrn aus New York State:

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Die Eheleute Crum. Bild: wikicommons

Eigentlich hiess er George Speck. Das mit â€čCrumâ€ș kam dann spĂ€ter. Ebendieser Speck, also, (ein kulinarisch schöner Name!) geboren 1824 in Saratoga County im US-Bundesstaat New York, war Mitte des 19. Jahrhunderts ein bekannter Koch, der im Moon's Lake House in Saratoga Springs arbeitete. Und dort soll er der Legende zufolge Kartoffelchips erfunden haben.

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Moon's Lake House, 1896. Bild: wikicommons

Moon's Lake House war ein schickes Restaurant. Wohlhabende Familien aus Manhattan gingen dort ein und aus. Ein Stammgast des Restaurants, der Reeder und Eisenbahnunternehmer Cornelius Vanderbilt, fand besonderen Gefallen an den KochkĂŒnsten Specks, vergass aber offenbar stets dessen Name, weshalb er die Kellner oft bat, seine Bestellungen an «Crum» weiterzuleiten. Der Name blieb, denn Speck raisonierte, «A crumb is bigger than a speck» (Ein KrĂŒmel ist grösser als ein Tupf).

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Cornelius Vanderbilt, 1870. Bild: wikicommons

Vielleicht war es ebendieser Vanderbilt, vielleicht auch ein anderer wĂ€hlerischer Gast (es gibt da widersprĂŒchliche Berichte), der wiederholt eine Bestellung Pommes Frites in die KĂŒche zurĂŒckschickte weil sie zu dick geschnitten seien. Genervt von den Anforderungen des Gastes, soll Crum darauf eine Portion Kartoffeln in hauchdĂŒnne Scheiben geschnitten und diese dann frittiert und gesalzen haben. Zu seinem Erstaunen liebten die GĂ€ste sie. Und schon bald wurden Crum und Moon's Lake House speziell fĂŒr ihre «Saratoga Chips» bekannt.

So richtig, richtig historisch wissenschaftlich belegt ist das natĂŒrlich nicht. Das Ă€lteste Rezept fĂŒr etwas, das heutigen Kartoffelchips Ă€hnelt, stammt von einem englischen Kochbuch aus dem Jahr 1817 – «The Cook's Oracle» von William Kitchiner. Und dann wĂ€re noch die Kleinigkeit von Crums Schwester, Catherine â€čAunt Kateâ€ș Wicks, die KĂŒchengehilfin im Restaurant war, und stets behauptete, die wahre Erfinderin des Saratoga Chips zu sein.

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Crum mit Schwester Kate. Bild: theodysseyonline.com

Wie dem auch sei, Fakt ist, dass das Moon's Lake House landesweit explizit wegen seine Saratoga Chips bekannt wurde. Cary Moon, der Besitzer des Restaurants, versuchte spĂ€ter, die Erfindung als seine eigene zu verkaufen und begann mit der Herstellung und dem Vertrieb von Chips, die in Kartons verpackt waren. Doch irgendwie blieb die Innovation im kollektiven Bewusstsein bei George Crum. Als Dieser in den 1860er-Jahren sein eigenes Restaurant eröffnete, genannt Crum's, bestĂŒckte er jeden Tisch mit einem Korb Chips.

Crum starb 1914, doch die Saratoga Chips in Crum's Restaurant blieben. In den 1920er-Jahren begannen Unternehmer wie Herman Lay, Chips im ganzen Land einzufĂŒhren und dank der Erfindung der Kartoffelschneidemaschine auf Massenproduktion umzustellen. Robert Crum und seine Zufallserfindung gerieten in Vergessenheit.

Apropos ... Chips oder Crisps oder was nun?

In Nordamerika sagt man chips.
In Grossbritannien und Irland, aber, sind das crisps. Die dortigen chips, hingegen, bezeichnen Pommes-Frites (und ein chip shop oder chippy ist eine Fish-&-Chips-Bude).
Pommes heissen in den USA wiederum French fries.
Etymologisch wÀre die britisch-irische Bezeichnung die korrektere: Chips sind so benannt, weil sie wood chips (HackspÀhne, Holzschnitzel) Àhneln. Crisps heissen so, weil sie crispy (knusprig) sind. Aber jetzt ist's eh zu spÀt.
Ach ja: In Australien sagt man fĂŒr Chips chips und fĂŒr Pommes-Frites hot chips. đŸ€Ł

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