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Leidest du unter Sodbrennen? Vielleicht helfen diese Tricks.
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Bei Sodbrennen und Magenproblemen: Warum du keine Säureblocker einnehmen solltest und welche Alternativen helfen können

20.07.2015, 09:52
Philipp Mitter / gesundleben
Ein Artikel von
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Wenn der Magen drückt und zwickt, verschreiben Ärzte immer häufiger Säureblocker. Die Säureblocker sollen die Beschwerden schnell lindern und das Problem beseitigen, so die Hoffnung vieler Ärzte und Patienten. In einigen Fällen scheint das auch wie gewünscht zu funktionieren.

Doch häufig kommt es vor, dass die Medikamente dauerhaft eingenommen werden und die Patienten eine Gewöhnung an das Medikament erfahren und zudem die Nebenwirkungen deutlich zu spüren bekommen. Darum möchten wir dir Wege und Alternativen aufzeigen, die den Magen-Darm-Trakt wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen.

Bei welchen Beschwerden werden Säureblocker verschrieben? 

Säureblocker werden häufig bei Sodbrennen, Gastritis, Magengeschwüren und der Refluxkrankheit verschrieben. In der Schweiz nehmen 5-10 Prozent der Erwachsenen Säureblocker gegen diese Beschwerden ein. Da kann man sich vorstellen, dass dies ein lohnendes Geschäft für der Industrie ist. 

Welche Arten von Säureblockern gibt es? 

Im Wesentlichen gibt es drei Arten von Säureblockern: Protonenpumpenhemmer, Antazida und H₂-Rezeptor-Antagonisten.

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Antazida sind säurebindende Arzneimittel, die direkt im Magen wirken. Ihre Wirkstoffe sind häufig Mischungen aus Aluminium- und Magnesiumhydroxid oder Calcium- und Magnesiumcarbonat. Diese Wirkstoffe haben einen schnellen Wirkeintritt, sind aber für eine längere Behandlung nicht geeignet. 

Protonenpumpenhemmer oder auch Protonenpumpeninhibitoren (kurz: PPI) sind Säureblocker, die im Bereich des Magens die Magensäureproduktion hemmen. Die Wirkstoffe dieser Gruppe heissen Pantoprazol, Omeprazol, Esomeprazol, Rabeprazol oder Lansoprazol. Wie der Name schon sagt, hemmt dieser Wirkstoff die Protonenpumpen im Magen, wodurch keine Säure in den Magen transportiert wird. 

H₂-Rezeptor-Antagonisten sind Stoffe, die die Histamin-Rezeptoren vom Typ 2 blockieren und so die Magensäuresekretion hemmen. 

Haben Säureblocker Nebenwirkungen? 

Nicht vergessen, den Beipackzettel zu lesen!
Nicht vergessen, den Beipackzettel zu lesen!
Bild: shutterstock

Die Liste der Nebenwirkungen dieser drei Arten von Säureblockern ist lang. So lang, dass hier nicht im Detail auf jede einzelne Nebenwirkung eingegangen werden kann. Wenn du jedoch Medikamente aus diesen Wirkstoffgruppen einnimmst, lohnt sich durchaus der Blick in den Beipackzettel. 

Eine Gefahr, die all diese Medikamente jedoch gemeinsamen haben, ist beispielsweise die erhöhte Anfälligkeit für Allergien. Magensäure wird vom Körper nicht ohne Grund produziert. Der Körper braucht diese unter anderem, um Krankheitserreger und allergieauslösende Proteine unschädlich zu machen. Da dies durch den erhöhten PH-Wert verhindert wird, steigt die Anfälligkeit für Nahrungsmittelallergien und Erkrankungen durch Bakterien spürbar an.

Protonenpumpenhemmer stehen zudem in Verdacht, bei langfristiger Einnahme das Risiko für Osteoporose deutlich zu erhöhen. Aber auch Antazida haben es in sich: Bei langfristiger Einnahme stehen die aluminiumhaltigen Antazida in Verdacht, bei der Entstehung von Alzheimer beteiligt zu sein. 

Säureblocker, egal welcher Art, sind bei längerer Anwendung für den Körper nicht gesund. Langfristig ist es gesünder, seine Lebensgewohnheiten und die Ernährung zu ändern, um den Beschwerden im Magen-Darm-Trakt ein Ende zu bereiten. 

Wie setze ich Säureblocker wieder ab?

Säureblocker sollten nicht schlagartig abgesetzt werden. Bei einigen dieser Medikamente (vor allem PPI) führt das Absetzen sogar zunächst zu einer deutlich gesteigerten Magensäureproduktion. Wenn du längere Zeit Säureblocker eingenommen hast, braucht das Absetzen Zeit und Geduld. 

Zunächst sollte man sich klar machen, was die bisherigen Auslöser für die Magenbeschwerden waren. Bei vielen Menschen wurden die Beschwerden durch ungünstige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ausgelöst. Wenn du von Säureblockern loskommen möchtest, musst du deine eigene Lebensweise und Ernährungsweise umstellen.

Selbst wenn deine Erkrankung eine echte organische Ursache hat, wie zum Beispiel einen Zwerchfellbruch, kann eine Veränderung der Ernährung und eine Verringerung von Stressfaktoren zu einer spürbaren Linderung der Beschwerden führen. Bei vielen Patienten reichen diese Massnahmen sogar aus, um vollständig auf Medikamente verzichten zu können.

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Wie lassen sich Säureblocker aus dem Leben verbannen?

  • Lass alle Nahrungsmittel weg, die dein Magen nicht verträgt. Meistens sind das Nahrungsmittel wie alkoholische Getränke (vor allem Sekt und Wein), kohlensäurehaltige Getränke, zu viele Süssigkeiten oder bestimmte Gemüsesorten, wie Tomaten oder Paprika. Tomaten und Zitrusfrüchte enthalten viel Säure und verstärken die Magenprobleme.
  • Frisches Brot wird von vielen Menschen nicht vertragen. Iss lieber Knäckebrot oder getoastete Backwaren. Das ist für viele Magenpatienten bekömmlicher.
  • Auch die Lieblingsgetränke vieler Menschen, nämlich Kaffee, Schwarztee und Grüner Tee sollten gemieden werden. Trink lieber Kräutertees und Wasser ohne Kohlensäure.
  • Bewegung und Sport ist bei der Refluxkrankheit sehr wichtig. Vor allem Menschen mit Übergewicht sollten sich wieder mehr bewegen. Bei vielen Refluxgeplagten bessern sich die Beschwerden, wenn sie Sport treiben und an Gewicht verlieren.
  • Um den Magensäurerückfluss in die Speiseröhre zu verhindern, kannst du auch das Kopfende deines Bettes erhöhen. Durch das schräge Liegen kann nachts weniger Säure in die Speiseröhre zurückfliessen
  • Zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen sollte nichts mehr gegessen werden. Wenn der Magen geleert ist, wird weniger Säure produziert und es besteht weniger die Gefahr eines Säurerückflusses in die Speiseröhre.

Fazit

Es gibt viele Gründe für die Einnahme von Säureblockern. Doch du kannst durch die richtigen Massnahmen eine dauerhafte Einnahme von Säureblockern vermeiden. In den meisten Fällen können die Beschwerden durch eine konsequente Ernährungsumstellung und einen gesünderen Lebensstil gelindert oder beseitigt werden. Aber auch hier gilt: Ohne Fleiss kein Preis!

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