Justiz
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Therapie verweigert: Pädosexueller Mann muss verwahrt werden



ARCHIVBILD - BEZUEGLICH TOT AUFGEFUNDENER 19-JAEHRIGER IN ZUERCHER GEFAENGNIS - Das provisorische Polizeigefaengnis des Kantons auf der Kasernenwiese ist bis Ende 2011 bewilligt, aufgenommen am Mittwoch 22. September 2010 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

Ein bald 65-jähriger Mann, der wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig gesprochen wurde, muss ordentlich verwahrt werden. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Es hiess eine Beschwerde der St.Galler Staatsanwaltschaft gut.

Das Bundesgericht kommt in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil zum Schluss, dass die bisherigen Therapien nicht dazu geführt hätten, die Begehung weiterer, vergleichbarer Straftaten zu verhindern. Aufgrund der fehlenden Motivation des Verurteilten für die Aufnahme einer neuen Behandlung bleibe das Rückfallrisiko hoch.

Obwohl sich der Mann seit bereits über 14 Jahren im Vollzug befinde, sei eine Verwahrung gemäss Bundesgericht verhältnismässig. Bei einer Freilassung drohten weitere sexuelle Verfehlungen gegenüber Kindern.

Der Mann war 2006 wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Knaben im Alter von 10 bis 15 Jahren zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Die Gunst der Kinder erlangte er, indem er ihnen Geld oder ein neues Handy gab.

Neben der Freiheitsstrafe sprach das St.Galler Kantonsgericht 2006 eine stationäre therapeutische Massnahme aus. Aus dieser wurde der Verurteilte im Juni 2011 bedingt entlassen.

Rückfällig während Bewährung

Im Mai des folgenden Jahres wurde er festgenommen und anschliessend wegen mehrfacher versuchter sexueller Handlungen mit Kindern schuldig gesprochen. Die verhängte Freiheitsstrafe betrug 21 Monate. Tatzeitpunkt war im Februar und März 2012.

Im Dezember 2018 entschied das Kantonsgericht, die stationäre Massnahme aufzuheben. Das Amt für Justizvollzug beantragte die Verwahrung des Mannes, worauf das Kantonsgericht die Massnahme bis Ende Mai 2020 verlängerte. Auf eine Verwahrung verzichtete es wegen Unverhältnismässigkeit. Diesen Entscheid hat das Bundesgericht nun aufgehoben. (Urteil 6B_889/2019 vom 06.11.2019) (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bubulina 22.11.2019 00:11
    Highlight Highlight Und was ist mit der Ehe für Alle? Wieviele noch verstörtere Opfer wird es da geben? Nur dass es dann, im geschützten, privaten Rahmen der Ehe und im Namen der "Liebe" niemand mehr merkt und niemand mehr Anzeige machen kann.
  • Neruda 21.11.2019 14:08
    Highlight Highlight "Unverhältnismässigkeit"... Wenn die Richter weiterhin einen Spielraum haben wollen, sollten sie auf solch unverhältnismässig Urteile verzichten. Zum Glück hat das Bundesgericht die St. Galler Richtiger noch zurückgepfiffen. Weitere verstörte Opfer braucht es nun wirklich nicht!
  • Mügäli 21.11.2019 13:16
    Highlight Highlight ‚Auf eine Verwahrung verzichtete das Kantonsgericht aufgrund von Unverhältnismässigkeit‘ .. gut Entschied das Bundesgericht anders! 14 Jahre hatte er Zeit sich mit seinen Taten auseinanderzusetzen und trotzdem schaffte er es nicht, sich seinem schändlichen Verhalten bewusst zu werden und die angebotenen Hilfestellungen/Therapien zu nutzen. So wird er nun seine restliche Lebenszeit hinter Gittern verbringen und das ist auch richtig so. Der Schutz der zukünftigen Opfern muss Priorität haben ...
    • Das schnabeltier 21.11.2019 15:17
      Highlight Highlight leider bedeutet dies noch lange nicht "bis zum Lebensende".. denn die ordentliche Verwahrung muss je erstmals zwei Jahre nach der Anordnung, danach jährlich neu überprüft werden
    • Bits_and_More 21.11.2019 15:59
      Highlight Highlight @schnabeltier
      Und was spricht dagegen? Unsere Rechtssprechung beruht auf der Resozialisierung, wenn sich Menschen ändern können sie ihr Recht auf Freiheit nach dem Absitzen der Strafe zurückerlangen.
      Da macht es doch Sinn, diese zyklisch zu prüfen.
      In diesem Fall zeigt auch, dass dies funktioniert. Der Täter verweigert die Therapie und somit Resozialisierung und bleibt dafür in Haft.

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