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Bauarbeiter fordern weniger Temporärarbeit



Das Unia-Bauarbeiterparlament fordert eine Beschränkung der Temporärarbeit. War diese ursprünglich gedacht, um saisonale Spitzen abzudecken, werde sie heute immer mehr missbraucht, um sich billige Arbeitskräften zu verschaffen.

Gemäss Unia ist der Anteil der Temporärarbeitenden im Bauhauptgewerbe sechs Mal so hoch wie im Durchschnitt aller Branchen. Immer öfter würden ältere Festangestellte entlassen und am nächsten Tag zu schlechteren Bedingungen temporär wieder angestellt, teilte die Gewerkschaft am Samstag mit. Diese könnten dann innert zwei Tagen auf die Strasse gestellt werden.

So würden gute und sichere Arbeitsplätze durch unsichere, prekäre ersetzt. Gemäss Mitteilung zeigte sich das Unia-Bauarbeiterparlament «zutiefst besorgt über den Zustand der Bau-Branche», vor allem über die fortschreitende Prekarisierung der Arbeitsbedingungen.

Sie beklagen auch die rasant steigende Zahl von undurchsichtigen Subunternehmerketten. Gemäss Unia sind Lohndumping, Kettenkonkurse und die systematische Umgehung von gesetzlichen und gesamtarbeitsvertraglichen Bestimmungen zentrale Herausforderungen für die Branche.

Um diesen Entwicklungen entgegen zu treten, fordern die Bauarbeiter deshalb eine Beschränkung der Temporärarbeit, ein Recht auf Festanstellung nach einer gewissen Zeit sowie ein transparentes Branchenregister der Firmen, die den Gesamtarbeitsvertrag einhalten.

Syna mit neuem Branchenleiter Baugewerbe

Auch die bei der Syna organisierten Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter fordern, dass der Missbrauch auf den Baustellen bekämpft wird, vor allem bei der Temporärarbeit. Diese sollte für die Bauleute zu keinem Dauerzustand werden.

An der Syna-Branchenkonferenz übernahm Guido Schluep das Amt als Branchenleiter für das Bauhauptgewerbe von Ernst Zülle, der in die Stadtregierung von Kreuzlingen TG gewählt worden ist. In seiner Antrittsrede verurteilte Schluep Verleihfirmen, die oft tiefere Löhne zahlten und an jeder Stunde verdienten, in welcher ein Bauarbeiter auf der Baustelle eingesetzt werde.

Zudem fordert die Syna einheitliche Kriterien, um Baustellenstopps bei misslichem Wetter zu erwirken. Der Grundsatz müsse lauten: «Wenn die Gesundheit gefährdet ist, soll die Arbeit eingestellt werden.»

Zudem brauche es einen besseren Kündigungsschutz und eine Abgangsentschädigung für ältere Arbeitnehmende. Diese Ansätze gewährleisteten einen würdevollen Umgang mit den älteren Bauleuten.

Und schliesslich fordern die Bauarbeiter von Syna die Einhaltung der Höchstarbeitszeit, Vaterschaftsurlaub und mehr Flexibilität für ihre Freizeitgestaltung. Konkret wollen sie auch freie Tage bei schönem Wetter und mehr längere Ferien im Sommer. Flexibilität sei keine Einbahnstrasse immer nur zu Gunsten der Arbeitgeber. (sda)

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