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Riesiger Anlagebetrug: Drei Angeklagte stehen vor Aargauer Gericht



Drei Verantwortliche des riesigen Anlagebetrugs rund um die ASE Investment stehen ab heute Montag vor dem Bezirksgericht Laufenburg im Kanton Aargau. Die Deliktsumme beträgt 170 Millionen. Es gibt 2500 Geschädigte.

Der ehemalige Geschäftsführer, ein 50-jähriger Schweizer, muss sich wegen gewerbsmässigen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie wegen mehrfacher Urkundenfälschung vor dem Bezirksgericht verantworten.

Der weitgehend geständige Mann befindet sich seit seiner Verhaftung im Frühling 2012 ohne Unterbruch in Haft. Im Februar 2015 trat er den vorzeitigen Strafvollzug an.

Vor der Gericht stehen zwei weitere Männer, die jedoch die Anschuldigungen zurückweisen. Der 43-jährige Präsident des Verwaltungsrats der ASE ist wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft angeklagt.

Ein ehemaliger, 53-jähriger ASE-Kundenbetreuer bei der Basler Kantonalbank (BKB) muss sich wegen des Vorwurfs der Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug verantworten. Die BKB war die Depotbank der ASE. Die Kunden überwiesen ihr Geld auf ein BKB-Depot. Die ASE hatte die Vollmacht über die Konten.

Marathonprozess im Zivilschutzzentrum

Die juristische Aufarbeitung des grossangelegten Anlagebetrugs fordert alle. Das Bezirksgericht Laufenburg tagt sieben Tage lang im kantonalen Zivilschutzausbildungszentrum in Eiken.

Die Anklageschrift umfasst 192 Seiten, mit Anhängen sogar 592 Seiten. Die Akten füllen insgesamt 448 Bundesordner. Die Staatsanwaltschaft hat 2500 Geschädigte ermittelt.

Von ihnen haben sich 639 als Privatkläger am Strafverfahren konstituiert. Der grösste Teil der Deliktsumme von 170 Millionen Franken dürfte für die Anleger jedoch verloren sein.

Traumrendite von 18 Prozent

Die ASE Investment mit Büroräumlichkeiten in Frick war eine externe Vermögensverwalterin und bot ihren Kunden Devisenhandel in unterschiedlichen Produkten an. Anleger wurden mit Renditeversprechen von bis zu 18 Prozent angelockt.

Auf ihrer Website hatte ASE Investment «lukrative Anlagemöglichkeiten» angepriesen. Das Kürzel ASE stand für «Anlage, Sicherheit, Ertrag». Der Rechtssitz der Aktiengesellschaft war Engelberg OW.

Riesiges Schnellballsystem

Bei der Vermögensverwaltung kam es laut Anklageschrift zu diversen massiven Unregelmässigkeiten. Dem Hauptangeklagten wird vorgeworfen, dass er die bei seiner Anlagetätigkeit wie Devisenhandel seit mindestens Januar 2006 erlittenen Verluste verheimlichte. Den Anlegern soll er fiktive Gewinne vorgetäuscht haben.

Er habe nach Bedarf Löcher in den unterschiedlichen Anlageprodukten gestopft. Er habe alles «derart raffiniert aufeinander abgestimmt», dass es den Kunden nicht möglich gewesen sei, eine Täuschung zu erkennen.

Es habe ein «grosses Lügengebäude» gegeben. Mit der Vermischung von Kunden- und Anlagegeldern wurde gemäss Anklage ein einziges riesiges Schneeballsystem betrieben.

Im April 2012 wurde aufgrund einer Strafanzeige der Basler Kantonalbank und mehreren Privatpersonen gegen die damaligen Organe der ASE ein Strafverfahren eröffnet. Hintergrund waren Bankauszüge, die gegenüber den Kunden falsche Guthaben auswiesen. Im Juni 2012 wurde über die ASE der Konkurs eröffnet und im Januar 2014 mangels Aktiven eingestellt. (sda)

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