Schweiz
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Hier ein Überblick zu den wichtigsten Meldungen der Sonntagspresse. watson

Feuerwehren mit Verspätung und Ausbaupläne der SRG in den Sonntagszeitungen



Verspätete Ankunft der Feuerwehr

In vielen Städten der Schweiz braucht die Feuerwehr zu lange, um zum Einsatzort zu gelangen. Dies berechnete die «SonntagsZeitung» anhand von Gebäudekarten und Verkehrsdaten in sechs Grossstädten. Zehn Minuten nach Alarmierung müsste die Feuerwehr bei einem Brand in dicht besiedelten Gebieten vor Ort sein, wie es die verbindlichen Fristen der Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS) verlangen.

Prekär ist die Lage demnach in Zürich, wo 48 Prozent der Häuser nicht fristgerecht erreichbar sind. Für elf Prozent dauert die Fahrt gar länger als 15 Minuten – obwohl ohne Verkehr gerechnet wurde. In Lausanne sind nur 73 Prozent der Liegenschaften innert zehn Minuten erreichbar, in Basel und Luzern rund 85 Prozent. «Wir haben ein Problem, das lässt sich nicht wegdiskutieren», sagte der Zürcher Feuerwehrkommandant Peter Wullschleger. Zusätzliche Wachen sollen das Problem künftig entschärfen.

FKS-Generalsekretär Stefan Häusler erklärte, viele Angehörige von Milizfeuerwehren würden heutzutage nicht mehr am gleichen Ort arbeiten, an dem sie wohnten und in der Feuerwehr aktiv seien. So sei es vielen von ihnen unmöglich, innert 15 Minuten die Wache zu erreichen, auszurücken und am Einsatzort zu stehen. Verstärkt wird das Problem durch den Rückgang an Feuerwehrleuten: 115'000 gab es vor zehn Jahren, nun sind es noch 85'000.

Die 4 schwedischen Superwaffen gegen Waldbrände:

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Video: srf

Ausbaupläne der SRG in Bern

Nach der Kritik am Radio-Umzug von Bern nach Zürich hat SRG-Chef Gilles Marchand den Aufbau einer neuen Recherche-Redaktion in der Hauptstadt angekündigt. «Wir sind nicht daran, Bern zu verlassen», sagte der SRG-Generaldirektor in Interviews mit den Zeitungen «SonntagsBlick» und «Le Matin Dimanche».

Der 56-Jährige nannte drei Bereiche, wo die SRG ihre Tätigkeiten in Bern verstärken will und kündigte für Projekte Investitionen im Umfang von rund 20 Millionen Franken an. Neben einem Ausbau der Inlandredaktion soll in Bern ein neues, rund 15-köpfiges Recherche-Team gegründet werden. Journalisten von RTR, RSI, RTS und SRF sollen überregional nationale Themen behandeln. Weiter versprach der SRG-Chef den Aufbau einer neuen digitalen Plattform von Bern aus. Es gehe darum, eine Art öffentlicher Dienst nach dem Vorbild von Netflix zu entwickeln, wo alle SRG-Programme in allen Sprachen mit Untertiteln angeboten werden sollen.

Der Rundfunk will auch die Zahl der von ihr produzierten Fernsehserien erhöhen. «Derzeit gibt es drei bis vier pro Jahr, zwischen der West- und der Deutschschweiz. Ich hätte gerne sieben davon, mit der Möglichkeit, sie systematisch in anderen Sprachregionen einzusetzen», erklärte Marchand.

Russland besucht vermehrt Schweizer Armee

Die Schweizer Armee gewährt keinem anderen Land so oft Einblick in die Landesverteidigung wie Russland. Seit 2012 empfing die Armee 36 Mal ausländische Militärs, neun dieser Besuche – also jeder vierte – gingen auf das Konto von Russland, wie die Armee dem «SonntagsBlick» mitteilte. Auf Platz zwei folgt Luxemburg mit drei Besuchen, dahinter Italien, Portugal, Tadschikistan und die USA (je zwei).

Vergangene Woche überprüften drei russische Offiziere die Schweizer Militärpolizei. Sie nahmen das Hauptquartier in Sitten sowie die Standorte Bern, Payerne, Bière und Siders ins Visier, besuchten Truppen und überprüften Informationen bezüglich Personalbestand sowie Anzahl und Typ der Hauptwaffensysteme. Die Armee begründet die Besuche mit einem Übereinkommen aller 57 OSZE-Staaten. Jeder Teilnehmerstaat habe das Recht, auf dem Territorium eines jeden anderen Teilnehmerstaats Verifikationsmassnahmen durchzuführen, sagte eine Armee-Sprecherin. Die Schweiz sei verpflichtet, pro Jahr bis zu drei Inspektionen zuzulassen. Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland sind wegen Spionagevorwürfen auf einem Tiefpunkt.

Neue Vorwürfe gegen Genfer Regierungsrat Pierre Maudet

In der Affäre um den Genfer Regierungsrat Pierre Maudet rund um seine Abu-Dhabi-Reise soll es neue Ungereimtheiten geben. Gemäss «NZZ am Sonntag» hat Maudet bei einer mit der Reise im Zusammenhang stehenden Konzessionvergabe für die Bodenabfertigung am Flughafen Genf eine aktivere Rolle gespielt als bislang zugegeben. Bis jetzt habe Maudet eine Einmischung bestritten.

ARCHIV -- ZUR AUFHEBUNG DER IMMUNITAET DES GENFER STAATSRAT PIERRE MAUDET DURCH DAS KANTONSPARLAMENT AM DONNERSTAG, 20. SEPTEMBER 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Le president du Conseil d'Etat genevois, Pierre Maudet, prete serment en levant le bras, lors de la Prestation de serment du Conseil d'Etat a la cathedrale Saint-Pierre, ce jeudi 31 mai 2018 a Geneve. Les sept conseillers d'Etat genevois elus au debut du mois ont prete serment jeudi en la cathedrale Saint-Pierre. Le president de l'executif pour la duree de la prochaine legislature a expose dans son discours, les grandes lignes du programme politique du nouvel executif. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Pierre Maudet Bild: KEYSTONE

Nun würden aber Dokumente belegen, dass Maudet ein Verwaltungsratsmitglied aufgefordert habe, bei der Abstimmung über die Vergabe in den Ausstand zu treten. Maudet rechtfertigte sein Vorgehen in der Zeitung damit, dass der besagte Verwaltungsrat noch während des Ausschreibungsverfahrens einer Firma angehörte, die sich ebenfalls um die Konzession beworben habe. Dieses Vergehen mache das Resultat der Ausschreibung anfechtbar. Das habe er verhindern wollen.

Vier Monate nachdem der Genfer Staatsrat auf Einladung des Kronprinzen des Wüstenemirats Abu Dhabi einem Formel-1-Rennen beiwohnte, erhielt die Firma Dnata im März 2016 den Zuschlag für die Bodenabfertigung in Genf. Dnata ist Teil der Emirates-Gruppe und gehört dem Staat. Maudet ist als Wirtschaftsminister für das Flughafen-Dossier zuständig. Zum Zeitpunkt der Reise sass er zudem im Verwaltungsrat des Airports.

Studie zu Lohndiskriminierung kritisiert

Das Modell des Bundes zur Erhebung der Lohndiskriminierung bei Frauen hat laut einem Bericht von «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» gravierende Mängel. Eine Studie der Universität St.Gallen sähe Zweifel am Ausmass der Lohndiskriminierung in der Schweiz. Als Referenzgrösse habe bisher die Statistik des Gleichstellungsbüros des Bundes gegolten.

Demnach verdienten Frauen für dieselbe Arbeit 7.4 Prozent weniger als Männer. Doch der Bund lasse ausgerechnet den laut der Studie wichtigsten Erklärungsfaktor für die Lohndifferenz zwischen Mann und Frau ausser Acht, nämlich die tatsächliche Berufserfahrung. Der Bund begründet den Verzicht gemäss dem Zeitungsbericht mit dem grossen Aufwand der Datenerhebung. In der Lohnstrukturerhebung, die der Bund regelmässig macht, werden Karriereunterbrüche nicht abgefragt. Die Uni-Studie beurteilt dies als «suboptimal». Die Folge daraus sei, dass die unerklärte Lohndifferenz, die landläufig mit Lohndiskriminierung gleichgesetzt werde, vom Modell des Bundes überschätzt werde. Am Montag entscheidet der Nationalrat, ob Firmen ab 100 Mitarbeitern alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchführen und die Saläre überprüfen lassen müssen.

Werden unsere Kindergärtnerinnen diskriminiert?

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Video: srf

Sexuelle Belästigung im Bundeshaus

Die Delegation gegen sexuelle Belästigung im Bundeshaus ist ein Flop, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» berichtet. Die Gruppe wurde im vergangenen Dezember nach der Affäre um den wegen angeblicher sexueller Belästigung zurückgetretenen Walliser Nationalrat Yannick Buttet eingerichtet. In den vergangenen neun Monaten hat sich der Zeitung zufolge keine einzige Parlamentarierin bei der Anlaufstelle gemeldet. «Es gab keine Folgemassnahmen», sagte Géraldine Savary (SP/VD), zweite Vizepräsidentin des Ständerates.

Nationalrätin Lisa Mazzone (Grüne/GE), die Opfer von Belästigungen geworden sein soll, hatte laut eigenen Angaben keine Zeit, sich an die Stelle zu wenden. Sie wies auch auf den Mangel an Informationen im Intranet der Parlamentarier hin. Die Delegation besteht aus den Präsidenten, Vizepräsidenten und zweiten Vizepräsidenten der beiden Parlamentskammern.

Fedpol-Whistleblower erhält Recht

Ein Whistleblower und ehemaliger Kadermann des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) erhält von der Bundesanwaltschaft Recht. Die zuständige Staatsanwältin hat ein Verfahren gegen Thomas Walther eingestellt, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten. Er habe das Amtsgeheimnis nicht verletzt, als er im Frühling 2018 einen Rapport über angeblich unhaltbare Zustände im Fedpol an einen grösseren Kreis von Personen im Amt verschickte. Er berichtete unter anderem von Kompetenzgerangel und Behinderungen der nationalen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik). Deshalb seien über Jahre Kinder – auch aus der Schweiz – unnötig lange von Pädophilen missbraucht worden

Das Fedpol hatte am selben Tag, als der Ex-Mitarbeiter den Bericht verschickte, ein Sonderkommando der Kantonspolizei Freiburg auf ihn angesetzt und später eine Meldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) gemacht. Die Polizisten durchsuchten ihn vor den Augen der Nachbarn und beschlagnahmten seine Waffen und das Handy. Zudem wurde ihm fristlos gekündigt. Walther wehrt sich gegen dieses Vorgehen nun mit einer Aufsichtsbeschwerde beim Bundesamt für Justiz.

Berühmte Whistleblower und ihre Enthüllungen:

Verdacht auf Steuerbetrug

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen den Bündner Unternehmer Remo Stoffel nach fast zwei Jahre dauernden Vorabklärungen eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Steuerbetrug eröffnet. Dies schreibt die «NZZ am Sonntag». Weitere Angaben dazu macht die Staatsanwaltschaft nicht.

Remo Stoffel, CEO des Projektes 7132, orientiert an einer Medienkonferenz in Kloten, am Mittwoch, 25. Maerz 2015, ueber das Projekt 7132 in Vals. Der Immobilien-Investor Remo Stoffel plant im Buendner Bergdorf Vals eine Hotelanlage, deren Kern ein 381 Meter hoher Turm ist. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Remo Stoffel Bild: KEYSTONE

Eine Strafanzeige des Steueramts des Kantons Zürich war 2016 eingereicht worden, weil Stoffel 2005 im Zusammenhang mit dem Kauf einer Immobilien-Tochter der Swissair Verrechnungssteuern nicht beglichen haben soll. Angeblich geht es um über 150 Millionen Franken. Stoffel betonte, bei der jetzt laufenden Untersuchung der Staatsanwaltschaft handle es sich um ein «Vorverfahren». Der Entscheid, ob die Anzeige fallengelassen werde oder zu einem Strafverfahren führe, sei offen. Tatsache ist, dass Stoffel kürzlich vom Staatsanwalt zum Sachverhalt befragt wurde. Der Unternehmer sagt: «Ich kooperiere mit der Justiz.» (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Flötist 23.09.2018 07:33
    Highlight Highlight “Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland sind wegen Spionagevorwürfen auf einem Tiefpunkt.”

    Da lachen sich die Russen wohl einen ins Fäustchen. Die Schweizer Regierung hat ein sehr sehr schwaches Rückgrat, seit Jahren. Da wird nichts passiere. Schade.

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