Justiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In Amsterdam Nieuw West fand die Polizei am 19. Novewmber 2018 rund 350'000 Euro Bargeld in einer Waschmaschine.
https://www.politie.nl/nieuws/2018/november/22/05-350.000-euro-aangetroffen-in-wasmachine.html
Geldwäscherei

Das Hauptzollamt Singen verzeichnete 2018 fast 11 Millionen Euro Bargeld, das illegal über die Grenze geschmuggelt werden sollte. Bild: Polizei Amsterdam

Zöllner an Schweizer Grenze finden so viel undeklariertes Geld wie schon lange nicht mehr

Deutsche bringen grosse Mengen Bargeld in die Schweiz. Und an der Grenze stossen Zöllner auf so viel undeklariertes Geld wie schon lange nicht mehr.

Sven Altermatt / ch media



Es gab Zeiten, da warben Schweizer Banken auf Plakaten mit Geldkoffern, um ausländische Kundschaft anzuwerben. 50 Jahre ist das her. Besonders Deutsche brachten ihre Ersparnisse gerne in die Schweiz – und verschwiegen dies oft dem Fiskus. Jahrzehntelang war der Geldtourismus quasi eine deutsch-schweizerische Errungenschaft. Von einem «kleinen Grenzverkehr der Sparfüchse und Gierlappen» schrieb der «Spiegel» deswegen einmal.

Heute soll das alles Geschichte sein. Das Bankgeheimnis für ausländische Kunden ist gefallen, dank des automatischen Informationsaustausches können die Behörden auf Kontodaten zugreifen und Banken sollen nur noch ausländisches Geld annehmen, das nachweislich versteuert worden ist. Das Zeitalter des Geldtourismus ist vorbei.

ARCHIV - ZU DEN THEMEN AN DER SOMMERSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE AM MONTAG, 17. JUNI 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A Swiss border guard officer at the German-Swiss border in Basel, Switzerland, pictured on May 11, 2011. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Schweiz kennt keine Deklarationspflicht für Bargeldtransfers. Nur wer am Zoll danach gefragt wird, muss Auskunft darüber geben, ob und wenn ja warum er Vermögenswerte von mehr als 10'000 Franken mit sich führt. Bild: KEYSTONE

Oder doch nicht? Neue Zahlen aus Deutschland geben Anlass zu Zweifeln. Die einen stammen vom Hauptzollamt Singen, das den Bereich zwischen Bodensee und Bad Säckingen am Hochrhein bewacht.

Im vergangenen Jahr stiessen die Zöllner auf 10.8 Millionen Euro Bargeld, das illegal über die Grenze gebracht werden sollte. Fünfmal mehr als 2017 und so viel wie seit fünf Jahren nicht mehr. Wer an einer EU-Aussengrenze mehr als 10'000 Euro dabei hat, muss dies beim Zoll anmelden. Neben Bargeld gilt die Deklarationspflicht auch für Wertschriften, Goldmünzen und Checks.

Barmittel nicht anzumelden, ist keine gute Idee. Fliegen solche Verstösse auf, werden sie mit einer Busse von 25 Prozent des mitgeführten Geldwerts geahndet. Handelt es sich um unversteuertes Vermögen, droht zudem ein Strafverfahren. 2017 zählte der deutsche Zoll insgesamt 24'000 Barmittelanmeldungen. Gesamtwert: 47 Milliarden Euro. Neuere konsolidierte Zahlen liegen noch nicht vor.

Transporte mit stolzen Summen

Ebenfalls bemerkenswert aus Schweizer Sicht sind Daten, die das deutsche Finanzministerium nun erstmals offengelegt hat. Ein FDP-Abgeordneter im Bundestag wollte mittels Vorstoss wissen, welche grössere Summen Deutschland in Cash verlassen und in welche Länder diese gehen. Das Ministerium präsentierte eine Liste mit den sieben umfangreichsten angemeldeten Bargeldtransfers in den vergangenen zwölf Monaten. Sie zeigt: Es werden beträchtliche Summen transportiert – vor allem in die Schweiz.

Zwar landete die höchste Bargeldsumme mit 127 Millionen Euro in Liechtenstein. Doch die sechs weiteren Transporte, die auf der Liste verzeichnet sind, gingen allesamt in die Schweiz. Der Zoll registrierte Bargeldtransporte mit stolzen Summen zwischen 75 und 99.5 Millionen Euro.

Laut deutschem Finanzministerium handelt es sich bei den grössten Bargeldtransfers über die Grenze ausschliesslich um Geldbewegungen zwischen Kreditinstituten. In wessen Auftrag die Fahrten jeweils erfolgt sind, bleibt offen. Das Ministerium hat weder «Erkenntnisse über einzelne Transaktionen» noch «Informationen über die Weitergabe der Gelder».

Deutsche Zöllner stossen an der Grenze zur Schweiz zwar immer wieder auf illegales Bargeld. Doch trotz mengenmässigem Anstieg hat der Zoll deutlich weniger Bargeldschmuggelfälle bei den deutschen Steuerbehörden angezeigt. 2018 erstattete er deswegen 209 Meldungen, im Jahr 2014 waren es noch über 1000 gewesen. Massgeblich für den Rückgang, glaubt das Hauptzollamt Singen, «ist der Umstand, dass die Schweizer Banken zu Beginn des Jahres 2015 ihre sogenannte Weissgeldstrategie umgesetzt haben».

Die Schweiz kennt übrigens keine Deklarationspflicht für Bargeldtransfers. Nur wer am Zoll danach gefragt wird, muss Auskunft darüber geben, ob und wenn ja warum er Vermögenswerte von mehr als 10'000 Franken mit sich führt. (aargauerzeitung.ch)

So erkennt man gefälschte Euro-Banknoten

Wenn Geld keinen Wert mehr hat

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

8
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

8
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Froggr 18.06.2019 10:18
    Highlight Highlight Was erwartet man auch bei diesen Steuersätzen, die zum Teil herrschen in Europa.
  • TheCloud 18.06.2019 09:43
    Highlight Highlight Weissgeldstrategie tönt wirklich gut. Damit das Geld strahlend Ariel-weiss wird, braucht es erst einen kleinen Umweg über Stiftung, Immobilien oder Versicherung.
    • Gwaggli 18.06.2019 13:21
      Highlight Highlight Heisst das nicht Weissgeldstrategie, weil nur noch Schwarzgeld akzeptiert werden kann das vorher gewa...
      Sorry laut gedacht, unsere schweizer Banken sind sicher topseriös!
  • gnagi 18.06.2019 09:02
    Highlight Highlight Ich wäre dafür, das geld zu beschlagnahmen und dem Fiskus zu übergeben. Wenn so viel Geld geschmuggelt wird, kann das nicht mit rechten Dingen zugehen
  • Fairness 18.06.2019 08:08
    Highlight Highlight Und wieviellandet wohl in „Juncker‘s“ Luxemburg?
    • TheBase 18.06.2019 10:03
      Highlight Highlight Irrelevant. Statt wieder mal mit peinlichem Whataboutismus auf berechtigte Kritik zu reagieren, sollten wir zur Abwechslung einfach mal unseren Saustall ausmisten.
  • Der Rückbauer 18.06.2019 07:42
    Highlight Highlight "Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,
    eher den Tod, als in der Knechtschaft leben."
    Bargeld ist gedruckte Freiheit
    Ja, die Obrigkeit will Bargeld abschaffen. Sie will die totale Kontrolle über den Bürger. Sie will Kontogeld über Nacht abwerten, wie im Versuchskaninchen Zypern geschehen. Dort hat es nur die korrupten Russen getroffen. Deshalb kein Aufschrei.
    10.8 Mio in einem Jahr? Allein der Spermotti "verdient" in einem Jahr mehr.
  • bebby 18.06.2019 07:31
    Highlight Highlight 10.8 Mio eur sind jetzt aber nicht viel.
    • Ganesh LXIX 18.06.2019 07:52
      Highlight Highlight Haben oder nicht haben...
    • Safado 18.06.2019 08:02
      Highlight Highlight In Ambetracht des Betrachters. Finde es im Bezug zur Meldung jetzt auch nicht soo viel.
    • TheCloud 18.06.2019 09:38
      Highlight Highlight Üblicherweise sind, was am Zoll gefunden wird etwa 1 bitte s 2 Prozent von dem was reinkommt. Das heisst von DE kommen jährlich ca. eine Milliarde Euro schwarz rein.
  • feuseltier 18.06.2019 07:20
    Highlight Highlight Mehr Kontrollen bitte!
  • DINIMAMIISCHNDUDE 18.06.2019 06:20
    Highlight Highlight Ob hier wohl die halbe Million von Luzi Stamm eingerechnet wurde?

Küssen verboten – immer noch – auch im 21. Jahrhundert

Schwule und Lesben werden in Basel oft angefeindet oder gar verprügelt. Politiker wollen nun, dass diese Straftaten registriert werden.

Selten kommt es vor, dass ein Anwalt die Medien zu einer Gerichtsverhandlung einlädt. Ob sie die Täter oder die Opfer vertreten: Anwälte sind bestrebt, ihren ohnehin belasteten Mandanten die Medienöffentlichkeit zu ersparen.

Anders verhält es sich beim Gerichtsfall, der am Freitag vor dem Basler Appellationsgericht verhandelt wird. Opfervertreter Dominik Nellen hat die Journalisten auf den Termin aufmerksam gemacht. Medien sollten sich ein Bild machen können, wie «hinterfotzig und gemein» …

Artikel lesen
Link zum Artikel