Analyse
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Germany's Bundesbank President Jens Weidmann (R) and U.S. Federal Reserve Chair Janet Yellen arrive to attend a conference of central bankers hosted by the Bank of France in Paris November 7, 2014.   REUTERS/Charles Platiau  (FRANCE - Tags: BUSINESS)

Auf dem Sprung ins EZB-Präsidium: Jens Weidmann. Bild: X00217

Analyse

Dieser Deutsche soll der neue EZB-Chef werden – das könnte übel enden

Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank steht in der Pole-Position für die Nachfolge von Mario Draghi. Für die Länder des Südens und die angelsächsischen Ökonomen wäre Weidmann die grösstmögliche Katastrophe.



In den kommenden Tagen muss die EU ihr Führungspersonal neu besetzen. Im Scheinwerferlicht steht dabei die Frage: Wer wird EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beerben? Der deutsche CSU-Mann Manfred Weber oder die dänische Liberale Margrethe Vestager?

Vestager scheint die besseren Karten zu haben als der biedere Bayer. Doch das ist keine gute Botschaft: Unterliegt Weber, dann steigen die Chancen, dass Jens Weidmann an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) gehievt wird, nach dem Motto: Einen Spitzenposten muss man den Deutschen ja zugestehen.

epaselect epa07607824 Margrethe Vestager of Alliance of Liberals and Democrats for Europe (ALDE) and candidate as next president of the European Commission, arrives at an ALDE leader meeting ahead of a special EU summit in Brussels, Belgium, 28 May 2019. Two days after the European Parliament elections, EU heads of state or government will gather for a summit to discuss the outcome of the vote and start the nomination process for the heads of the EU institutions.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Will Jean-Claude Juncker beerben: Margrethe Vestager. Bild: EPA/EPA

Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank (Buba) gehört deshalb zu den Favoriten um diesen Posten; und dieser Posten ist weit bedeutender als das Amt des Kommissionspräsidenten.

Mario Draghi hat den Euro gerettet. Ohne seinen legendären Spruch, er werde die Einheitswährung retten, «whatever it takes», gäbe es heute den Euro mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Sein Vorgänger Jean-Claude Trichet war ein unerbittlicher Vertreter einer eisenharten Geldpolitik. Er hätte niemals den Massnahmen zugestimmt, welche den Euro überleben liessen.

Draghi ist zwar Italiener, seine ökonomischen Überzeugen sind jedoch durch und durch angelsächsisch geprägt. Er hat am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston studiert und bei Goldman Sachs als Investmentbanker gearbeitet.

epa07327703 President of the European Central Bank (ECB) Mario Draghi during the last hearing before the European Parliament Committee on Economic and Monetary Affairs (ECON) at the European Parliament in Brussels, Belgium, 28 January 2019.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Italienischer Lebemann mit angelsächsischen Ansichten: Mario Draghi. Bild: EPA/EPA

Ursprünglich ist die EZB nach dem Vorbild der Buba konzipiert worden. Mit deutscher Disziplin sollten die verschwenderischen Südländer unter Kontrolle gehalten werden. Draghi hat dies geändert. Er hat «die EZB von einem Abkömmling der Buba in eine moderne Zentralbank verwandelt», wie es der Chefökonom Martin Wolf in der «Financial Times» ausdrückt.

Sollte Weidmann an die EZB-Spitze rücken, dann droht ein Rückfall in alte Trichet-Tage. Deshalb tobt hinter den Kulissen ein gewaltiger Machtkampf. Dabei geht es nicht um die traditionellen Links-rechts-Grabenkämpfe. Es geht um deutschen Ordoliberalismus gegen angelsächsische Ökonomie.

Idealtypisch werden diese Positionen durch die beiden Wirtschaftszeitungen NZZ und «Financial Times» vertreten. Und so sehen sie aus:

Für die NZZ ist Jens Weidmann «eine Chance für den Euro». Er besitzt nicht nur die nötigen fachlichen Qualifikationen, er hat auch die richtige Gesinnung. «Vor allem aber hat Weidmann klare ordnungspolitische Prinzipien», lobt Thomas Fuster in der NZZ. «Dies ist in Notenbankkreisen seit Ausbruch der Finanzkrise leider keine Selbstverständlichkeit mehr.»

A panoramic view people enjoying the sunny summer weather at the crowded beach of Riccione, Italy, Sunday 14 August 2005.  (KEYSTONE/EPA/GIORGIO BENVENUTI)

Dolce Vita am Strand von Riccione im Ferienland Italien. Bild: EPA

Wie der NZZ-Kommentator ist Weidmann ein strammer Vertreter des deutschen Ordoliberalismus. Diese Richtung der Ökonomie unterscheidet nicht zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft. Länder sind grössere Unternehmen. Jedes Land muss sein Haus in Ordnung haben und gemäss der Losung der sprichwörtlichen schwäbischen Hausfrau handeln: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.

In dieser Sicht ist die Eurokrise eine Folge von Verschwendung. Die Mittelmeerländer haben über ihre Verhältnisse gelebt, und Deutschland hat jetzt den Schaden.

Mit teuren Hilfsprogrammen müssen die Club-Med-Staaten gerettet werden. Der deutsche Steuerzahler wird einmal mehr zur Kasse gebeten. Höchste Zeit also, dass hier aufgeräumt und durchgegriffen wird. Als ehemaliger Buba-Chef ist Weidmann der richtige Mann für diesen Job.

Ganz anders präsentiert sich die Lage aus der Sicht der Angelsachsen. «Jens Weidmann wirft einen Schatten über die EZB», titelt Martin Wolf in der «Financial Times» und kommentiert düster: «Der gefährlichste Kandidat ist bei weitem Jens Weidmann».

Für die Angelsachsen ist die Unterscheidung von Betriebs- und Volkswirtschaft matchentscheidend. Länder funktionieren eben nicht wie Haushalte, sondern sie beeinflussen sich in der Art und Weise, wie sie miteinander Handel betreiben.

Weil die schwäbische Hausfrau das nicht begreifen will, richtet sie gewaltigen Schaden und unnötiges Leid an. Das hat das missglückte Experiment der Austeritätspolitik nach der Eurokrise einmal mehr gezeigt.

epa07484453 (FILE) - Volkswagen cars for export wait for shipping at the port in Emden, Germany, 09 March 2018 (reissued 04 April 2019). Reports on 04 April 2019 state leading German economic institutes have cut their 2019 forecast of German economic growth from previous estimate 1.9 per cent to 0.8 per cent. In February 2019 the industrial orders from abroad fell six per cent, while orders from Germany fell 1.6 per cent. At the same time, the overall forecast of 1.8 per cent growth for 2020 remained intact.  EPA/DAVID HECKER

Volkswagen warten darauf, verschifft zu werden. Bild: EPA/EPA

Deutschland ist bekanntlich Exportweltmeister, sein Leistungsbilanzüberschuss ist mittlerweile jenseits von Gut und Böse. Letztlich sei das nichts anderes als ein Raub von Arbeitsplätzen, sagen die Angelsachsen und verweisen etwa auf die Autoindustrie, die vom schwachen Euro übermässig profitiert.

In dieser Sicht ist Deutschland kein Opfer des Euro, sondern der ganz grosse Gewinner. Es ist daher höchste Zeit, dass dies korrigiert wird, indem die Rahmenbedingungen zugunsten der Südstaaten geändert werden. Als ordoliberaler Hardliner ist Weidmann dafür der denkbar schlechteste Kandidat.

Selbst wenn Weidmann das Rennen machen sollte, bleibt ein Trost. Der EZB-Präsident kann nicht eigenmächtig entscheiden, er muss auf den EZB-Rat (6 Mitglieder des Direktoriums, 19 Präsidenten der Nationalbanken der Mitglieder von Euroland) Rücksicht nehmen. «Der EZB-Rat könnte ihn dazu zwingen, in einer Krise das Richtige zu tun», so Martin Wolf. «Aber das wäre eine verrückte Art, eine Zentralbank zu führen.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 21.06.2019 11:58
    Highlight Highlight Deutschland hat nur diese Überschüsse, da der Euro unterbewertet ist (für Deutschland).
  • Matti_St 21.06.2019 09:40
    Highlight Highlight In einem Punkt muss ich Löpfe widersprechen. Die Deutschen verdienen sich mit den "Rettungsgelder" eine goldene Nase.
    1. Die Zinsen wurden meines Wissens immer pünktlich bezahlt.
    2. Durch die Privatisierungen hatten sie gut gehende Geschäfte gekauft, die satte Gewinne erreichen und jetzt dem Staat deren Einnahmen fehlen.
  • Anna Landmann 21.06.2019 09:00
    Highlight Highlight Viel Spass Europa mit noch mehr Austeritätspolitik, die am Ende immer den europafeindlichen Rechtspopulisten in die Hände spielt. Dann gibt es halt irgendwann kein Europa mehr. Auch nicht so schlimm, gegenüber China und den USA ist Europa eh handlungsunfähig, weil man keine Einigkeit zustande bringt. „Starke“ Nationalstaaten werden natürlich noch schwächer sein. Aber man muss es halt akzeptieren: Die Jahrhunderte des kolonial-hegemonischen Westen neigen sich eh dem Ende zu und Europa zerfleischt zusätzlich sich selbst. Wie es weitergeht? Wer weiss, vielleicht wieder mal einen Krieg irgendwo?
  • Adumdum 21.06.2019 02:52
    Highlight Highlight Egal welche Ideolozmam vertritt - dass Deutschland massiv vom Euro profitiert ist gar keine Frage: hätten wir noch die Mark, würde diese bei einem dermaßen grossen Exportüberschuss massiv aufgewertet - schwupps werden deutsche Autos (und alle anderen Waren) im Ausland 20-30% teurer.

    Von daher macht Deutschland Milliarden von Euros mit dem Elend der Südländer.

    Diese wiederum konnten lange auf Pump leben sowie Waren einkaufen die sie bei einer angewerteten eigenen Wartung gar nicht hätten kaufen können.

    Grosser Quatsch der Euro - ausser man akzeptiert die Realität und dann muss D eben zahlen.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 20.06.2019 22:07
    Highlight Highlight Draghi hat als Goldmann Sachs Banker Griechenland in die Scheisse geritten
    • Jo Blocher 21.06.2019 05:15
      Highlight Highlight Nö, das hat Griechenland ganz alleine geschafft.
  • 123und456 20.06.2019 21:13
    Highlight Highlight Also die NZZ feiert ihn beinahe schon😃
    Titel eines Artikels "Warum Jens Weidmann ein guter EZB-Präsident wäre - ein Porträt"
    • bebby 21.06.2019 23:59
      Highlight Highlight Das Konjunktiv gelesen? Weidmann hat politisch kaum Chancen. Leider.
  • Der Rückbauer 20.06.2019 18:55
    Highlight Highlight Der Euro ist ein rein politisches Konstrukt und hat mit der ökonomischen Situation der einzelnen Teilnehmerländer nichts zu tun. Für jedes Euroland ist der Euro quasi eine Fremdwährung. Für den Norden zu schwach und für den Süden zu stark. Theo Waigel war Hebamme und Mario Draghi schaufelte wacker am Grab.
    Irgendwann wird der Sarg runtergelassen, ob in Raten oder auf einmal.
    • JoeyOnewood 21.06.2019 07:51
      Highlight Highlight "Der Euro ist ein rein politisches Konstrukt und hat mit der ökonomischen Situation der einzelnen Teilnehmerländer nichts zu tun." - So ein quatsch habe ich selten gehört. Das lässt sich auch nicht stringent trennen. Dass man einen Binnenmarkt mit einer Währung entwickeln möchte, hat selbstverständlich auch mit ökonomischen Überlegungen zu tun.
    • bebby 22.06.2019 00:06
      Highlight Highlight Suchen Sie einen Oekonomen, der damals nicht vor der Einführung im grossen Rahmen, inkl. Südstaaten, gewarnt hatte...Im Gegensatz zu den USA sind die Europäer viel zu wenig mobil, um die Arbeitslosigkeit innerhalb des Raumes auszugleichen. Und ohne einheitliche Fiskalpolitik driftet die Wirtschaft eh zu fest auseinander, so dass eine Geldpolitik, die für alle stimmt, unmöglich ist.
      Der Euro ist u.a. ein politisches Konstrukt, um Deutschland zu binden. Ein (zu) starkes Deutschland wollte nach dem Mauerfall niemand.
  • Freebee 20.06.2019 17:59
    Highlight Highlight Loepfe, diese "Analyse" ist wohl etwas gar einseitig. Welcher der beiden Ansaetze richtug ist koennen weder Du noch der Wolf sagen. Oder masst Du Dir das an???
    • Philipp Löpfe 20.06.2019 18:22
      Highlight Highlight Ich habe beide Seiten dargestellt. Aber ja, ich denke dass der Ordoliberalismus eine Irrlehre ist. Oder hast du den Eindruck, die Austeritätspolitik sei ein Erfolg gewesen?
    • Crecas 20.06.2019 19:21
      Highlight Highlight Die hätte es nicht gebraucht, wenn man nicht über die Verhältnisse gelebt hätte... Die war nur nötig, weil zuvor verschwenderisch, korrupt und falsch gehaushaltet wurde. Löpfe, du kannst die Austeritätspolitik nicht als Stunde 0 ansehen und beurteilen und die Gründe für den Beinahekollaps einfach ausblenden.

      Einfach mit Geld zuzuschütten ist keine Lösung, sondern nur ein Aufschieben der Probleme.
    • Le_Urmel 20.06.2019 22:47
      Highlight Highlight @Herr Löpfe, ich bin ein sehr liberaler Mensch. Meine Grossmutter meinte man eine Mark nur einmal ausgeben. Als nach meiner Scheidung ich auf einem Schuldenberg sass, weil ich den Worten meiner Grossmutter nicht folgte, war ich verzweifelt.

      Heute spar ich auf ein Auto oder Urlaub und habe immer noch eine Reserve, hätte ich den Worten meiner Grossmutter immer gefolgt, wären mir 12 Jahren Schuldenabbau und notgedrungene Enthaltsamkeit erspart geblieben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chriguchris 20.06.2019 17:35
    Highlight Highlight All dies Panikmache... und wofür? Für nichts und wieder nichts. Sollte Weidmann gewählt werden so wird er wohl weitermachen wie bisher,
    - Deutschland braucht denn Euro, ohne Euro hätte Deutschland eine stärkere Währung als die Schweiz und würde binnen eines Jahres enorme Probleme bekommen.
    - ohne diese Club-Med Staaten wäre der Euro um einiges stärker, dies würde abermals Deutschland schaden.
    - Deutschland verdient massiv an diesen verschuldeten Ländern.
    Eigentlich sollte er unabhängig sein aber er wird wohl oder über nationale Interessen wahren müssen.
    • PeteZahad 21.06.2019 08:59
      Highlight Highlight Die Deutsche Mark stärker als der CHF? Glaube ich nicht.
  • LeChef 20.06.2019 16:49
    Highlight Highlight Ausserdem: Für Löpfe ist angelsächsisch = Krugman+Stiglitz. Es gibt genügend amerikanische und britische Ökonomen die eine andere Haltung vertreten.
    • Philipp Löpfe 20.06.2019 17:36
      Highlight Highlight #Le Chef: Ich habe Martin Wolf zitiert, und könnte jederzeit noch ein Dutzend weitere angelsächsische Ökonome zitieren. Es sind ganz einfach zwei sehr unterschiedliche Denkrichtungen.
    • pandaporn 20.06.2019 20:32
      Highlight Highlight Wer zitiert beweist nur, dass er Zugang zum Internet hat.
    • bebby 20.06.2019 21:07
      Highlight Highlight Die Engländer haben noch nie einen Krieg verloren, deshalb der unglaubliche Optimismus. Die haben nach dem Krieg ihre Verschuldung einfach weginflationiert. Diese Möglichkeit stand Deutschland und dann später der DDR nicht offen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LeChef 20.06.2019 16:44
    Highlight Highlight Ein völlig schizophrener Kommentar. Deutschland ist nicht nur zu stark für den Euro, sondern der ist eben wegen der Geldpolitik der EZB auch generell zu schwach.

    Die Analyse, dass es, wäre Trichet während der Eurokrise noch im Amt gewesen, wohl den Euro nicht mehr gäbe, halte ich für korrekt. Und das wäre eben der Befreiungsschlag gewesen, den Europa damals gebraucht hätte!

    Stattdessen müssen wir heute immer noch Kommentare lesen, die über Ungleichgewichte lamentieren, und gleichzeitig für den Euro sind... Beyond my comprehension.
    • Chrigi-B 20.06.2019 16:56
      Highlight Highlight Klassische Anhänger der Pflästerlipolitik halt.....
  • Thinkdeeper 20.06.2019 16:33
    Highlight Highlight Sparen, Sparen, koste es was es Wolle.
    Die einten Schöpfen aus dem Vollen
    Behindern, wenn andere Wollen.
    Der Bürger zahlt, das ist das Tolle.
    Missachtung, abschätzend sie Zollen,
    Smart Sie wissen was andere Sollen.
    Andere in Würde Leben, Almosen und Sozialhilfe Wollen. Husch, Husch, mit Hand und Musch, arbeiten zu jedem Preis sie Sollen. Der Bürger zahlt, das ist das Tolle.
    Mobbing, Burnout, Krank Kliniken voller faule Säcke die nicht Wollen
    Darum Sparen, Sparen koste es was es Wolle.
    Die einten Schöpfen aus dem Vollen
    Behindern, wenn andere Wollen
    Der Bürger zahlt, das ist das Tolle.
    • road¦runner 20.06.2019 18:55
      Highlight Highlight Passend dazu
      Play Icon
  • Hansi Meier 20.06.2019 16:21
    Highlight Highlight Dank Hr. Draghi und der "whatever it takes" Politik können auch Pensionskassen den Umwandlungssatz nicht mehr refinanzieren
  • Sutterli 20.06.2019 15:58
    Highlight Highlight Sehr informativ und anschaulich. Grad noch schnell was gelernt. Merci!
  • WID 20.06.2019 15:56
    Highlight Highlight "Mario Draghi hat den Euro gerettet". Auf jeden Fall hat er den Kolaps verzögert, was später kommt wissen wir nicht.
    • bebby 20.06.2019 17:38
      Highlight Highlight Draghi hat mit dieser Aussage allen Schuldnern in Europa klar gemacht, dass er immer für sie da sein wird.
      Seither ist die Verschuldung Griechenlands viel höher als vor der Krise (und natürlich auch aller anderen europäischen Ländern).
  • what's on? 20.06.2019 15:51
    Highlight Highlight Vielleicht wäre Weidmann die ideale Besetzung, weil dann die Entscheidungen aufgrund interner Diskussionen ausgewogener sind.
  • Hansi Meier 20.06.2019 15:48
    Highlight Highlight Die Finanzierungshilfe für die Südstaaten mag Deutschland als Exportweltmeister geholfen haben, die Kollateralschäden sind allerdings enorm: unter anderm sind die tiefen Zinsen der entscheidende Grund für die hohen Immobilienpreise und damit die steigenden Mieten. Insgesamt ist das ganze eine grosse Umverteilung: profitieren tun die Schuldner, v.a. Länder wie Italien und Griechenland - Zahlen tun die Sparer. Spannend: die ganz Reichen konnten sich dank ihren Investments in Aktien und Immobilien bisher gegen die Enteignung wehren.
    • FrancoL 20.06.2019 18:07
      Highlight Highlight Erklär mir einmal wieso zB der Italiener wegen den tiefen Zinsen nun hohe Immobilienpreise hat und der Italiener als Schuldner profitieren. Dann sollte es ja den Italienern als ein Volk mit viel Eigentum und enormen Staatsschulden blendend gehen. Aber das scheint ganz anders zu sein; den Italienern geht es schlecht die Immobilienpreise sind nicht explodiert und die Schulden haben dazu geführt dass die Investitionen ausbleiben. Scheint Deine These nicht gerade zu erhärten.
  • Chrigi-B 20.06.2019 15:42
    Highlight Highlight "Mario Draghi hat den Euro gerettet. Ohne seinen legendären Spruch, er werde die Einheitswährung retten, «whatever it takes», gäbe es heute den Euro mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr. "

    Und da sind wir beim Grundproblem der EU angelangt. Wann lernen wir endlich, dass wen ein wirtschaftlicher Zussamenbruch ansteht, wir diesen besser hinnehmen, als es mit 100 Pflästerli probieren in die Länge zu ziehen?

    Die nächste Wirtschaftskrise wird kommen und die Probleme sind um den Faktor 10 gewachsen.
    • FrancoL 20.06.2019 17:18
      Highlight Highlight Nein sie sind immer ca. gleich schwer, es trifft die einen brutal hart und andere gewinnen brutal viel.
      Die Wirtschaftskrise wird kommen mit und ohne Pflästerli.
    • Chrigi-B 20.06.2019 20:07
      Highlight Highlight @FrancoL, hätte man damals die Probleme vernünftig angegangen, wären wir jetzt um Welten besser aufgestellt für den nächsten Durchgang.

      Ausser aufblähen und Schulden anhäufen ist nichts geschehen seit dem letzten Knall...
  • FrancoL 20.06.2019 15:35
    Highlight Highlight "In dieser Sicht ist Deutschland kein Opfer des Euro, sondern der ganz grosse Gewinner. Es ist daher höchste Zeit, dass dies korrigiert wird, indem die Rahmenbedingungen zugunsten der Südstaaten geändert werden. Als ordoliberaler Hardliner ist Weidmann dafür der denkbar schlechteste Kandidat."

    Zweifelsohne ist Deutschland alles andere als der Verlierer im €-Karussell

    und nun gilt es, wenn man die EU retten will, auch andere Staaten zB im Süden auch zu Gewinnern zu machen, nicht mit dem ermöglichen von ungebremsten Schulden, sondern durch vernünftige Beschäftigungs-programme.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 20.06.2019 16:27
      Highlight Highlight Und genau darin sehe ich die Krux. Alle diese Länder würden wohl viel mehr Zinsen Zahlen müssen ohne die Politik der EZB. Jetzt hat man 10 Jahre lang Wachstum gehabt und schreibt immernoch jedes Jahr Defizite, ohne dass sich die Beschäftigungslage gross verbessert hat.
      Die Südeuropäische Jugend ist zu weiten Teilen arbeiteslos, ausser Landes oder in miesen Jobs mit kleinen Einkommen.
      Der Spielraum, den man erhalten hat, wird nicht genutzt, sondern fliesst in kurzfristige Wahlversprechen, siehe Italien.
      It ist 2B2F, man hat aber auch keine Handhabe, sein Risikoverhalten als EU zu beeinflussen.
    • FrancoL 20.06.2019 16:55
      Highlight Highlight Du hast natürlich recht und darum setze ich nochmals auf vernünftige Beschäftigungsprogramme, nicht einfach auf Geldschwemme, aber auf ein vernünftiges und nachhaltiges Stützen der Beschäftigung.
      Du hast aber vor allem recht wenn Du schreibst, dass das was man erhalten hat, den Spielraum, nicht genutzt hat und dies ist die Schuld der einzelnen Länder, die nicht die nötigen flankierenden Programme auf die Beine kriegen, um das Erhaltene auch umsetzen zu können, dazu gehört zB das Eindämmen der Vetternwirtschaft, die Förderung der Ausbildungsplätze und anderes mehr. Wichtig KEINE Geschenke.
  • De Toren 20.06.2019 15:31
    Highlight Highlight Das erste mal als ich nach dem blossen Lesen des Titels dachte: Wow, der Herr Löpfe hat mal einen neutralen und unvoreingenommenen Titel gewählt! Die einen sehen es positiv, die anderen negativ.
    Und siehe da, der Titel wird prompt geändert und impliziert die negative Erwartung gegenüber Weidmann.

    Wenigstens ist der Text dann relativ ausgeglichen mit Pro und Kontra Meinungen. Welche Meinung Herr Löpfe hat ist natürlich trotzdem erkennbar. :-)
    • Philipp Löpfe 20.06.2019 15:39
      Highlight Highlight Komisch! Wie hast du das gemerkt?
    • De Toren 20.06.2019 17:23
      Highlight Highlight Ich bin übrigens der Meinung dass es nicht DIE richtige Ökonomielehre oder eben Meinung gibt sondern dass jede Situation und Zeit seine eigene „Lösung“ braucht. Mag sein dass Draghi den Euro mit seiner Politik gerettet hat. Jedoch waren Sparpolitik auch schon sehr erfolgreich. Ich würde mal behaupten der Schweiz gehts im Verhältnis nicht allzu schlecht trotz Sparwahn und Schuldenbremse.
      Wie gesagt, es kommt auf die Zeit und das Umfeld an meiner Meinung nach.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 20.06.2019 15:23
    Highlight Highlight Wer oder was sind dann die anderen Kandidaten?
    Das muss bei einer Wahl ja auch eine Rolle spielen, welche Optionen man hat.
    Es kann ja auch nicht sein, das man den Euro rettet whatever it takes und das dann nur dazu führt, das Salvini und die Fünf* einfach ihre populistischen und nicht nachhaltigen Versprechen durchdrücken, weil sie ja wissen, dass die EZB ihnen die Marktkräfte vom Hals halten wird.
    • Schiri 20.06.2019 15:51
      Highlight Highlight Draghis Plan hat meines Wissens auch die deutschen und französischen Geschäftsbanken gerettet, die über Jahre viel zu leichtfertig Kredite nach Griechenland, Italien und co. vergaben und bei einer Bankrotterklärung eines der Med Club Länder Dominoartig kollabiert wären.

      Die Eurokrise war laut Varoufakis eine verkappte europäische Bankenkrise. Rettete man die südlichen Euroländer, rettete man zugleich die deutschen Banken...

      Es kann also sehr wohl sein, dass die EZB noch eine Zeit lang für Italien und co. die Marktkräfte beiseitewischen muss, um den Euro auch in Nordeuropa zu retten.
    • Cityslicker 20.06.2019 17:08
      Highlight Highlight @schiri: Sogar die Schweizer Banken - auch sie durften so ihre faulen Kredite aus diesen Ländern nachträglich absichern lassen - sonst hätte das auch hier ganz anders eingeschlagen.
  • Fernrohr 20.06.2019 15:21
    Highlight Highlight Was kümmert mich, wer die EZB leitet und ob's den Griechen nun anders ergeht. Restriktiver als bei uns, hier, geht's ja kaum! Alles Geld für die Bauern, Strassen und das Militär. Der Rest wird zusammengespart und kann schauen wo er bleibt.
    • Leon1 20.06.2019 15:31
      Highlight Highlight Du verwechselst Fiskalpolitik mit Geldpolitik!

      Die Geldpolitik der SNB war nämlich ziemlich expansiv in den Jahren als der CHF/EUR 1.20 Mindestkurs gehalten wurde. So expansiv, dass man damit irgendwann aufhören musste, weil das Risiko den Nutzen nicht mehr rechtfertigen konnte.
    • Fernrohr 20.06.2019 21:24
      Highlight Highlight @Leon1: Tatsächlich. Dann aber: wenn der Ex-Buba Boss das Ruder übernehmen würde, warum würde dies für die südlichen Ländern übel enden? Die Geldschwemme gibt doch fiskalischen Spielraum. Und wenn diese ausbleibt dann muss halt gespart werden...
  • Raphael Stein 20.06.2019 15:17
    Highlight Highlight Aufgeräumt wird auf der Bühne nachdem der Vorhang fällt. Die Vergabe dieses Postens hat nur auf die Länge des Theaterstück, das hier seit Jahren gespielt wird, einen Einfluss.
  • Oh Dae-su 20.06.2019 15:11
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu Draghi wäre Weidmann wenigstens nicht ein typischer Vertreter der Hochfinanz.
    Ob seine ordoliberale Haltung nun besser oder schlechter ist als die angelsächsische sei mal dahingestellt...
    • NotWhatYouExpect 20.06.2019 15:46
      Highlight Highlight Naja die EZB wird von einem Gremium beraten, dass aus Bankern der grossen Banken besteht.

      Play Icon
    • FrancoL 20.06.2019 17:16
      Highlight Highlight Und wieso genau sollte man eine solche Ausrichtung dahinstellen? und dann die etwas sybillinische Annahme Weidmann sei kein Vertreter der Hochfinanz, das heisst wohl auf einem Auge sehr blind sein.
    • Oh Dae-su 20.06.2019 17:47
      Highlight Highlight @FrancoL
      Ich habe mir einfach seinen Werdegang angeschaut und er scheint mir eher aus dem akademischen Bereich zu stammen. Das ist schon ein Unterschied zu Draghi, der Manager in der umstrittensten Investmentbank der Welt war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 20.06.2019 15:07
    Highlight Highlight "...zugunsten der Südstaaten geändert werden.!
    Soll heissen, dass man seitens der EZB weiterhin eine lockere Schuldenpolitik machen soll?
    Nun, in Zeiten, in denen alle Staaten der Welt massiv verschuldet sind, wäre natürlich ein stabiler Haushalt der EU eine grosse Gefahr für die Weltwirtschaft. Dies könnte das ganze Kartenhaus zum Einsturz bringen.
    Ich glaube, das möchte man vermeiden und muss also weiterhin auf Schulden bauen und fleissig "Geld drucken".
    Für den normalen "schwäbischen" Sparer ist das aber nicht unbedingt gewollt. Der möchte gerne Zinsen auf sein Erspartes.
    • MARC AUREL 20.06.2019 15:49
      Highlight Highlight Was für Zinsen?
    • dmark 20.06.2019 23:46
      Highlight Highlight @MARC
      Die Zinsen, welche auf Grund der hohen Staatsverschuldungen, im Moment sich eher auf Minuskurs befinden...

Kurdin, Jesidin, Deutsche: Warum Düzen Tekkal nicht mehr schlafen kann

Düzen Tekkal (41) ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in Deutschland. Im Interview sagt sie, dass es noch nicht zu spät ist, Rojava zu retten. «Aber jetzt muss schnell gehandelt werden.»

Wenn Düzen Tekkal einmal loslegt, dann gleich richtig. Die Deutsche mit kurdisch-jesidischen Wurzeln nimmt kein Blatt vor den Mund. Seit Wochen kritisiert sie den türkischen Angriffskrieg in Rojava öffentlich und in einer scharfen Deutlichkeit: dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan völkerrechtswidrig handelt, dass er eine ethnische Säuberung vornimmt, dass er mit seinem Handeln dem Islamischen Staat zu neuer Kraft verhilft.

Tekkal ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in …

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