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Eishockey-WM 2026: Schweiz schlägt Ungarn – verpasst aber das «Stängeli»

From left: Switzerland's Janis Moser, Switzerland's Attilio Biasca, Switzerland's Timo Meierand Switzerland's Nico Hischier celebrate after scoring the fourth goal during the 2026  ...
Die Schweizer kamen kaum noch aus dem Jubeln heraus – im Mitteldrittel erzielten sie sechs Tore.Bild: keystone

Die Schweiz verpasst «Stängeli» nur knapp und gewinnt gegen Ungarn auch das 6. WM-Spiel

Das Eishockey-Nationalteam gewinnt an der Heim-Weltmeisterschaft in Zürich gegen Ungarn mit 9:0 und setzt seine Rekordjagd fort. Die nächsten Rekorde winken am Dienstag gegen Finnland.
23.05.2026, 17:1223.05.2026, 22:56

Nicht nach Plan verlief einzig die Startphase. Gegen die Ungarn, gegen welche die Schweizer während der WM-Vorbereitung in Biel nach 48 und 99 Sekunden in Führung gegangen waren, gelang bis zur 19. Minute kein Tor. Dann erzielte Roman Josi im sechsten Spiel sein zweites WM-Tor zum 1:0. Danach brachen alle Dämme.

Zuerst löste sich der Knoten bei Josi! Seit Juniorenzeiten gelangen dem 35-jährigen Berner Verteidiger nie mehr drei Goals im gleichen Spiel. Gegen Ungarn schiesst Josi drei Goals innerhalb von vier Minuten und 45 Sekunden. Das ist eine Bestzeit für einen Hattrick an einer Eishockey-Weltmeisterschaft. Dabei, so räumte Josi später ein, traf er beim ersten Goal nicht dorthin, wo er hingezielt hatte. Und auch beim zweiten Tor gelang ihm der Abschluss nicht perfekt.

Nach Josis Hattrick war der Mist schon nach 23 Minuten geführt. Der zweite Abschnitt geriet zum Schützenfest. Sechs Tore erzielten die Schweizer alleine im zweiten Abschnitt. Neben Josi trafen für die Schweiz gegen Ungarn auch Timo Meier, Denis Malgin (2), Calvin Thürkauf, Simon Knak und Sven Andrighetto. Andrighetto war mit seinem Goal zum 7:0 und vier Assists erfolgreichster Skorer. Mit vier Goals und neun Assists führt er die WM-Skorerliste an.

«Wir hatten am Anfang viele Chancen, mussten aber geduldig bleiben, bis die Tore gefallen sind. Es ist wunderschön, vor unseren Fans spielen zu dürfen. Wir geniessen es, wissen aber, dass die nächsten Spiele deutlich schwieriger werden als jetzt.

Morgen werde ich sicher irgendwie den Cupfinal mit dem FC St.Gallen mitverfolgen und wenn sie da gewinnen, wird das auch meine Batterien wieder aufladen.»​
Timo Meier

Josis Hattrick-Weltrekord war nur eine Bestmarke von mehreren, die die Schweizer an ihren Festspielen vor erneut 10'000 Zuschauern in der Arena aufstellten. Leonardo Genoni musste bloss zehn Schüsse abwehren. Das spielt für seinen 14. WM-Shutout indes keine Rolle. Damit baute Genoni seinen Shutout-Rekord, den er schon gegen Österreich verbessert hatte, weiter aus.

Dann ist da aber auch das zweite Drittel, welches die Schweizer mit 6:0 gewannen. Ein 6:0 in einem Abschnitt feierte an einer A-WM zuletzt Tschechien vor vier Jahren. Die Schweiz gewann zwar 1994 ein einzelnes Drittel gegen China mit 10:0 (und total 20:0), ein 6:0 in einem A-WM-Spiel bedeutet indes ebenfalls Rekord.

Der nächste Rekord winkt im letzten Gruppenspiel am Dienstag gegen Finnland. Noch nie holte die Schweiz an der A-WM in der Vorrunde das Punktemaximum von 21 Zählern. Mit einem Sieg über die Finnen in 60 Minuten wäre das geschafft. 20 Punkte in der Vorrunde (und damit sieben Siege) schafften die Schweizer 2013 in Schweden und 2022 in Finnland. In Schweden erreichten die Schweizer vor 13 Jahren den Final (1:5 gegen Schweden); in Finnland scheiterten die Schweizer trotz der herausragenden Vorrunde im Viertelfinal gegen die USA (0:3).

«Jetzt können alle mal Zeit mit der Familie verbringen, vielleicht nach Hause gehen, den Kopf lüften.»
Captain Roman Josi

Mit dem Spiel um Platz 1 in der Vorrundengruppe in Zürich beenden die Schweizer am Dienstagabend (20.20 Uhr) die Vorrunde.

Schweiz - Ungarn 9:0 (1:0, 6:0, 2:0)
Zürich. 10'000 Zuschauer (ausverkauft). SR Schrader/Wannerstedt (GER/NOR), Gustafson/Rampir (USA/CZE).
Tore: 19. Josi (Jäger, Riat) 1:0. 21. Josi 2:0. 23. Josi (Hischier, Andrighetto/Ausschluss Stipsicz) 3:0. 32. Meier (Moser) 4:0. 34. Malgin (Thürkauf, Andrighetto) 5:0. 36. Thürkauf (Andrighetto, Malgin) 6:0. 40. Andrighetto (Moser, Berni/Strafe angezeigt) 7:0. 53. Malgin (Thürkauf, Andrighetto) 8:0. 56. Knak (Josi) 9:0.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen Ungarn.
Schweiz: Genoni; Egli, Josi; Kukan, Marti; Moser, Berni; Jung; Riat, Jäger, Knak; Meier, Hischier, Biasca; Rochette, Malgin, Andrighetto; Bertschy, Thürkauf, Niederreiter; Baechler.
Ungarn: Vay/Balizs (ab 34.); Kiss, Stipsicz; Hadobas, Milan Horvath; Ortenszky, Garat; Tornyai; Terbocs, Sebok, Papp; Bence Horvath, Szongoth, Erdely; Sofron, Hari, Nemes; Vincze, Nagy, Ravasz; Sarpatki.
Bemerkungen: Schweiz ohne Suter, Frick, Aeschlimann (alle angeschlagen oder überzählig) und Berra (Ersatzgoalie). - 14. Tor von Niederreiter wegen Offsides aberkannt. - 49. Tor von Baechler wegen Torhüterbehinderung aberkannt.
Pfostenschüsse: 1. Biasca, 52. Josi.
Schüsse: Schweiz 48 (14-19-15); Ungarn 10 (4-2-4).
Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/3; Ungarn 0/2. (nih/sda)

Die Tabelle:

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Die beliebtesten Kommentare
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besserwisser#99
23.05.2026 17:22registriert September 2019
Josi hat beschlossen Weltmeister zu werden.
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34
Der gläubige Hockey-Star, der auch mal die Fäuste sprechen lässt
Der Schweizer Nationalverteidiger hat sich in der NHL zu einem der besten Spieler unseres Landes entwickelt. Geholfen hat ihm dabei nicht nur sein Talent, sondern auch Geduld und der Glaube an Gott.
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