Afrika
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epa07527898 Sudanese protesters deploy their national flag as they protest outside the army headquarters in Khartoum, Sudan, 25 April 2019. Sudanese from other parts of the country joined the capital protesters on 25 April. According to local media reports, the military council which took over after President Omar al-Bashir on 11 April, has announced the departure of three major figures perceived as close to the former President. The protesters had been asking for their departure as well as for new civilian council to replace the military one and lead to elections.  EPA/STRINGER

Demonstranten in Khartum fordern eine zivile Regierung. Bild: EPA/EPA

Einigung auf Übergangsregierung im Sudan – al-Baschir bleibt vorerst in Haft



Gut einen Monat nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir hat sich die Protestbewegung im Sudan nach eigenen Angaben mit der Militärführung des Landes auf ein gemeinsames Regierungsgremium geeinigt.

Der neue Rat werde sich aus «militärischen und zivilen Vertretern» zusammensetzen, sagte ein Sprecher der Protestbewegung der Nachrichtenagentur AFP am Montag.

Die Armee hatte den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten am 11. April gestürzt. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde zunächst der Militärrat eingesetzt - die Protestbewegung sah in diesem Gremium jedoch eine Fortsetzung der Regierung al-Baschirs.

Nachdem die Gespräche über die künftige Machtverteilung im Sudan zunächst festgefahren waren, einigten sich beide Seiten am Montag auf die Zusammensetzung einer Übergangsregierung. Neben einem «souveränen Rat» aus militärischen und zivilen Vertretern ist ein Kabinett und eine gesetzgebende Körperschaft vorgesehen, wie ein Sprecher der Protestbewegung erklärte. Am Dienstag werde über die Dauer der Übergangsphase und die genaue Zusammensetzung des Rats beraten.

Anklage gegen al-Baschir

Bereits vor dem Verhandlungsdurchbruch hatte das Büro der Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt, al-Baschir «und andere» seien der «Anstiftung zur und Beteiligung an der Ermordung von Demonstranten» beschuldigt worden. Die Anklagen wurden demnach im Zuge von Ermittlungen nach dem Tod eines Arztes während Protesten in Khartum erhoben. Der Generalstaatsanwalt empfahl, die «Untersuchungen der Morde an anderen Demonstranten» zu beschleunigen.

Im Sudan sind nach Angaben eines Ärztekomitees, das der Protestbewegung nahesteht, seit Beginn der Demonstrationen 90 Menschen durch Sicherheitskräfte getötet worden. Die sudanesischen Behörden beziffern die Zahl der Toten hingegen auf 65.

FILE - In this July 9, 2018, file photo, Sudan's President Omar al-Bashir attends a ceremony for Turkey's President Recep Tayyip Erdogan, at the Presidential Palace in Ankara, Turkey. As the uprising against Sudanese President Omar al-Bashir gained strength, Egypt, the United Arab Emirates and Saudi Arabia began reaching out to the military through secret channels to encourage his removal from power. They had long viewed al-Bashir as a problem because of his close ties to Islamists, and had grown weary of his shifting loyalties and outreach to their rivals, Turkey and Qatar. (AP Photo/Burhan Ozbilici, File)

Omar al-Baschir bleibt zunächst im Gefängnis. Bild: AP/AP

Al-Baschir befindet sich derzeit in einem Gefängnis in Khartum. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte schon vor Jahren einen Haftbefehl gegen ihn wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes in Darfur erlassen. Der amtierende Militärrat weigerte sich jedoch, al-Baschir auszuliefern. Er will die Entscheidung einer gewählten Zivilregierung überlassen.

Proteste gehen weiter

Im Vorfeld der Verhandlungen über eine neue Übergangsregierung setzten die Demonstranten in Khartum am Montag ihre Proteste fort. Dutzende Menschen blockierten eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, um ihren Forderungen nach einer Zivilregierung Nachdruck zu verleihen. Drei Demonstranten wurde nach Angaben des Ärztekomitees durch scharfe Munition verletzt. (sda/afp)

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