Bern
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIVBILD ZUR SONDERDEBATTE DES BERNER STADTRATES ZU DEN KRAWALLEN IN DER REITSCHULE, AM DONNERSTAG, 02. FEBRUAR 2017 ---- Die Reitschule in Bern nach einer Demonstration, am Samstag, 25. Februar 2017. Bei der Protestkundgebung am Samstagabend sind mehrere Personen verletzt worden. Ein Grossaufgebot der Polizei war im Einsatz. Nach der gewaltsamen Raeumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse am letzten Mittwoch hatte die Gruppe

Wegen Ausschreitungen wie im Februar 2017 ist die Reitschule bürgerlichen Politikern in Bern schon länger ein Dorn im Auge. Bild: KEYSTONE

Die brave Reitschule: Der neue Jugendklub in Bern gefällt sogar der SVP

Fast einstimmig segnete der Berner Stadtrat am Donnerstag einen Baukredit von 1,9 Millionen Franken für einen neuen Jugendklub ab. Von links bis rechts wurde das Konzept als überzeugend befunden. Doch hinter der Einigkeit steckt ein taktischer Schachzug gegen die Reitschule.



Der neue Jugendklub «Tankerä» im Zentrum der Bundesstadt soll besonders Jugendlichen Raum für Treffen, Konzerte und Ausgang bieten. Der Stadtrat hat am Freitag fast einstimmig den Baukredit für 1,9 Millionen Schweizer Franken bewilligt. Nur SVP-Mann Erich Hess war dagegen. 

Hess findet, den übrigen Gastro-Betrieben würde damit mit städtischen Subventionen Konkurrenz aufgehalst. «Es geht nicht an, dass die öffentliche Hand Bar- und Klubbetrieb finanziert.»

Mit dem Gaskessel und ähnlichen Lokalen bestehe bereits ein ausreichendes Angebot an Jugendtreffpunkten. «Wir brauchen keinen weiteren rechtsfreien Raum, wie wir ihn mit der Reitschule haben», polterte der SVP-Politiker.

Bild

Die Nägeligasse: Hier soll die Tankerä enstehen.   bild: Stadt bern

Mit seinem Einspruch blieb er allein. Auch die übrigen sechs anwesenden SVP-Ratsmitglieder haben dem Kredit zugestimmt, auch ihr Argument ist die Reitschule. Mit der Tankerä würde den 16- bis 20-Jährigen eine Alternative zur Schützenmatte geboten. 

Ein Alternativangebot zur Reitschule

Es bestünden zwar noch Bedenken wegen eines allfälligen Lärmproblems für Anwohner, doch: «Die Betreiber des neuen Klubs haben uns ein Sicherheitskonzept vorgelegt, wie wir es uns seit Jahren für die Reitschule wünschen», sagt SVP-Stadtrat Stefan Hofer. Dazu könne man schlicht nicht «Nein» sagen.

Rats- und Parteikollege Alexander Feuz findet positiv, dass die Jungen einen externen Sicherheitsdienst einsetzen und klare Verantwortlichkeiten festlegen wollen. Es verstösst gemäss Feuz gegen die Rechtsgleichheit , dass die einen Klubs strenge Auflagen einhalten und bei der Reithalle alles erlaubt werde. «Wir hätten damit zwei vergleichbare Lokale in Bern, die aber unter verschiedenen Bedingungen betrieben werden», sagt Feuz. Man hoffe, dass die Reitschule damit gezwungen werde, ihre eigenen Bedingungen anzupassen.

Kein vergleichbares Angebot

Der Gaskessel ist den Stadträten dafür nicht zentral genug. «Der neue Klub entspricht den jugendlichen Bedürfnissen, zentrale Lage und tiefere Preise als in kommerziellen Betrieben, deutlich besser», sagt Rudolf Friedli, ebenfalls SVP-Stadtrat. Damit würden speziell die unter 18-Jährigen aus kommerziellen Bars ferngehalten werden. Weiter sei der neue Klub durch den öffentlichen Verkehr besser angebunden, so können die jungen Besucher auch «rechtzeitig zu Hause sein».

Regula Tschanz vom Grünen Bündnis sieht im neuen Klub eine Ergänzung statt eine Alternative. «Für viele eher jüngere Jugendliche soll damit ein Freiraum geschaffen werden, den es so in Bern noch nicht ausreichend gibt», sagt Tschanz. «Die Tankerä steht damit aber nicht in einem Konkurrenzverhältnis zur Reitschule.»

Die Berner Reitschule:

Das könnte dich auch interessieren:

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Utopiot 29.04.2017 17:32
    Highlight Highlight Lustig, dass ein besetztes Areal ohne viel Geld, das genau so gut hinkriegt, wie der Staat mit 1,9 Mio.... Fällt da keinem irgendwie ein Denkfehler auf haha?
    • willey 29.04.2017 19:18
      Highlight Highlight Wer hat den die Reitschule vor ca. 15 Jahren komplett saniert? Neues Dach. Neue Fassade. Das war wohl auch die Stadt. Von den Einsatzkosten der Polizei, Feuerwehr und Sanität mal ganz zu schweigen. Hätte die Stadt noch nie Geld in die Reitschule investiert würde das Gebäude wohl nicht mehr stehen.
    • Alnothur 29.04.2017 21:12
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen, dass neben dem Mieterlass auch noch jährlich eine unanständig hohe Summe an Subventionen an die Reitschule geht.
    • phreko 29.04.2017 23:08
      Highlight Highlight Alnothur, welche hohen Subventionen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roterriese #DefendEurope 29.04.2017 15:24
    Highlight Highlight Ich begrüsse den Club als Alternative zur Reitschule, so kann verhindert werden, dass die Jugendlichen in die Fänge der linksradikalen Indoktrinierung der Reitschule geraten.
    • Samy Kulturattentat D 29.04.2017 16:17
      Highlight Highlight Hahaaaa
    • äti 29.04.2017 16:27
      Highlight Highlight Indoktrinierung = "ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung" -
      vermutlich einfach das falsche Fremdwort erwischt.
    • FrancoL 29.04.2017 16:27
      Highlight Highlight Vermutlich weil sie alle Jugendlichen als Volltrottel sehen? Als junge Menschen die sich nicht selbst ein Bild machen können, die unmündig sind?

      Wer die Jugend so sieht hat wohl mit sich selbst viele Probleme.
    Weitere Antworten anzeigen

SVP panisch, FDP kopflos, Grün im Hoch: So steht es um die Parteien im Wahljahr

Die erste Hälfte des Wahljahres 2019 verlief teilweise turbulent. Klima- und Frauenstreik setzen die Parteien unter Druck, mit dem sie häufig mehr schlecht als recht umgehen. Ein Formcheck vor der Sommerpause.

Was hat man geschnödet über die «Generation Smartphone». Autistisch sei sie und unpolitisch. Kommunizieren könne sie nur noch virtuell mit WhatsApp, Snapchat oder sonstigen Gimmicks. Und jetzt das: Die Schweiz hat 2019 die Rückkehr des Strassenprotests erlebt. Er begann mit den Klimastreiks der Schülerinnen und Schüler und erlebte mit dem Frauenstreik einen Höhepunkt.

Rund 500'000 Frauen hätten am 14. Juni demonstriert, hiess es euphorisch. Das mag etwas übertrieben sein, aber eindrucksvoll war …

Artikel lesen
Link zum Artikel