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Eskalation im Handelskonflikt USA - China droht

01.08.18, 14:40


Chinas Wirtschaft spürt erste Auswirkungen der US-Strafzölle. Die Führung in Peking erwägt Anreize, will auf «Erpressung» aber nicht eingehen. Bleibt die Frage, wie weit Trump an der Eskalationsschraube dreht.

Die USA und China steuern scheinbar unaufhaltsam auf einen handfesten Handelskrieg zu. Die verhängten Strafzölle und die Angst vor einer weiteren Eskalation wirken sich bereits auf Chinas Wirtschaft aus.

So signalisiert die Pekinger Führung eine mögliche Ankurbelung der zweitgrössten Volkswirtschaft, um Schaden für ihre Exportwirtschaft aufzufangen. Neue Strafzölle der USA auf chinesische Importe im Wert von 16 Milliarden US-Dollar könnten schon bald in Kraft treten, da am (heutigen) Mittwoch die Anhörungsfrist abläuft.

Zölle von 25 Prozent

Nach einem Bericht der Finanzagentur Bloomberg denkt US-Präsident Donald Trump jetzt auch darüber nach, die bis Ende August geplanten Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von den ursprünglich geplanten 10 auf sogar 25 Prozent zu erhöhen.

Chinas Regierung warnte Trump vor einer weiteren Verschärfung. «Wenn die USA einen Schritt weitergehen, wird China unausweichlich zurückschlagen», sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Geng Shuang, am Mittwoch in Peking zu dem Bericht. «Der Druck und die Erpressung der USA werden nicht funktionieren.» China werde seine Rechte und Interessen verteidigen.

Schwächere Exporte

Die Sorgen über einen Handelskrieg zwischen den beiden grössten Wirtschaftsnationen verschlechtern spürbar den Exportmarkt für China, wie der neue Einkaufsmanagerindex des Wirtschaftsmagazins «Caixin» für das herstellende Gewerbe zeigt. Der konjunkturelle Frühindikator fiel im Juli von 51.0 Punkten im Vormonat auf 50.8. Vor allem die neuen Aufträge für Ausfuhren fielen so schnell wie seit 25 Monaten nicht mehr.

Liegt der Index über 50 Punkten, ist von einer Expansion auszugehen, darunter von einer Kontraktion. Auch der Einkaufsmanagerindex des Statistikamtes war schon zurückgegangen.

Neue Herausforderungen

Nach einer Sitzung des Politbüros am Dienstag versicherte Chinas Führung, mit einer proaktiven Haushaltspolitik und vorsichtigen Geldpolitik die Wirtschaft auf einem gesunden und stabilen Kurs halten zu wollen. Von neuen Herausforderungen war die Rede. Das externe Umfeld habe sich merklich geändert", hiess es in einer Erklärung.

Die Stellungnahme, die am Mittwoch in Staatsmedien verbreitet wurde, deutet nach Ansicht von Beobachtern auf mögliche Konjunkturmassnahmen hin, falls die chinesische Exportwirtschaft zu sehr leiden sollte. Die Haushaltspolitik sollte eine grössere Rolle spielen, um die heimische Nachfrage zu stärken und strukturelle Anpassungen vorzunehmen, hiess es.

Keine Lösung in Sicht

Eine Lösung in dem Handelskonflikt ist nicht in Sicht. Bisher laufen keine formellen Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Vertreter von US-Finanzminister Steven Mnuchin und Chinas Vizepremier Liu He führen aber informelle Gespräche über eine Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Macht Trump seine Drohungen wahr und erlässt Strafzölle auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar, wäre die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen. Im Juli sind bereits Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent auf Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten.

Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hat Trump damit gedroht, alle Importe aus China im Wert von 500 Milliarden Dollar mit Abgaben belasten zu wollen. China will mit Gegenmassnahmen in ähnlichem Umfang antworten. Diese dürften über eigene Strafzölle hinausgehen, da Chinas Importe aus den USA nur 130 Milliarden Dollar ausmachen. (sda/reu)

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