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Deutschland beklagt vor Tschadsee-Konferenz «humanitäres Drama»



Vor der Tschadsee-Konferenz in Berlin hat Deutschlands Aussenminister Heiko Maas die Lage in der afrikanischen Region beklagt. Dort spiele sich seit Jahren nicht nur «eines der grössten humanitären Dramen unserer Zeit ab», sagte Maas der Funke Mediengruppe.

«Die Region ist auch zum Tummelplatz für Gruppen wie Boko Haram und ISIS geworden, die auch für unsere Sicherheit in Europa eine Bedrohung sind. Wir können uns nicht erlauben, wegzuschauen, wenn die Nachbarn unserer Nachbarn destabilisiert werden.»

Auch der Chef des Uno-Entwicklungsprogrammes UNDP, Achim Steiner, warnte vor einer Fluchtwelle aus der stark vom Klimawandel betroffenen Region, falls die Staatengemeinschaft den Menschen dort nicht langfristig Lebensperspektiven verschafft. «Diese Region am Tschadsee, aber auch der gesamte Sahel, ist ein Gebiet, wo Millionen von Menschen an dem Punkt sind, dass sie zum Teil einfach nicht mehr an eine Zukunft glauben», sagte Steiner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Die deutsche Regierung ist ab Montag Gastgeberin der Konferenz, zu der Vertreter der Anrainerstaaten und Hilfsorganisationen erwartet werden. Zu den Anrainerstaaten des Tschadsees gehören Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria.

Nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes sind 2.3 Millionen Menschen in der Region binnenvertrieben, mehr als 200'000 auf der Flucht. Mehr als zehn Millionen Menschen seien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Seit 1963 ist der Tschadsee auf ein Zwanzigstel seiner ursprünglichen Grösse geschrumpft, viele Nomaden finden kein Futter mehr für ihre Tiere.

Die Konferenz beginnt am Montag in Berlin. Sie widmet sich unter anderem Fragen der Stabilisierung und der Entwicklungszusammenarbeit in der Region. (sda/apa/reu/dpa)

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