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Messebetreiberin MCH stellt Strategie auf den Prüfstand



Die Messebetreiberin MCH muss handeln, um ihr Geschäft zu stabilisieren. Die Kosten sollen weiter sinken und die Strategie wird überprüft. In den vergangenen zwei Jahren erworbene Beteiligungen stehen zudem bereits wieder zum Verkauf.

Neben den bereits laufenden Einsparungen würden bis Ende Jahr weitere Massnahmen ergriffen, um die Kosten zu senken, teilte die Gruppe am Freitag mit. In den nächsten Monaten soll ausserdem die Unternehmensstrategie überprüft werden.

Interne Taskforce

MCH erwartet - wie bereits bekannt - für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust in bis zu dreistelliger Millionenhöhe. Wegen der Absage des grössten Ausstellers Swatch bei der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld müssen weitere Wertberichtigung für die Messehallen in Basel getätigt werden.

Schon 2017 hatte MCH aufgrund des Bedeutungsverlusts von Baselworld über 100 Millionen Franken auf dem Messegebäude abgeschrieben.

Anfang August war der langjährige MCH-Chef René Kamm nach dem Verlust von Swatch als Aussteller zurückgetreten.

Nun wurde eine interne Taskforce unter der Leitung von Finanzchef Beat Zwahlen gegründet. Im Vordergrund stehen demnach Synergien, indem Kompetenzen und Support-Funktionen gruppenweit gebündelt werden. Das Potential der Mitarbeiter sowie hochwertiger Produkte und Dienstleistungen müsse besser genutzt werden, sagte Interimschef Hans-Kristian Hoejsgaard in der Mitteilung.

Aussteller reden bei Baselworld mit

Prioritär soll bereits für die Baselworld 2019 in Neuerungen am Konzept investiert werden. Für 2020 wird das Konzept dann grundlegend überarbeitet. So soll der durch den Abgang von Swatch frei geworden Platz für ein grösseres Cateringangebot genutzt werden. Die Schmuckhersteller zudem erhalten eine Showbühne und bei den Hotels will die Baselworld tiefere Übernachtungspreise erreichen.

Die Neukonzeption der Baselworld laufe intensiv in Zusammenarbeit mit den Aussteller-Gremien, hiess es am Freitag. Eine Kritik von Swatch-Chef Nick Hayek war unter anderem gewesen, dass die Messebetreiberin die Aussteller beim neuen Konzept zu wenig einbezogen habe.

Ausstieg aus regionalen Kunstmessen

Die Gruppe will zudem in Messen investieren, die auf den Schweizer Markt ausgerichtet sind. Über die Zukunft verschiedener nationaler Messen werde in den nächsten Monaten entschieden, hiess es.

Zu den Initiativen, die verworfen werden, gehört unter anderem die Entwicklung eines Portfolios mit regionalen Kunstmessen. Die Beteiligungen an der Art Düsseldorf und der India Art Fair sollen verkauft werden. Auch auf die angekündigte Beteiligung an der neuen Art SG in Singapur wird verzichtet und auf die geplante Expansion der Grand Basel nach Miami Beach zumindest im Jahr 2019. (sda/awp)

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