DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

FDP-Bundesratskandidat Cassis gibt italienischen Pass zurück



Der FDP Bundesratskandidat Ignazio Cassis anlaesslich der ersten Station der FDP Roadshow zu den Bundesratskandidaten am Sonntag, 21. August 2017, in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Nur noch Schweizer: Ignazio Cassis. Bild: KEYSTONE

Der FDP-Bundesratskandidat Ignazio Cassis ist nach eigenen Angaben nicht mehr schweizerisch-italienischer Doppelbürger. «Als ich mich entschieden habe, mich für die Bundesratswahl zur Verfügung zu stellen, habe ich auf die italienische Staatsbürgerschaft verzichtet.»

Dies teilte Cassis am Freitag dem Onlineportal Tagesanzeiger.ch/Newsnet mit. «Es war für mich persönlich stimmig so.»

Cassis hatte die italienischen Staatsbürgerschaft von seinem Vater geerbt. 1976, mit 15 Jahren, habe er dann die Schweizer Staatsbürgerschaft bekommen, sagte Cassis.

Maudet entscheidet nach allfälliger Wahl

Von den drei FDP-Bundesratskandidaten ist jetzt nur noch der Genfer Staatsrat Pierre Maudet Doppelbürger. Er besitzt neben dem Schweizer auch den französischen Pass.

Dies hat eine Debatte um seine politische Loyalität ausgelöst. Verschiedene Politiker, auch aus den Reihen der FDP, fordern Maudet indirekt auf, seine doppelte Staatsbürgerschaft aufzulösen.

Maudet selbst kündigte gegenüber dem Onlineportal an, die Frage im Bundesrat zur Diskussion zu stellen, sollte er gewählt werden. «Wenn der Gesamtbundesrat zum Schluss kommt, es sei besser, bin ich bereit, meinen französischen Pass abzugeben.»

Kein Doppelbürger-Verbot

Die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret besitzt nur die Schweizer Staatsbürgerschaft.

In der Schweiz gibt es kein Verbot für Bundesräte, eine zweite Staatsbürgerschaft zu haben. Untersagt ist den amtierenden Regierungsmitgliedern bloss, ausländische Titel oder Orden anzunehmen. Zudem dürfen sie laut Gesetz für ausländische Staaten keinerlei amtliche Funktionen ausüben.

Affäre um australischen Vize-Premier

In Australien ist die Situation anders. Dort dürfen Abgeordnete keine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen.

Wegen der doppelten Staatsbürgerschaft droht dem Vize-Premierminister Barnaby Joyce der Verlust seines Parlamentsmandats und seines Amtes. Joyce hatte erst vor kurzem von seiner zusätzlichen neuseeländischen Staatsangehörigkeit erfahren und sich «schockiert» gezeigt.

Er hat nun bei den neuseeländischen Behörden beantragt, auf die dortige Staatsbürgerschaft zu verzichten. Abgewendet ist die bizarre Affäre aber offenbar noch nicht: Das Oberste Gericht muss noch bestätigen, dass Joyces Mandat rechtmässig ist. (sda/afp)

Bundesratswahlen 2017

Cassis, Moret und Maudet on the Road: Das Bundesrats-Trio im watson-Check

Link zum Artikel

«It's the biography, stupid!» – Die Doppelbürger-Diskussion um Cassis & Co. ist lächerlich

Link zum Artikel

Der neue Burgunder-Krieg: Zwei Berner und zwei Waadtländer im Bundesrat?

Link zum Artikel

Der «Kranken-Cassis» und Morets «problematische» Rüstungs-Lobby

Link zum Artikel

«Herr Cassis, warum ist ein Tessiner im Bundesrat wichtiger als eine zusätzliche Frau?»

Link zum Artikel

Quotenstreit um Bundesrat: «Es gibt mehr Frauen als Tessiner in der Bevölkerung»

Link zum Artikel

Aussendepartement in SP-Hand? Leuthards «Verzicht» macht es wahrscheinlich

Link zum Artikel

Dieses Flussdiagramm zeigt, weshalb Filippo Lombardi nie Bundesrat wird

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Bundesrätin Keller-Sutter: «Es ist absurd, die Schweiz als Polizeistaat zu bezeichnen»

Es ist umstritten: Gegner warnen, dass das Anti-Terror-Gesetz von FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter den Rechtsstaat aushöhlen wird. Im Interview erklärt die Justizministerin, wie sie Terroristen bekämpfen will. Und warum sie keine rechtsstaatlichen Bedenken hat.

Am 13. Juni kommt das Gesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus (PMT) an die Urne. Von ihren Befürworter meist einfach Anti-Terror-Gesetz genannt, ist die Vorlage aus mehreren Richtungen unter Beschuss. Im Interview verteidigt FDP-Bundesrätin und Justizministerin Karin Keller-Sutter sie.

Wie viele gewaltbereite Islamisten, Rechts- oder Linksextreme gibt es in der Schweiz?Karin Keller-Sutter: Eine Einschätzung ist schwierig. Bekannt ist: Die Behörden konnten etwa 60 bis …

Artikel lesen
Link zum Artikel