Tennis
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MONTE-CARLO, MONACO - APRIL 19:  Novak Djokovic of Serbia celebrates the ball boys and girls with the winners trophy after defeating Tomas Berdych of Czech Republic in the final during day eight of the Monte Carlo Rolex Masters tennis at the Monte-Carlo Sporting Club on April 19, 2015 in Monte-Carlo, Monaco.  (Photo by Julian Finney/Getty Images)

Novak Djokovic ist im Tennis momentan das Mass aller Dinge. Bild: Getty Images Europe

5 Dinge, die wir aus dem ersten Sandplatz-Turnier des Jahres gelernt haben

Mit dem Masters-1000-Turnier in Monte Carlo ist die Sandsaison so richtig lanciert worden. Im Hinblick auf das French Open, das in 29 Tagen beginnt, können wir schon einige wichtige Schlüsse ziehen.



1. Djokovic kann sich eigentlich nur selber schlagen

Novak Djokovic gewinnt auch das dritte Masters-1000-Turnier in dieser Saison und das sechste grosse Turnier in Serie. Seine beeindruckende Dominanz begann in Paris-Bercy im November 2014. Danach war er auch bei den ATP-Finals, beim Australian Open, in Indian Wells, Miami und jetzt in Monte Carlo nicht zu schlagen.

In der Weltrangliste führt der Serbe mit 13'845 Punkten mit 5460 Zählern Vorsprung auf Roger Federer. Noch nie war der Abstand zwischen der Weltnummer 1 und 2 grösser. Die höchste je erreichte Punktzahl hält aber immer noch Federer mit 15'745 Punkten aus dem Jahr 2006.

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Die Top 10 im Männertennis nach Monte Carlo. bild: screenshot ATPworldtour.com

Im Monte Carlo zeigte der Branchenprimus sowohl im Halbfinal gegen Rafael Nadal (6:3, 6:3) als auch im Final gegen Tomas Berdych (7:5, 4:6, 6:3) eindrücklich, warum er derzeit fast unschlagbar ist: Mental ist Djokovic unglaublich stark, keiner scheint Rückschläge so souverän zu verkraften wie er.

Gegen Nadal steckte Djokovic einen schnellen 0:2-Rückstand problemlos weg und liess dem Sandkönig auf dessen Lieblingsunterlage danach keine Chance mehr. Auch gegen Berdych schien Djokovic nach dem Gewinn des ersten Satzes und einer fast einstündigen Regenpause den Faden verloren zu haben. Trotz 3:2-Führung und Breakball, verlor er den zweiten Satz, ging im entscheidenden dritten Satz aber rasch 4:0 in Führung und siegte schliesslich verdient. «Ich habe diesen Match dank meiner Kampfkraft und meinem Herzen gewonnen. Manchmal muss man auch hässlich gewinnen», so der Serbe.

Novak Djokovic of Serbia kisses his trophy after defeating Tomas Berdych of Czech Republic in their final match of the Monte Carlo Tennis Masters tournament in Monaco, Sunday, April 19, 2015. (AP Photo/Claude Paris)

Der 52. Titel, der vierte in diesem Jahr: Djokovic ist sich gewöhnt Pokale zu küssen. Bild: Claude Paris/AP/KEYSTONE

Mit seinem 23. Masters-1000-Titel (Nadal: 27, Federer: 23) hat sich Djokovic auch in die Favoritenrolle für die Turniere in Madrid, Rom und Paris geschoben. Momentan scheint ihn auf dem Weg zum Karriere-Slam höchstens ein Nadal in Höchstform gefährden zu können. Doch von den letzten vier Begegnungen auf Sand hat Djokovic deren drei gewonnen.

2. Nadal noch nicht ganz der Alte

Rafael Nadal hat einen Saisonstart zum Vergessen hingelegt. Der Mallorquiner holte in Buenos Aires zwar seinen 65. Titel, bei den grossen Turnieren schied der Spanier aber gleich reihenweise vorzeitig aus. «Mangelndes Selbstvertrauen» konstatierte Nadal bei sich selbst – die Sandsaison sollte endlich die Wende bringen.

Und siehe da: Nadal läuft es plötzlich wieder besser. Nach dem lockeren Aufgalopp gegen Lucas Pouille ringt der neunfache French-Open-Sieger John Isner und David Ferrer nach Satzverlust nieder. Trotz der Pleite ist der 28-Jährige durchaus zufrieden: «Das war für mich die positivste Woche der Saison», erklärt Nadal und die Konkurrenz wird gewarnt sein.

Rafael Nadal of Spain reacts during his match against John Isner of the U.S. at the Monte Carlo Masters in Monaco April 16, 2015.   REUTERS/Eric Gaillard

Findet Rafael Nadal auf Sand zu seiner alten Stärke zurück? Vieles deutet darauf hin. Bild: ERIC GAILLARD/REUTERS

Denn nichts ist wohl gefährlicher als ein zufriedener Nadal zu Beginn der Sandsaison. Die Weltnummer 4 hat nun genügend Zeit, sich in Barcelona, Madrid und Rom für die French Open wieder in Form zu bringen. Kommt es dort zum grossen Showdown mit Djokovic? Nadal könnte diesem trotz der zuletzt negativen Sand-Bilanz gelassen entgegen schauen. In Roland Garros hat der Spanier nämlich alle fünf Duelle mit Djokovic gewonnen.

3. Federer muss nachbessern

Roger Federer hat im Fürstentum einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Beim Auftakt gegen Jérémy Chardy gab der 33-Jährige nur drei Games ab. Als die Gegenwehr im Achtelfinal von Gaël Monfils dann aber grösser wurde, knickte der «Maestro» bereits ein. Federer hatte dem Powertennis des Franzosen nicht viel entgegenzusetzen.

Kopf in den Sand? Von wegen! Federer reagierte auf das frühe Aus mit einer Selbst-Disziplinarmassnahme: Bereits am Freitagvormittag trainierte der vierfache Familienvater wieder. «Ich brauche einfach noch mehr Praxis auf dieser Unterlage», teilte er mit.

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Wo Federer in Monte Carlo die Bälle schlug. bild: screenshot tennistv

Diese will er ab dem 27. April in Istanbul sammeln, wo er erstmals antritt. Danach spielt er in Madrid und in Rom. Gegen Monfils liess sich Federer zu weit hinter die Grundlinie drängen und produzierte – auch weil er die Bälle jeweils sehr früh nahm – viel zu viele Eigenfehler. Findet Federer die Balance, könnte er der erste Herausforderer von Djokovic und Nadal werden.

4. Kein Kronprinz in Sicht

Wer ausser Nadal oder Federer könnte sonst noch zum grossen Stolperstein für Djokovic werden? Wohl niemand. Die neue Nummer 2 in der Jahreswertung ist derzeit Tomas Berdych. Der 1,96 Meter grosse Tscheche hat den Serben im Monte-Carlo-Final zwar hart gefordert, eine echte Siegchance hatte er aber nicht. Und so bleibt Berdych, dem gegen die Grossen bislang der Killerinstinkt fehlte, in dieser Saison trotz starken Leistungen weiterhin titellos. Ein Exploit scheint momentan nicht realistisch.

Die Hochzeit von Andy Murray

Auch bei Andy Murray nicht: Der Schotte war auf Hartplatz zuletzt der erste Herausforderer von Djokovic und im Jahresranking die Nummer 3. Nach seiner Hochzeit mit Kim Sears legte er während Monte Carlo eine wohlverdiente Pause ein. Erst in einer Woche kehrt er in München auf die Tour zurück. Sand ist aber definitiv nicht Murrays Unterlage: Keinen einzigen seiner 31 Titel gewann er auf der «Terre battue».

Kei Nishikori from Japan celebrates during a Madrid Open tennis tournament match against David Ferrer in Madrid, Spain, Saturday, May 10, 2014 . (AP Photo/Daniel Ochoa de Olza)

Kei Nishikori ist auf Sand einiges zuzutrauen. Bild: Daniel Ochoa de Olza/AP/KEYSTONE

Und was ist mit den jungen Wilden? Grigor Dimitrov und Milos Raonic machten in Monte Carlo nicht den Eindruck, als könnten sie ganz oben mitmischen. Am ehesten könnte das noch Kei Nishikori gelingen. Der Japaner hat im letzten Jahr mit dem Titel in Barcelona und der Final-Teilnahme in Rom bewiesen, dass auch auf Sand mit ihm zu rechnen ist.

5. Wawrinkas verliert nicht wegen dem Ehe-Aus

Eigentlich wollte Stan Wawrinka seinen «Scheiss-Monat» März mit dem Beginn der Sandsaison ja vergessen machen. Doch der Romand gab auch in Monte Carlo Rätsel auf. Nach der starken Vorstellung gegen Juan Monaco schied er gegen Grigor Dimitrov nach einer blamablen Vorstellung in nur 54 Minuten mit 1:6, 2:6 aus.

«Ich weiss wirklich nicht, wo ich heute war», sagte Wawrinka nach der Vorführung. «Auf jeden Fall nicht auf dem Platz.» Mittlerweile scheint klar, was dem 30-Jährigen wohl durch den Kopf geisterte. Am Sonntag gab Wawrinka bekannt, dass er sich nach zehn Ehejahren von Ehefrau Ilham getrennt habe. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, die 2010 geboren wurde.

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Wawrinka gibt seine Trennung via Facebook bekannt. bild: Screenshot Facebook

Kein Wunder, dass sich der Australian-Open-Sieger von 2014 also nicht mit voller Konzentration dem Tennis widmen konnte. Oder doch nicht? Mittlerweile hat sich nämlich auch Ilham zu Wort gemeldet und sie macht ihrem Ex-Partner grosse Vorwürfe: Die Trennung sei schon vor fünf Monaten nach dem Davis-Cup-Final erfolgt und Stan verliere seine Spiele nicht deswegen, so Ilham. Dass die Trennung als Rechtfertigung für die sportlichen Resultate missbraucht werde und so ein Bild von einem leidenden Mann transportiert werde, sei für sie nicht zu tolerieren. 

Stan und Ilham hatten sich übrigens schon einmal getrennt. Das war Ende 2010, rund zehn Monate nach der Geburt von Tochter Alexia. Auch damals steckte Wawrinka in einem sportlichen Tief, kam nach der Trennung aber wieder besser in Schwung. Ein Jahr später kamen Stan und Ilham wieder zusammen.

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«Mein Gott, das war hart!» – Federer ist nach unfassbarer Wende weiter

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