DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Beat Feuz inmitten der Dolomiten: Sein Ziel ist der zweite Weltmeistertitel.
Beat Feuz inmitten der Dolomiten: Sein Ziel ist der zweite Weltmeistertitel.
Bild: keystone

So gross ist das Team, das Beat Feuz heute zum WM-Gold helfen soll

Der Emmentaler Beat Feuz gehört in der WM-Abfahrt zu den grossen Favoriten. Auf der Piste ist er selbst dafür verantwortlich, ob er Weltmeister wird. Daneben arbeiten viele Menschen, damit er mit besten Voraussetzungen an der Start gehen kann.
14.02.2021, 06:03
Martin Probst, cortina d'ampezzo / CH Media

In den etwas mehr als eineinhalb Fahrminuten ist Beat Feuz allein. Dann liegt es nur an ihm, ob er Weltmeister wird. Ob er schneller im Ziel ist als alle seine Konkurrenten. In diesen Momenten ist niemand da, der ihm helfen könnte. Es ist Einzelsport pur. Feuz fährt nur gegen die Uhr.

In den Stunden und Tagen zuvor ist das anders. Dann wird der Skisport zum Teamsport. Die gemeinsame Mission: Schweizer WM-Gold in der Königsdisziplin. Nach Corinne Suter gestern soll es auch bei den Männern klappen.

Doch wer sind diese Menschen, die alles dafür tun, dass Feuz und seine Teamkollegen perfekt vorbereitet starten können? Wir stellen sie vor, beschränken uns aber auf die Frauen und Männer, die entlang der Abfahrtspiste eine Aufgabe haben. Sonst wäre die Liste mit den Namen der Helfer noch viel länger.

Die Männer und Frauen, die Beat Feuz an der Strecke unterstützen.
Die Männer und Frauen, die Beat Feuz an der Strecke unterstützen.
grafik: stefan bogner / CH Media

Schon Stunden vor dem Rennen am Berg

Wenn Beat Feuz am Sonntag um kurz nach 11 Uhr am Start steht (er hat sich für die Startnummer 7 entschieden), ist er schon lange wach. Um 8.30 Uhr beginnt die Besichtigung der Strecke für die Athleten. Schon 45 Minuten zuvor, an der sogenannten Jury-Inspektion, werden drei Schweizer Trainer dabei sein: Tom Stauffer, Reto Nydegger und Hansjürg Kunz.

Stauffer und Nydegger gewinnen erste Eindrücke, wie sich die Piste über Nacht entwickelt hat. Sie kontrollieren aber vor allem, ob alles stimmt: Sicherheitsnetze, Kurssetzung, Markierungen. Kunz misst an mehreren Stellen die Schneetemperatur und Feuchtigkeit, um die Servicemänner mit den wichtigen Daten zu versorgen.

Reto Nydegger feierte schon als Speedtrainer der Norweger grosse Erfolge.
Reto Nydegger feierte schon als Speedtrainer der Norweger grosse Erfolge.
Bild: keystone

Oft sind Kletterfähigkeiten gefragt

Auf der Besichtigung hat Feuz neunmal die Möglichkeit, sich mit einem Trainer auszutauschen – sofern er es will. An neun Stellen entlang der Strecke haben sich Trainer positioniert (siehe Bild oben). An jenen Orten, wo sie auch im Rennen stehen werden und wo sie schon in den Trainings gestanden sind.

Auf der Besichtigung wird die Ideallinie ein letztes Mal besprochen. Eine Linie, die aus der Videoanalyse der letzten Tage hervorgegangen ist. Um perfektes Videomaterial zu erhalten, klettern die Trainer im Weltcup auch auf Bäume. In Cortina ist das verboten. Stauffer sagt: «Hier muss man ausnahmsweise nicht schwindelfrei sein.»

Hoch hinaus: Ein deutscher Trainer hat in Kitzbühel die Streif im Blick.
Hoch hinaus: Ein deutscher Trainer hat in Kitzbühel die Streif im Blick.
Bild: www.imago-images.de

An allen neuen Positionen wird an der WM gefilmt, aufgezeichnet werden die besten 30 Athleten. So wird sichergestellt, dass jeder Konkurrent, der eine Bestzeit auf einem Streckenabschnitt aufgestellt hat, für die Analyse zur Verfügung steht.

Später schneiden die Trainer die Aufnahmen zusammen, erstellen für Feuz ein individuelles Video, das zeigt, wo was noch zu verbessern wäre. Swiss-Ski hat in Cortina auch einen Betreuer am Gegenhang positioniert. Aus der Entfernung filmt er die Fahrer. «So lässt sich die Linienwahl der Athleten besser vergleichen», sagt Stauffer.

Ein gut halbstündiger Fussmarsch zum Start

Haben die Schweizer Fahrer die oberen Stellen der Besichtigung passiert, bereiten die Trainer, die dort gestanden sind, das Warm-up vor. Meist werden zwei Super-G-Läufe ausgeflaggt. Da dies aber nicht auf der gesicherten WM-Piste passiert, ist es die Aufgabe der Trainer, dafür zu sorgen, dass niemand die Piste betritt.

«Manchmal sind wir aber auch Kleiderträger, damit unsere Athleten eine warme Jacke haben», sagt Stauffer. Nach dem Warm-up geht es für die Fahrer hinauf zum Start. In Cortina ist das mit einem gut halbstündigen Fussmarsch verbunden. «Das gibt es sonst zwar nicht», sagt Feuz. «Wenn man es gemütlich nimmt, ist man aber nicht bereits platt.»

Die Streckenbesichtigung absolviert Feuz in wärmeren Kleidern als das Rennen.
Die Streckenbesichtigung absolviert Feuz in wärmeren Kleidern als das Rennen.
Bild: keystone

Letzte Infos über Funk

Beim Start warten zwei Physiotherapeuten auf die Schweizer Athleten. René van Engelen kümmert sich um die medizinische Betreuung, stabilisiert zum Beispiel Körperstellen mit Tapes. Michel Burgener nimmt die Funksprüche der Trainer entgegen, die sich bereits wieder positioniert haben. «Wir melden, ob sich die Verhältnisse verändert haben. Oder ob bei den ersten Fahrern etwas zu erkennen ist», sagt Stauffer. Burgener gibt die Infos an die Athleten weiter.

Gleichzeitig kümmert sich Servicemann Sepp Kuppelwieser ein letztes Mal um die Rennski, bevor Feuz um kurz nach 11 Uhr startet. Für Notfälle stünde nun Swiss-Ski-Teamarzt Stephan Rickli bereit.

Feuz (mit der goldenen Gams) feiert in Kitzbühel gemeinsam mit einem Teil des Trainerteams einen seiner beiden Siege vor drei Wochen.
Feuz (mit der goldenen Gams) feiert in Kitzbühel gemeinsam mit einem Teil des Trainerteams einen seiner beiden Siege vor drei Wochen.
Bild: keystone

Im Ziel werden die Athleten von den Teambetreuerinnen Zoé Chastan und Madeleine Erb empfangen. Diese haben die Rucksäcke der Athleten mitgebracht, schauen, dass die Fahrer etwas zu trinken haben, und führen Feuz wenig später vielleicht zu den Siegerinterviews. Auf der Strecke ist Beat Feuz allein. Daneben hilft ihm ein ganzes Team auf der Mission WM-Titel.

Die Startnummern der Schweizer
7 Beat Feuz
11 Carlo Janka
18 Marco Odermatt
30 Niels Hintermann

Die WM-Abfahrt beginnt um 11 Uhr.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Schweizer Ski-Weltmeister der Neuzeit

1 / 29
Alle Schweizer Ski-Weltmeister der Neuzeit
quelle: keystone / str
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Und jetzt der Aufsteller des Tages: Pandas im Schnee

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Neuer Ski-Hauptsponsor = neues Dress: Wir hätten da ein paar (total ernst gemeinte) Ideen

Sponsor hin oder her – was uns wirklich interessiert sind die Anzüge, die Beat Feuz, Lara Gut und Co. während dem Rennen tragen werden. Wir präsentieren euch unsere Ideen und sind gespannt auf eure!

Ab der Saison 2022/23 wird Sunrise UPC die Swisscom als langjährigen «Main Partner» ablösen, das gab Swiss-Ski heute bekannt.

Für uns heisst das: Neue Ski-Dress! Hier unsere Vorschläge:

Marco Odermatt präsentiert hier das Modell «UPC Gradient» mit einem Farbverlauf analog zur UPC-Artischocke. So würde unsere Schweizer Skidelegation definitiv nicht nur mit positiven Resultaten auf sich aufmerksam machen.

Slalom-Spezialist Ramon Zenhäusern trägt das Modell «UPC Aerodynamic». Mit einem …

Artikel lesen
Link zum Artikel