Fussball
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GC-Jubel ist selten geworden: Kenan Kodro, Hattrick-Schütze gegen Lugano am Samstag. Bild: KEYSTONE

GC-Trainer Fink warnt: «Wer am Anfang zu viel will, wird auf die Schnauze fliegen»

Mit dem Sieg über Lugano haben die Zürcher Grasshoppers im Abstiegskampf einen wichtigen Erfolg eingefahren. Aus dem Schneider ist der Rekordmeister aber noch lange nicht. Das weiss auch der neue Trainer Thorsten Fink, der heute vorgestellt wurde.

24.04.18, 14:54 24.04.18, 15:27

Seit gestern Abend ist bekannt, wer den Grasshopper Club Zürich vor dem Abstieg retten soll: Thorsten Fink. Heute Nachmittag stellte sich der 50-jährige Deutsche den Medien. «Ich bin stolz, der Trainer dieses Vereins zu sein», sagte Fink, und er glaube an eine grosse Zukunft mit GC. Die Verhandlungen hätten nur zwei Tage gedauert: «Wir haben schnell gehandelt, es ging ruck-zuck.» Er habe ein gutes Bauchgefühl.

Gut drauf: Thorsten Fink im GC-Campus in Niederhasli. Bild: KEYSTONE

Fünf Runden sind noch zu spielen in der Super League, der Rekordmeister GC steckt mit vier Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Lausanne noch mitten im Abstiegskampf. Fink sagte, er habe die letzten drei Spiele der Zürcher gesehen und dabei festgestellt, dass er eine Mannschaft mit Potenzial übernehme.

«GC ist ein grosser Klub»

Der Champions-League-Sieger mit Bayern München (2001), der im Februar bei Austria Wien entlassen wurde, betonte, dass er nicht auf die schnellste Lösung zur Fortführung seiner Trainerlaufbahn ausgewesen war. «Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren so professionell, dass ich gesagt habe: Das will ich machen.» Er wisse, dass GC ein Topklub sei. «Im Moment vielleicht nicht tabellenmässig. Aber GC ist in der Schweiz ein grosser Klub. Ich spüre eine gute Stimmung, Aufbruchstimmung.»

Sein Vertrag bis Ende nächster Saison gilt nur, falls GC die Klasse hält. Aber an einen Abstieg wolle er gar nicht denken, so der ehemalige Meistertrainer des FC Basel (2010 und 2011). Über die mittelfristige Zukunft wollte Fink ohnehin nicht gross sprechen: «Wir werden uns auf die nächsten fünf Spiele konzentrieren, damit wir die Klasse halten. Wir müssen jetzt nicht darüber reden, ob wir irgendwann mal wieder Meister werden können. Wer am Anfang zu viel will, wird auf die Schnauze fliegen.»

Ob er mit GC auch einen Pokal bejubeln darf, wie mit Basel und Mäzenin Gigi Oeri? Bild: KEYSTONE

Nach dem 4:3-Sieg der Hoppers gegen Lugano am Wochenende ist die Lage nicht mehr ganz so angespannt wie zuvor. Der neue Trainer hat angesichts dieses Erfolgs auch nicht im Sinn, nun alles über den Haufen zu werfen. «Wir wollen nicht alles sofort verändern, man hat das Gefühl, das Team sei in jüngster Zeit zusammengewachsen.»

Zur Taktik wollte Fink, der bislang für offensiven Fussball stand, nicht viel verraten. Nur so viel: «Wir werden schon nicht nur hinten rein stehen.» Nächster Gegner ist Lausanne, das Schlusslicht. «Für uns ist das ein Endspiel und wenn wir es positiv gestalten können, ist eine Vorentscheidung gefallen, dann wären wir sieben Punkte weg. Das ist das Ziel.»

Gesucht: Feuerwehrmann und Entwickler in Personalunion

Manuel Huber, der CEO der Grasshoppers, ist «zu 100 Prozent davon überzeugt», den richtigen Mann verpflichtet zu haben. Die Aufgabe sei ein Spagat gewesen: Einerseits jemanden zu finden, der dem Team in der brenzligen Tabellensituation sofort helfen könne, aber auch jemanden, der die längerfristige Strategie von GC verfolgen könne. «Wir wollten nicht einfach den erstbesten Cheftrainer verpflichten, sondern uns die nötige Zeit nehmen.»

Sportchef Mathias Walther wird sich nach der Ernennung Finks wieder auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren, nachdem er zuletzt nach der Entlassung von Murat Yakin auch Interimstrainer war. «Wir haben noch nichts geschafft. Aber wir haben in den letzten zwei Wochen gesehen, dass diese Mannschaft über Charakter verfügt», sagte Walther. «Ich bin mir sicher, dass das mit Thorsten Fink noch weiter ausgebaut werden kann. Mit seiner positiven Art wird er anstecken und dieser Mannschaft voran gehen.»

Neues Führungstrio bei GC: Geschäftsführer Huber, Trainer Fink, Sportchef Walther (von links). Bild: KEYSTONE

«Dieses Projekt passt genau zu mir»

Sportchef Walther gab zu, dass es für GC zentral gewesen war, einen Coach zu verpflichten, der den Schweizer Fussball bereits kennt. «Wir wollten einen Trainer, der professionelle Strukturen schätzt und der weiss, dass es bei einem Schweizer Klub dazu gehört, Spieler zu entwickeln und sie zu verkaufen. Er trägt das mit und hat das auch schon erlebt.» Fink spricht von einer hervorragenden Nachwuchsarbeit, welche bei GC geleistet werde. Es sei Teil seiner Philosophie, junge Leute zu integrieren. «Mir macht es Spass, junge Spieler zu entwickeln. Dieses Projekt passt genau zu mir.»

Nach 25 Minuten war der erste Auftritt von Thorsten Fink als GC-Trainer vorbei. Ganz alles lief nicht so professionell ab wie von allen Protagonisten betont. Denn an Getränke dachte in Niederhasli offenbar niemand, weshalb Fink am Ende stöhnte: «Durst habe ich!» (ram)

Die Tabelle der Super League:

tabelle: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fulehung1950 24.04.2018 21:25
    Highlight Tönt alles schön und gut. Und Fink wäre schon richtig, v.a. als Weiterentwickler junger Spieler, sprich solcher aus der 1.-Liga-Mannschaft.

    Nur: er hat da zwei Probleme:

    1. Walther: der wird nie gute Spieler finden. Das hat er seit Amtsantritt bewiesen. Und gute Spieler heisst v.a. Leadsr-Typen und solche, die zusammenpassen und sich weiterentwickeln lassen.

    2. Die Mannschaft: als Ergebnis sackschwacher Transferpolitik hat Fink Ackergäule zur Verfügung, und aus diesen macht auch er keine Sieger.

    Man kann nur auf Liga-Erhalt hoffen, 75% des Teams abgeben und in 3 Jahren weitersehen
    4 9 Melden
  • Cpt Halibut 24.04.2018 17:23
    Highlight Die Insekten mit Fink zusammen absteigen zu sehen wäre zu schön.
    16 32 Melden
    • chreischeib8052 24.04.2018 18:52
      Highlight Kloten dazu und ich hab ein neues tattoo😂 wie geil wärs😍
      6 24 Melden
    • LarsBoom 24.04.2018 21:13
      Highlight Hat Aussersihl nicht 8004 als Postleitzahl?
      16 1 Melden
  • Nick Tamer 24.04.2018 17:13
    Highlight „Wer am Anfang zu viel will...“ (sprich Bundesligatrainer werden statt mit dem FCB ManUnited aus der Champions League werfen) „... wird auf die Schnauze fliegen.“ (sprich nach verschiedenen Mittelklasseklubs bei GC landen...
    16 22 Melden
  • Zwingli 24.04.2018 16:07
    Highlight
    10 37 Melden
    • nickname_not_available 24.04.2018 16:32
      Highlight Was willst du uns damit sagen? Seit Fink bei Basel weg ist, sind 7 Jahre vergangen. Ich frage mich, wieviele Spieler/Trainer mit GCZ/FCB Vergangenheit beim FCZ oder umgekehrt gelandet sind. Bei Urs Fischer waren übrigens nur 3 Jahre zwischen seinem Trainerjob beim FCZ und dem FCB, sowie bei Uli Forte nur 3 Jahre zwischen seinem Engagement beim GCZ und dem FCZ lagen.
      34 3 Melden
    • Nick Tamer 24.04.2018 17:21
      Highlight @Nickname_not_available:
      Nur dass etwas schon oft passiert ist, macht Dinge nicht per se gut;)
      Mich nervt die fehlende Clubtreue im Allgemeinen und die Wechsel zu Erzrivalen im Speziellen. Lies doch den Artikel über Hector in Köln, dann verstehst du vielleicht was ich meine...
      15 4 Melden
    • chreischeib8052 24.04.2018 18:54
      Highlight Danke hab diesen schon 'fast' vergessen😆 züri ale!! Sch.. Gc basel!!!
      3 28 Melden
    • Loe 24.04.2018 19:19
      Highlight Naja, man muss schon unterscheiden: die anderen Trainer wurden entlassen, Fink hat sich in einer Nacht und Nebelaktion verp... ist selber gegangen. War zu Geldgeil...
      6 5 Melden
    • Avalanche89 24.04.2018 19:54
      Highlight So läuft der Fussball nun mal. Den meisten Spielern sind Rivalitäten, Klubidentifikation sowie Treue unwichtig.
      Diese Identifikation wird ja vor allem von den guten Spielern einer Mannschaft erwartet, da sie ja schliesslich ihre Karriere dem Verein zu verdanken haben.
      Auf der anderen Seite der Medaille gibt es Spieler die sehr gerne bei einem Verein bleiben würden, die es aber nicht dürfen, da sie nach Ansicht der Vereine zu schlecht sind und die Verträge werden nicht verlängert.

      Heutzutage ist der Fussball eben schnelllebig und es gilt: Was interessiert mich mein geschwätz von Gestern.
      6 1 Melden
    • nickname_not_available 25.04.2018 06:54
      Highlight @Nick: Ich hab nie gesagt, ob ich es gut oder schlecht finde, was aus dem Fussballgeschäft geworden ist. Mir gehen die vielen Wechsel zwischen rivalisierenden Clubs auch auf die Nerven. Hab mich nur auf das Bild von Zwingli bezogen.

      @Loe: Dann erinnere ich dich gerne an den Abgang des Uli Forte, der den amtierenden Cupsieger und Vizemeister in Richtung Bern verlassen hat.
      2 0 Melden
  • ksayu45 24.04.2018 15:39
    Highlight Man kann über GC ja sagen was man will aber nach den letzten Wochen, Monaten und Jahren das Wort Professionalität zu verwenden zeugt von einer sehr speziellen Wahrnehmung
    67 13 Melden
    • ElDiablo 24.04.2018 15:54
      Highlight Än Institution hey!
      41 3 Melden
    • Rookie 24.04.2018 18:50
      Highlight You dreamer you....😅😅😅😅
      6 4 Melden
    • Fulehung1950 24.04.2018 21:30
      Highlight Nun, es gibt da so einen Vorreiter:“I‘m the best president ever. I have the best administration ever“. Kriegt zwar nichts auf die Reihe als Chaos pur im White House. Da dürfen doch die Würstchen in Niderhasli auch mal:“We are sö bescht ever!“.
      3 4 Melden

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